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29. August 2011

Debakel für das Lahrer Kleeblatt

BZ-spiel des Tages: Der SV Rust sichert sich am Samstag einen hohen Erfolg auf der Klostermatte.

  1. Der Anfang vom Ende der Spvgg. Lahr: Cedric Bernard überspringt Spvgg-Torwart Artur Wolf und schiebt den Ball ins leere Tor zum 1:0 für die Gäste. Foto:  Wolfgang Künstle

FUSSBALL Bezirksliga: Spvgg. Lahr – SV Rust 1:6 (0:3). Ein Debakel erlebten die Lahrer am Samstagnachmittag. Die Elf von Spielertrainer Edi Jung erwischte einen rabenschwarzen Tag und war am Ende mit dem 1:6 noch gut bedient.

Es ist lange Tradition, dass die Spielvereinigung gegen den SV Rust kein Land sieht. An ein einziges gewonnenes Pünktchen konnten sich die Verantwortlichen an der Klostermatte in der näheren Vergangenheit erinnern. Trotz zweier fehlender Torhüter und abwesender Stamminnenverteidigung gingen die Hausherren zuversichtlich in die Partie.

Doch sie trafen auf Gäste, die in allen Belangen überlegen waren. Robuster, entschlossener, selbstbewusster traten die Blau-Weißen auf und gingen schon in der vierten Minute in Führung. Einen Augenblick später landete der Lahrer Christian Himmelsbach mit dem Kopf am eigenen Pfosten und kurz darauf mit einer großen Platzwunde im Krankenhaus.

"Mich kann nichts mehr

schocken, aus dem

Alter bin ich raus."

Hans Faißt, Vorsitzender der Spvgg.

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Es folgte die Phase des Florian Schaudt: Der 20-jährige Ruster brachte das Kunststück fertig, innerhalb von 13 Minuten vier allerbeste Chancen zu versemmeln. Die Gastgeber hätten sich nicht beklagen können, wenn sie bereits nach 20 Minuten mit 0:5 zurückgelegen hätten. Eine vermeintlich unspektakuläre Szene an der Außenlinie hätte es spielend zum "Pfiff des Tages" im aktuellen Sportstudio gebracht. Denn plötzlich – wir schreiben die 28. Minute - hatte Schiedsrichter Raphael Hampf eine Rote Karte in der Hand, mit der er die sportlichen Betätigungen des Lahrer Mittelfeldspielers Philipp Vomrath jäh beendete.

Der 20-jährige Rotsünder, der nach einer Sperre aus einem Testspiel zum ersten Mal wieder mit dabei war, ist sich keiner Schuld bewusst. Sein Gegenspieler sei ihm in eine normale Bewegung hineingelaufen. Einige Ruster Vertreter, darunter der sportliche Leiter Benno Kassel, sahen dies freilich anders. Sie hatten eindeutig einen Tritt Vomraths gegen seinen Ruster Gegenspieler gesehen. Dieser Variante schloss sich auch Schiedsrichter Hampf an. Zwar habe Vomrath seinen Gegenspieler nicht getroffen, doch müsse bereits der Versuch mit einem Feldverweis geahndet werden.

Es war möglicherweise die Schlüsselszene in dieser bis dahin schon einseitigen Partie, denn den fälligen – und nach dem Zweikampf, der zu oben genannter Szene führte – berechtigten Freistoß verwandelte Rusts Vorzeigestürmer Rainer Baumann mit seinem ersten von drei Toren postwendend zum 2:0.

Man muss den Akteuren der Spielvereinigung, die mit lediglich zwei Auswechselspielern angetreten waren, anrechnen, dass sie sich auch noch in aussichtsloser Situation mit allen verfügbaren Mitteln gegen das Desaster stemmten, während Hans Faißt, kaufmännischer Vorstand, entspannt seine Würstchen briet: "Mich kann nichts mehr schocken, aus dem Alter bin ich raus."

Auch der sportliche Vorsitzende Uwe Dupps blieb angesichts der stetig steigenden Zahl an Gegentoren gelassen: "Wir können es im Moment nicht ändern, zu viele Spieler fallen im Moment aus. Da bist du einfach machtlos, wieso sollte man sich da aufregen?" Während der SV Rust nun nach drei Spielen neun Punkte eingefahren hat, müssen die Gastgeber nach der zweiten Heimniederlage in Folge aufpassen, um den Zug ins Mittelfeld der Tabelle nicht zu verpassen.

Spvgg. Lahr: Wolf, Oldenburger, Nowak, Himmelsbach (8. Sür, 66. Kopp), Jung, Vomrath, Romme, Maslov, Orlow, Viasu, Holm.
SV Rust: Kassel, Asaro, Schaudt (62. Karakurt), Zemb, Caspar, Savalle, Bernard, Bender (53. Stubert), Baumann, Gashi, Rausch (18. Fischer). Tore: 0:1 Bernard (4.), 0:2 Baumann (29.), 0:3 Gashi (41.), 0:4 Gashi (58.), 0:5 Baumann (70.), 1:5 (75.) Orlow, 1:6 Baumann (85.). Schiedsrichter: Hampf (Ettenheimweiler). Zuschauer: 100.

Autor: Wolfgang Künstle