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22. November 2011

Auf der Suche nach der Perfektion am Ball

Hinterzartener sprühen vor Spielfreude / Bonndorfer glänzen eine Halbzeit / Grafenhausener machen aus fünf Chancen vier Tore.

  1. Effizient: Der Löffinger Joel Grieshaber erkämpfte mit seiner Elf einen mühsamen 1:0-Erfolg beim Tabellenletzten. Foto: reinhardt

FUSSBALL (jb). Beharrlichkeit zahlt sich aus. In den ersten fünf Saisonspielen waren die Hinterzartener Fußballer nicht wirklich konkurrenzfähig: "Da sind wir auf dem Zahnfleisch dahergekommen", erinnert sich HSV-Trainer Torsten Willmann, der wegen Urlaub, Verletzungen und Krankheit auf zahlreiche Leistungsträger verzichten musste. Die Lage war prekär, das Team aus der Springerhochburg fand sich im Tabellenkeller der Bezirksliga wieder. Übelmeinende sahen in der Elf schon einen Abstiegskandidaten. Doch Willmann ließ sich nicht beirren und wurde nicht müde, sich vor seine Mannschaft zu stellen. Den Kritikern beschied er: "Wir kommen da unten raus."

Recht behalten hat er. Und wie. Zuerst unbeobachtet, dann mit kleinen Schritten gelang die Wende. In den vergangenen acht Tagen waren die Hinterzartener die erfolgreichste Mannschaft der Bezirksliga und holten mit 13:2-Toren neun Punkten aus drei Spielen: 5:0 hieß es gegen Bad Dürrheim II, 5:1 am Donnerstagabend gegen Tennenbronn und 3:1 am Sonntag in Hüfingen. Dass der HSV beim Flutlicht-Duell gegen Tennenbronn gleich fünf Ausrufezeichen setzte, war nicht zu erwarten – schließlich war die Elf des FVT als ungeschlagener Tabellenführer angereist. "In einem richtig guten Bezirksliga-Spiel hatten wir das Glück auf unserer Seite und Tennenbronn nicht", erinnert sich Willmann. "Für die Zuschauer war das ein tolles Spiel, das wir ein bisschen zu hoch gewonnen haben."

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Ungleich schwerer fiel den Hinterzartenern am Sonntag der 3:1-Erfolg in Hüfingen. Auf dem tiefen, holprigen Rasenplatz erwartete die HSV-Kicker, die auf Harry Lickert und Manuel Lickert, der sich beim Warmmachen zerrte sowie Benjamin Fehrenbach verzichten mussten, ein hartes Stück Arbeit. Dennoch gelang ein verdienter Erfolg, "weil alle bereit waren, ihre Leistung abzurufen", so Willmann. "Jetzt freuen wir uns auf 90 Minuten Endspurt in die Winterpause."

Mit Hochschwarzwälder Fußballern hatten die Tennenbronner am Sonntag ein weiteres Mal Probleme. In der ersten Halbzeit wurde die Schandelmaier-Elf beim TuS Bonndorf phasenweise vorgeführt. "Das war mit Abstand die beste Leistung, die wir in dieser Saison gezeigt haben", erinnert sich TuS-Trainer Wolfgang Kalinasch an den ersten Durchgang, "das war fast perfekt". In der 15. Minute hatte Lukas Bernhart den TuS in Führung gebracht, eine weitere Viertelstunde später gelang ihm auch das 2:0. Der TuS schien auf dem Weg zum Sieg. Doch dann passierte das, was Kalinasch einen dummen Fehler nennt. "Wir waren einen Moment nicht hundertprozentig bei der Sache und schon hieß es 1:2." Nach dem Seitenwechsel drängten die Tennenbronner auf den Ausgleich. "Mit elf Mann hätten wir gewonnen", erinnert sich Kalinasch, doch den Schlusspfiff erlebten nur zehn Bonndorfer, weil der Schiedsrichter nicht mitspielte. In der 65. Minute war der vom Abwehrrecken zum Torhüter umfunktionierte Kay Schlageter aus seinem Kasten geeilt und beim Abwehrversuch mit einem FVT-Stürmer zusammengeprallt. Der Unparteiische zückte die Rote Karte. "Der hat das als Foul des letzten Manns ausgelegt", so Kalinasch. Kurz daruf fasste sich Timo Plum ein Herz und donnerte den Ball gegen den Pfosten des FVT-Tores. Mit zehn Mann verteidigten die Bonndorfer wacker – waren aber in der 80. Minute machtlos. Nach einer Ecke musste sich der ins Tor beorderte Schlussmann der TuS-Reserve, Ingo Bauer, bei einem Hilser-Schuss geschlagen geben. "Wir haben gesehen, dass wir mit der Bezirksliga-Spitze mithalten können", so Kalinasch, "deshalb kann ich nach 90 Minuten mit dem 2:2 leben".

Fast perfekt war auch das, was die Fußballer des SV Grafenhausen in der Kreisliga A beim 5:1-Erfolg in Geisingen boten. "Wir haben aus fünf Chancen in der ersten Halbzeit vier Tore gemacht", erinnert sich SVG-Trainer Markus Blatter, "das war nahe am Optimum". Seine Mannschaft habe den Gegner zu keiner Zeit ins Spiel kommen lassen. "Wir waren aggressiv und kompromisslos", erinnert sich der Trainer. Sechster sind die Grafenhausener zur Zeit, doch sie könnten durchaus auf Rang vier stehen, wenn sie in der Vorrunde nicht drei Punkte verschenkt hätten. "Das 1:2 in Bonndorf tut mir noch immer richtig weh", gesteht Blatter. Am Wochenende soll der Schmerz gelindert werden. Mit einem Sieg im Rückspiel gegen die TuS-Reserve.

Autor: jb