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25. Januar 2012
Eine SG, aber keine Fusion
Fußballer aus Kürzell und Meißenheim wollen bei den Aktiven eine Spielgemeinschaft bilden.
FUSSBALL (uws). Der FSV Meißenheim und die Sportfreunde Kürzell arbeiten derzeit auf die Gründung einer Spielgemeinschaft bei den aktiven Fußballern hin. In der Jugend haben die beiden Nachbarvereine ihre Kräfte schon seit mehr als 20 Jahren gebündelt.
Ludwig Rheinberger, Vorsitzender Fußball bei den SF Kürzell, sagt: "Wir reden seit zwei Wochen konkret miteinander." Die Gründung für eine SG liegen für ihn auf der Hand: "Wir bekommen in der nächsten Runde keine eigene zweite Mannschaft zusammen, die Meißenheimer haben sowieso keine mehr. Da wir mit den Meißenheimern schon lange bei der Jugend zusammenarbeiten, ist die Rivalität zwischen den beiden Vereinen nicht mehr so ausgeprägt. Die Jugendlichen kicken zusammen und dann sollen sie bei den Aktiven plötzlich wieder gegeneinander spielen – das macht wenig Sinn."Naturgemäß sind nicht alle Vereinsmitglieder der Sportfreunde von den Plänen begeistert, aber ernsthaften Widerstand erwarten die Verantwortungsträger der Vereine nicht. "Wir bekommen künftig immer mehr personelle Probleme, wenn wir uns nicht zusammentun. Wir hoffen, dass es genauso gut läuft wie in der Jugend. Im Übrigen sind Meißenheim und Kürzell eine Gemeinde." Eine Fusion von FSV und SF ist indes nicht angedacht: "Beide Vereine wollen selbstständig bleiben, zumindest auf absehbare Zeit", sagt Rheinberger.
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Klaus Fischer, Vorsitzender und Jugendleiter des FSV Meißenheim, weist auf einen anderen Aspekt hin, der für die Zusammenarbeit der beiden Nachbarvereine spricht: "Es gibt immer wieder sportlich ambitionierte Spieler, die sagen, dass sie den Verein verlassen, wenn sie hier keine vernünftige Perspektive sehen. Manche haben schon konkrete Angebote vorliegen. Dieser Entwicklung müssen wir einen Riegel vorschieben. Und vielleicht können wir dann auch mal eine Klasse höher spielen. Außerdem bekommen wir in einer SG wieder eine anständige zweite Mannschaft zusammen." Vor der Saison hatte der FSV 20 Spieler zur Verfügung, man hoffte auf weitere Zugänge. Als die nicht kamen, mussten die Meißenheimer die Reserve zurückziehen. Im Vorstand des FSV gibt es keinen Widerspruch zu einer Spielgemeinschaft, auch von der Vereinsbasis hört Fischer derzeit nur positive Stimmen.
Um die Pläne abzusichern, haben die Fußballfunktionäre aus Kürzell und Meißenheim schon mal beim Bezirk Offenburg vorgefühlt. Der Bezirksvorsitzende Manfred Müller habe signalisiert, dass er einer SG Kürzell/Meißenheim nicht ablehnend gegenüberstehe, erklärte Rheinberger. In Paragraph 42 a der Spielordnung des Südbadischen Fußballverbandes steht hierzu: "Die Bildung von Spielgemeinschaften im Herrenbereich ist grundsätzlich nicht zulässig. Zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes, insbesondere bei Spielermangel, können bis zur 6. Amateurspielklasse (Kreisliga A) Spielgemeinschaften von zwei Vereinen zugelassen werden. Näheres ergibt sich aus den vom Verbandsvorstand erlassenen Ausführungsbestimmungen."
In der aktuellen Runde liegen die Kürzeller Kicker auf Platz vier in der Kreisliga B, Staffel 4, die Kollegen aus Meißenheim auf Rang zehn.
Autor: uws


