Wer nicht antritt, muss mehr zahlen

Peter Welz

Von Peter Welz

Mo, 09. Juli 2018

Jugendfußball

Satte Steigerung um 57 Prozent bei Spielverzichten und Absagen im Jugendfußball.

FUSSBALL. Sportvereine gehören zu einer intakten sozialen Infrastruktur in unserer Gesellschaft. Mit diesen Worten begrüßte der Ehrenkirchener Bürgermeister Thomas Breig als Hausherr die Teilnehmer des Bezirksjugendtages in der Kirchberghalle im Ortsteil Kirchhofen. Gleichzeitig sind die Sportplätze zum Spiegelbild der Gesellschaft geworden. Dies verdeutlichten die Aussagen des Bezirksvorsitzenden Arno Heger, der die sieben Spielabbrüche im Jugendbereich als bedenkliche Entwicklung ansieht. Da diese Vorkommnisse durch Einflüsse von Trainern und Zuschauern erfolgten, sieht Heger die Vereine in der Verantwortung.

Der Schiedsrichtermangel wirkt sich auf die Spielbesetzungen im Juniorenbereich aus. Vom C-Junioren-Bereich an sind Schiedsrichter im Einsatz. Um weitere Jugendbereiche zu besetzen, müssen die Vereine neue Schiedsrichter finden. Insgesamt 2700 Spiele hatte der Schiedsrichtereinteiler Edmund Wegner zu besetzen. Die 510 Spielverlegungen und 374 Spielabsagen bedeuteten für ihn eine enorme zusätzliche Arbeit. Sportrichter Stephan Zäh hat die Vereine zu Geldstrafen in Höhe von 10840 Euro verurteilt. Geld, das im Jugendbereich auch besser eingesetzt werden könnte. Die satte Steigerung um 57 Prozent bei Spielverzichten und Nichtantreten von Mannschaften haben dazu geführt, dass von der neuen Saison an die Strafen erhöht wurden, um das Bewusstsein der Vereine zu schärfen.

Hassmails für den Spieleinteiler

Spielverzicht wird in der Vorrunde mit 100 Euro bestraft, in der Rückrunde mit 200 Euro. Noch deutlicher wird es bei Nichtantreten: In der Vorrunde kostet es 150 Euro, in der Rückrunde 300 Euro Geldstrafe. Dies löste bei den Vereinen heftige Diskussionen aus, ist aber unter dem Gesichtspunkt "fairer Wettbewerb" bei einigen Vereinsvertretern durchaus angekommen.

Acht Trainer haben zudem Strafen wegen unflätiger Verhaltensweisen erhalten. Hier sind nach Ansicht von Stephan Zäh die Vereine gefordert, Zeichen zu setzen. Von Hassmails berichtete der Einteiler der G- und F-Jugend, Clemens Löffler, der 400 Mannschaften betreut und sich bei der Einteilung der Turnierpläne schon einmal in das Büro im Keller zurückzieht. Die Mails und Beleidigungen auf den Plätzen will er künftig nicht hinnehmen und einer strafrechtlichen Verfolgung zukommen lassen.

Es gab aber auch erfreuliche Aspekte auf dem Bezirksjugendtag. Die Vereine, die für die Futsalsaison die Hallen stellten, nahmen die Überschüsse aus den Turnieren entgegen. Fast alle Anträge, die die Vereine auch für den Verbandsjugendtag am 1. Juni 2019 in Hinterzarten stellten, wurden einstimmig angenommen. Die Staffeleinteilung wurde genehmigt, wobei einige Verschiebungen erfreulicherweise im Einverständnis der Vereine erfolgen konnten. Ob die Appelle von den Vereinen umgesetzt werden, wird sich im kommenden Jahr in Riegel beim nächsten Bezirksjugendtag zeigen.