TuS Bonndorf stark verbessert

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Di, 28. August 2018

Bezirksliga Schwarzwald

So etwas hat Gündelwangens Trainer Sevimli "noch nie erlebt".

FUSSBALL. Trainer Björn Schlageter wollte von allem mehr: spielerisch mehr, läuferisch mehr, kämpferisch mehr als bei der Bezirksliga-Auftaktniederlage seiner Bonndorfer Mannschaft gegen die DJK Donaueschingen II. Im Heimspiel gegen die DJK Villingen wollte er eine Reaktion sehen – und sie kam. 70 Minuten lang zeigte der TuS Bonndorf eine erfrischend offensive Leistung gegen den Landesliga-Absteiger. "Das war eine deutliche Steigerung", sagt Schlageter, "mit den ersten 70 Minuten bin ich sehr zufrieden". Die Bonndorfer Spieler waren eng und aggressiv am Mann, spielten agil und dominant und setzten die Vorgaben des Trainers eins-zu-eins um. Die Heimelf lag nach 70 Minuten mit 4:0 in Führung, das Ding ist gelaufen, dachten sicherlich auch die TuS-Spieler – doch es kam anders, denn "Bruder Leichtfuß" (Schlageter) schlich sich in die Aktionen der Bonndorfer ein. Im Gefühl des sicheren Sieges nimmt man etwas Druck weg, die letzte Entschlossenheit fehlt – und schon rächt sich das. Der TuS spielte einen riskanten Querpass 20 Meter vor dem eigenen Tor, ein mittelschweres Fußballvergehen, das die DJK zum 1:4 nutzte. Als es wenig später 2:4 stand, wurde es einigen im Waldstadion mulmig. Auch TuS-Trainer Schlageter fühlte sich auf einmal anders: "Wir haben den Gegner wieder stark und das Spiel unnötig spannend gemacht." Doch der TuS Bonndorf bekam die Kurve, erhöhte auf 5:2 und später auf 6:3. "Die Mannschaft konnte noch zusetzen und hat zwei Tore gemacht", das freut den Trainer. Mit den drei Gegentoren ist Schlageter aber nicht einverstanden, da eine stabile Defensive für ihn das Fundament für Erfolg ist: "Das müssen wir wieder hinkriegen, drei Gegentore sind zu viel." Doch das Positive überwiegt in seiner Analyse: "Die Mannschaft hat 70 Minuten lang ein richtig gutes Spiel gemacht. Spielerisch und läuferisch war das ein Schritt nach vorne."

Nach dem zweiten hohen Sieg im zweiten Saisonspiel in der Kreisliga A 2 steht der SV Gündelwangen an der Tabellenspitze. Das Kuriose am jüngsten 4:1-Auswärtssieg beim SV Aasen ist, dass er zustandekam, obwohl Gündelwangen das Spiel zu neunt beendete. Spielertrainer Yakup Sevimli und Torschütze Cezar Duduta wurden kurz nacheinander vom Schiedsrichter mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. "Ich spiele seit 20 Jahren Fußball, aber sowas habe ich noch nie erlebt", sagt Spielertrainer Sevimli. Nach einem Foul an ihm, hatte er beide Hände in die Luft gestreckt. Eine Geste, die in jedem Spiel des Öfteren vorkommt. Der Schiedsrichter zeigte ihm daraufhin wegen Gestikulierens die Gelbe Karte. Als Sevimli sagte, "bitte, das Spiel leiten", zückte der Spielleiter Gelb-Rot. "Man konnte überhaupt nicht mit ihm reden", sagt der Spielertrainer des SV Gündelwangen. Kurze Zeit später sollte Cezar Duduta ausgewechselt werden. Weil er sich zu langsam Richtung Seitenlinie bewegte, zeigte der Schiedsrichter dem Gündelwangener Topstürmer ebenfalls Gelb-Rot. "Die Stimmung wurde massiv von außen hochgepusht", findet Sevimli, der Schiedsrichter ließ sich davon beeinflussen. Weil Jens Schübel in Urlaub fährt, Sarja Nabaan weiter verletzt ist und Sevimli sowie Duduta gesperrt sind, werden dem SV Gündelwangen im Derby gegen den TuS Bonndorf II am kommenden Wochenende vier Stammspieler fehlen.

Sevimli zum Platz in Aasen: "Wahnsinns-Bundesligarasen"

Aufsteiger Aasen war in der ersten Halbzeit spielbestimmend. Auf einem "Wahnsinns-Bundesligarasen" (Sevimli) agierte die Heimelf in der ersten Halbzeit "einen Tick aggressiver" als der SV Gündelwangen. Dennoch gingen die Gäste mit einer 2:1-Führung in die Pause, "weil wir die Konter gut gefahren haben", so der Trainer. In der zweiten Halbzeit hatte das Team von Sevimli alles im Griff, der 4:1-Auswärtssieg geriet nicht mehr in Gefahr. Der Dorfverein erfreut sich nun am Tabellenbild: Der SV Gündelwangen führt das 15er-Feld an und denkt, ach, wäre die Saison doch nur schon vorbei.