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26. September 2011

"Es ist Fünf vor Zwölf"

BZ-Interview zum Spieltag mit Trainer Achim Fischer (FV Dinglingen).

  1. Achim Fischer Foto: Daniel Weber

FUSSBALL Kreisliga A, Süd. Gerade hatte der SC Kuhbach/Reichenbach gegen den FV Dinglingen in der Nachspielzeit das 2:0 erzielt, da pfiff der Schiedsrichter die Begegnung ab. Mit leerem Blick und verschränkten Armen stand Dinglingens Trainer Achim Fischer währenddessen in an der Seitenlinie in Höhe des eigenen Strafraums. Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. BZ-Mitarbeiter Daniel Weber sprach den Trainer des Tabellenletzten dennoch an.

BZ: Es gab sicherlich schon bessere Momente für ein Interview.

Fischer: Ja, ich bin maßlos enttäuscht und weiß eigentlich gar nicht, was ich zu dem sagen soll, was ich gerade gesehen habe.

BZ: Probieren Sie es dennoch einmal.

Fischer: In der ersten Halbzeit war unsere Leistung noch in Ordnung. Aber danach.. Wir kommen aus der Kabine, es gibt direkt einen Eckball, da geht ein Kopfballduell verloren und dann steht da vor der Linie ein Gegenspieler mutterseelenallein und braucht den Ball nur noch reinmachen. Dann haben wir so eine schlechte Leistung gezeigt, das habe ich noch nie gesehen. Da hat alles gefehlt. Bei jedem einzelnen. Es wurde genau das Gegenteil gemacht, von dem was ich gefordert habe.

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BZ: Was wollten Sie von ihren Spielern sehen?

Fischer: Flachpässe, ein schnelles Spiel am Boden. Keine blind nach vorne geschlagenen Bälle. Wir haben technisch versierte Spieler dabei, das zeigen sie im Training beim Drei gegen Drei oder Fünf gegen Fünf. Da läuft der Ball, da wird Fußball gespielt. Aber am Wochenende...

BZ: Nach dieser Niederlage stehen Sie mit einem Sieg gegenüber sechs Niederlagen auf dem letzten Platz.

Fischer: Bis heute haben wir aber unsere Spiele vor allem unglücklich verloren. Aber heute hat man ganz klar gesehen, wo es überall hapert.

BZ: Woran?

Fischer: Die Mannschaft hat null Ahnung von Taktik und sie ist auch in einer konditionell schlechten Verfassung. Es ist schwierig für mich, das im Training zu ändern, weil sie noch aus der letzten Saison gewohnt ist, dass mehr Fußballtennis gespielt als trainiert wird. Ich habe noch nie eine so schlecht trainierte Mannschaft übernommen. Das muss ich einfach so sagen, wie es ist. Dazu kommt, dass jeder zuerst einmal selbst gut aussehen will. So spielt keine Mannschaft.

BZ: Das sind deutliche Worte.

Fischer: Ja, aber sie müssen gesagt ausgesprochen werden. Es ist Fünf vor Zwölf und das müssen jetzt alle begreifen. Ich werde den Spielern jetzt nicht den Kopf abreißen, aber es kann unmöglich so weitergehen.

Autor: bz