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08. November 2011

Ein Wunschkandidat als neuer Motivator

Kaum 48 Stunden im Amt, feiert Kappels Spielertrainer Kai Bommer in Löffingen einen 4:0-Erfolg.

  1. Bitter enttäuscht: Der St. Märgener Marco Faller kann die 2:6-Niederlage gegen den FC Bräunlingen auch rücklings kaum ertragen. Foto: seeger

FUSSBALL (jb). Es war ein Wechsel zur rechten Zeit, wie Walter Erne berichtet, "auch wenn ich wirklich eine Woche lang Bauchschmerzen hatte". Am Freitagabend hatte der Vereinschef des Bezirksligisten FC Kappel nach einem vierstündigen Gespräch den bisherigen Übungsleiter Vahit Tan entlassen. Menschlich, so Erne, sei ihm die Trennung sehr schwer gefallen, doch fachlich sei sie zwingend gewesen, "denn Tan hat die Mannschaft nicht mehr erreicht". Der Nachfolger war flugs gefunden, wurde per Handschlag verpflichtet und ist ein Wunschkandidat. Kai Bommer (30), Torjäger des SVK und Integrationsfigur mit langjähriger Landesliga-Erfahrung, ist jetzt auf dem Rasen nicht nur als Stürmer, sondern auch als Feldherr gefordert. Vorerst bis zum Saisonende. Die Zielvorgabe für den neuen Spielertrainer, der an der Außenlinie vom einstigen FCK-Trainer Lutz Grützmacher unterstützt wird, ist klar: "Klassenerhalt", sagt Erne. Wenn einer es schaffen könne, in der Mannschaft ungeahnte Leidenschaft freizusetzen, dann Bommer: "Das ist ein toller Kerl."

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In Löffingen gelang dem Kerl zum Leidwesen der Rothosen ein Auftakt nach Maß. "Hochverdient", so Erne, sei der 4:0-Erfolg, der Bommers neuem Spielsystem geschuldet sei. "Der Kai hat die Leistung um 30 Prozent gesteigert", so Erne, "unserem Pressing hatten die Löffinger nichts entgegenzusetzen." Und so gab es im Haslach-Stadion ein Bommer-Festival. Zuerst markierte Axel Bommer die ersten beiden Treffer, dann traf sein Bruder Kai als frischgebackener Spielertrainer zum 3:0 und 4:0.

Drei Punkte hätten es werden können. Ein Zähler ist Bonndorfs Trainer Wolfgang Kalinasch nach dem 2:2 in Überauchen ein bisschen zu wenig, "weil wir in der ersten Halbzeit mit 3:0 hätten führen müssen". Allein, mit der Chancenverwertung haben die TuS-Kicker immer wieder ihre Mühe, aber darüber mag der Trainer nicht dauernd räsonieren. In der 75. Minute gelang dem TuS schließlich die 2:1-Führung, doch 120 Sekunden vor Schluss hieß es 2:2. Zwei Punkte waren verloren. "Das hat schon weh getan", sagt Kalinasch, der seiner Mannschaft, die auf die Stammspieler Uwe Knaak (Rot-Sperre), Torwart Daniel Ebner (Ellenbogenverletzung), Timo Plum (Grippe) und Nils Boll (Oberschenkelzerrung) verzichten musste, aber keinen Vorwurf machen will. "Die Jungs aus der zweiten Mannschaft haben einen guten Job gemacht". Auch zwei Tage nach dem Abpfiff hat Holger Wursthorn, Trainer des A-Kreisligisten SV St. Märgen, "noch nicht verkraftet, was ich da miterleben musste". Nach 25 Minuten hatte sein Team im Heimspiel gegen Spitzenreiter Bräunlingen mit 2:0 geführt – um danach mit 2:6-Toren unterzugehen. Mit scheinbar beruhigender Führung haben die St. Märgener derzeit ihre liebe Mühe. "Wir liegen vorn und hören dann plötzlich auf zu kicken", so Wursthorn. "Wir haben momentan halt einen Lauf in die falsche Richtung." Eine Blockade in den Köpfen mancher Spieler vermutet der Übungsleiter. Die gilt es rasch zu lösen. "Wir müssen auch mal unser Glück erzwingen", fordert Wursthorn.

Autor: jb