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07. Dezember 2011
"Eine schallende Ohrfeige für den Verein"
Der SC Kuhbach-Reichenbach will sich nicht mit dem Abzug von elf Punkten abfinden.
FUSSBALL. Ein kleiner Stempel, falsch gesetzt, kann so viel Ärger verursachen. Elf Punkte hat Karsten Rendler, Vorsitzender des Sportgerichts im Fußball-Bezirk Offenburg, dem SC Kuhbach-Reichenbach wegen eines Passvergehens genommen. Der Verein, der sich nun am Ende der Tabellen in der Kreisliga A Staffel Süd findet, ist ausgesprochen verärgert und fühlt sich ungerecht behandelt.
Offenbar war beim Spielerpass von Thorsten Beck, der seit der Jugend beim SC kickt, der Stempel von einem Vereinsvertreter nicht auf das Passfoto direkt, sondern auf die darüberliegende Folie gedrückt worden. Damit ist der Pass eigentlich nicht gültig.
Gerd Schüssele, Vorsitzender Sport beim SC sagt aber: "Der Spieler hat mit diesem Pass seit er aus der Jugend zu den Aktiven gewechselt ist, fünf oder sechs Jahre lang gekickt. Er hat etwa 150 bis 200 Verbandsspiele bestritten. Und immer hatte ein Schiedsrichter diesen Pass in der Hand, ohne etwas zu bemerken. Auch der Strafsachenbearbeiter Berger hatte den Pass schon zwei oder dreimal in der Hand gehabt, ohne etwas zu beanstanden. Erst bei unserem Spiel gegen Kippenheim hat der Schiedsrichter etwas bemerkt, den Pass mitgenommen und gesagt, es müsse ein neuer Pass erstellt werden. Wir haben uns dabei nicht viel gedacht. Und plötzlich kam ein Schreiben, in dem ein Verfahren gegen den SC Kuhbach-Reichenbach angezeigt wurde. Wir haben Einspruch eingelegt, der wurde aber dann abgeschmettert."
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Mit dem Ergebnis, dass der SC, der aus erst der Bezirksliga abgestiegen war, sich nun plötzlich mitten im Abstiegskampf der Kreisliga A Süd findet.
Verständnis gibt es wenig bei Schüssele und Kollegen für dieses strenge und formelle Vorgehen des Bezirks: "Wir haben überall, wo wir hinkommen, gehört, dass die Fußballer anderer Vereine dies nicht nachvollziehen können. Ich habe Reaktionen aus Durbach, aus Seelbach und aus Oberweier bekommen. Alle schütteln den Kopf. Der Verband hat dem SC Kuhbach-Reichenbach die kalte Schulter gezeigt. Es stößt uns auch sauer auf, dass der Bezirk schon vor unserem Einspruch die anderen Vereine über den Punktabzug informiert hat. Dabei war das ein laufendes Verfahren. Das ist ein Unding, wie man mit den Vereinen umgeht. Wir sind sehr sauer auf Karsten Rendler, der sogar von einer bewussten Täuschung durch den SC Kuhbach-Reichenbach geschrieben hat. Wir wollten nicht tricksen, der Fußballer spielt ja schon lange bei uns, er ist ja nicht gewechselt, es gab keine Täuschungsversuch wie in anderen Fällen. Wir hatten nicht einmal die Chance, dass ein Vorstandsmitglied sich persönlich beim Schiedsgericht zu diesem Fall äußert. Das ist eine schallende Ohrfeige für den Verein."
Der SC will sich mit diesem Urteil indes nicht abfinden. Es sei ihm geraten worden, sich in dieser Sache an den Verband zu wenden, erklärte Schüssele. Und er denkt schon einen Schritt weiter: "Wir müssen eine Task-Force der Vereine gründen, um eine Handhabe zu bekommen, sich künftig gegen solche Entscheidungen zu wehren."
Autor: Uwe Schwerer
