Nur nicht abheben nach den Siegen

Annemarie Zwick und Jürgen Ruoff.

Von Annemarie Zwick & Jürgen Ruoff.

Di, 21. August 2018

Bezirksliga Schwarzwald

Bezirksligist SV Hölzlebruck sowie die A-Kreisligisten SV Eisenbach und SV Gündelwangen starten überzeugend in die neue Runde.

FUSSBALL. Das lässt sich gut an mit der neuen Liäson: Trainer Tobias Urban und Bezirksligist SV Hölzlebruck. 4:2-Auswärtssieg beim Landesliga-Absteiger DJK Villingen. "Wir heben deshalb nicht ab, aber es ist wichtig, dass wir gut gestartet sind, weil wir es jetzt mit Gutmadingen und Hochemmingen zu tun bekommen, das sind schon zwei richtige Kaliber", sagt der Spielausschussvorsitzende Matthias Rogg. Trainer Tobias Urban hat sich für eine Woche in den Urlaub verabschiedet.

Es war laut Rogg die couragierte Leistung, die Trainer Urban vor dem Spiel gefordert hatte. Die Hölzlebrucker steckten die DJK-Führung gut weg und schlugen mit zwei Toren zurück. "Die 2:1-Pausenführung war verdient", sagt Rogg, "vor und nach der Pause spielte die Mannschaft etwas schläfrig" und fing sich prompt den Ausgleich ein. "Mit einem Doppelschlag von Peter Beha und Ali Winter haben wir dem Gegner dann aber den Zahn gezogen", zudem traf Kevin Raißer noch zweimal den Pfosten. Beim Stand von 2:2 habe Christoph Straub einige Chancen der Villinger entschärft und einen Rückstand verhindert. In Abwesenheit von Trainer Urban wird Co-Trainer Ignazio Curia diese Woche das Training bei den Gelb-Schwarzen leiten.

Co-Trainer Tobias Modrzejweski hat es angedeutet: Mit dem SV Eisenbach könnte zu rechnen sein, "wenn die Mannschaft sich weiterentwickelt und zusammenbleibt". Mit dem klaren 5:1-Heimsieg gegen den Aufsteiger TuS Bonndorf II hat die Mannschaft eine erste Duftmarke gesetzt. Trainer Mario Heinrich, der aus dem Urlaub zurück ist, macht dem Trainerteam, das in seiner Abwesenheit die Übungseinheiten leitete, ein großes Kompliment: "Sie haben das auf den Punkt hingebracht. Alle Spieler waren bis in die Haarspitzen motiviert." Zum Trainerteam gehört mittlerweile auch der einstige Torjäger Yannick Raufer.

Heinrich spricht von einem "ordentlichen Saisoneinstand", zumal sich Marco Rohrer und Niklas Sühling noch im Urlaub befinden und ebenfalls bald wieder zur Verfügung stehen. Mit den verletzten Marius Pfeiffer und Fabian Meister, beide haben Knieprobleme, rechnet der Trainer kurzfristig nicht.

Das Spiel war eine klare Sache. "Bonndorf hatte keine Torchance", sagt Heinrich, "der Aufsteiger hat Lehrgeld bezahlt so wie wir in der vergangenen Saison". Mit einem Super-Freistoß kurz vor der Halbzeitpause zum 2:0 hat Erik Sühling die Weichen Richtung Sieg gestellt. Beeindruckt ist Heinrich vor allem vom Teamgeist: "Das ist eine geschlossene Mannschaft, einer steht für den anderen ein. Auch die A-Junioren sind voll integriert." Jannik Blum, der vom FC Neustadt II kam, hat als Außenverteidiger sein erstes Spiel für den SV Eisenbach bestritten. "Etwas Grundnervosität war bei ihm zu spüren, aber er hat seine Aufgabe gut gemacht", findet Heinrich.

Mit diesem Auftakt nach Maß hatte der neue Spielertrainer nicht gerechnet: Der 6:1-Auswärtssieg beim TuS Oberbaldingen machte den SV Gündelwangen zum ersten Tabellenführer der Kreisliga A 2 in der neuen Saison. Ein "guter Auftritt", lobt dann auch Jakup Sevimli. Seine Mannschaft sei dem Gegner "klar überlegen" gewesen – und das in allen Belangen. Gleichwohl meint der SV-Trainer, dass der Sieg um zwei Tore zu hoch ausgefallen ist. Wenn sechs von zehn Schüssen aufs Tor drin sind, sei das schon eine sehr gute Quote.

Dabei fehlten den Gündelwangern zum Auftakt gleich zehn Spieler. Doch jene, die da waren, habe er "heiß gemacht" auf das Spiel. Den Schlüssel zum Erfolg sieht Sevimli darin, "dass jeder für den anderen gekämpft hat". Gleich fünf Torschützen sorgten für das halbe Dutzend Treffer und setzten damit eindrucksvoll um, was ihrem mitspielenden Trainer vorschwebt: Nachdem Thomas Fischer nun für den Landesligisten FC Neustadt auf Torejagd geht, sei jeder Feldspieler gefordert, im Bemühen um die notwendigen Treffer seinen Anteil zu leisten. Das gelang beim TuS Oberbaldingen der Hälfte der SV-Feldspieler aus der Anfangsformation. Unter ihnen waren neben Sevimli zwei weitere Neuzugänge: Timo Güdi und Sarja Nabaan, die beide vom TuS Bonndorf nach Gündelwangen gewechselt waren. Die Verständigung auf dem Platz klappte ebenso gut wie im Training geübt, sagt der neue Spielertrainer zufrieden. "Viel reden, viel coachen" sei seine Devise. Außer ihm coache auch Kapitän Manuel Fischer, der in Oberbaldingen neben seinem neuen Trainer als Doppelsechs agierte. Das Amt des Spielertrainers ist für Sevimli neu und "halt anders, aber kein Problem". Cezar Duduta gelangen mit der frühen Führung und dem letzten Treffer der Partie "wunderschöne Tore", so Sevimli, der zweite Stürmer Nabaan war kurz zuvor zum 5:1 erfolgreich.

Für die Entscheidung hatte gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit Sevimli mit dem 3:0 gesorgt, auch wenn die Oberbaldinger "schon noch angekämpft" hätten. Viel mehr als der einzige Gegentreffer nach einer "Unachtsamkeit" der Gündelwanger schmerzt den Spitzenreiter, dass Fischer und Duduta voraussichtlich zwei Wochen verletzt ausfallen werden. Ein TuS-Spieler war beiden auf den Knöchel getreten. Im Bezirkspokal in Wolterdingen am Mittwoch soll "ein Mix aus erster und zweiter Mannschaft" spielen, weil immer noch etliche Urlauber fehlen.