"Das Verhalten ist absolut daneben"

Michael Neubert

Von Michael Neubert

Mo, 16. Juli 2018

Jugendfußball

Trainer der Jüngsten ernten bei Fußball-Bezirksjugendtag Kritik / Zehn Prozent Minus bei Urteilen.

FUSSBALL (neub). Es war wie meist: Licht und Schatten wechselten in der jüngsten Saison im Juniorenfußball – soviel kam beim Bezirksjugendtag in Rheinfelden zum Ausdruck. Jugendwart Harald Fengler (Albbruck) und seine Mitstreiter im Jugendausschuss zogen im Bürgersaal Bilanz – mit Lob und mahnenden Worten.

Die sportlichen Erfolge und ein gutes Teamwork standen auf der einen, immer noch zu viele Strafen auf der anderen Seite. "Wir haben in der abgelaufenen Saison sehr gute Leistungen der Jugendmannschaften gesehen", lobte Fengler. Herausragend war der Aufstieg der A-Junioren des FV Lörrach-Brombach in die Oberliga, die U19 der SG RW Weilheim holte den Landesligatitel und kehrt in die Verbandsliga zurück. Fengler: "Auch der zweite Platz der SG Steina-Schlüchttal war herausragend." Die SG verzichtete auf die Aufstiegsspiele. Die B-Mädchen des ESV Waldshut schafften den Ligaverbleib in der Oberliga, geben ihren Platz aber frei und spielen in der neu geschaffenen Landesliga Südbaden.

Zu den Höhepunkten zählten die Bezirkspokalendspiele der A- bis D-Junioren sowie B- und C-Juniorinnen in Bad Säckingen. Neu war: Alle sechs Endspiele wurden an einem Spielort ausgetragen. "Das werden wir beibehalten", sagte Fengler. Gleiches gelte für das bewährte Norwegermodell mit unterschiedlichen Mannschaftsstärken in einer Staffel in den untersten Spielklassen.

Spannend wurde es, wie gewohnt, als Strafsachenbearbeiter Werner Bolte (Lörrach) an das Rednerpult trat. Der leichte Rückgang an Strafsachen konnte seine Gesichtszüge nicht ganz erhellen. Er kritisierte erneut indiskutable Vorfälle. "Das Verhalten, gerade von Trainern bei F- und E-Junioren ist manchmal absolut daneben", betonte er. Fußball sei hier kein Leistungssport, es solle Spaß vermittelt werden. Dabei würden Beleidigungen offen vor den Kindern kommuniziert.

Positiv: Bolte sprach zehn Prozent weniger Urteile – 630 gegenüber 684 – aus. Damit sei der Hochrhein in Südbaden allerdings immer noch Tabellenführer. Die Zahl der Spielabbrüche stagnierte bei sechs. Als bedenklich befand Bolte, dass zehn Clubs mit 8176 Euro rund 33 Prozent aller Strafen an den Verband bezahlten. Fünf Vereine seien bereits in der Runde davor dabei gewesen. Fengler: "Eine vierstellige Zahl? Da müsst ihr eine Menge Würste und Kuchen verkaufen." 15 Vereine kamen ohne Urteil aus. Nun muss Bolte bereits die ersten Urteile schreiben: an jene sechs Vereine, die dem Bezirksjugendtag ferngeblieben sind.

Fengler wies auch auf Neuerungen hin: Bei Punktgleichheit zähle nun der direkte Vergleich, es gibt kein Entscheidungsspiel – nur, wenn beide Teams je ein Spiel mit gleicher Differenz gewinnen. Bei den Juniorinnen gibt es keine Doppelrunde mehr, dafür von den E-Junioren aufwärts den digitalen Spielerpass.

Ehrungen, DFB-Verdienstnadel: Dirk Schäuble (Ühlingen). Silberne: Verena Bastian (Rümmingen). Verbandsehrennadel: Dirk Hüller (Bad Säckingen), Andreas Kornprobst (Minseln), Armin Schauer (Huttingen). Vereinsmitarbeiter: Johanns Dombrowski (FC Steinen-Höllstein), Heiko Hass (FC Hochrhein), Markus Wienholz (TuS Kleines Wiesental), Nicola Boccardo, Marcello Carbone (beide FSV Rheinfelden). Statistik, Spielverzichte: 69 (2016/17: 79); Geldstrafen: 24000 Euro (25000). Rückzüge: minus 6.