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11. April 2011
Vage Anzeichen mannschaftlicher Geschlossenheit
Der FV Lörrach kassiert in der Fußball-Landesliga eine weitere Niederlage, hat sich beim 1:4 gegen den SC Wyhl aber im Griff.
FUSSBALL. Vielleicht ist das ein gutes Zeichen. Dass Willy Schmid wieder redet. Der Fußballtrainer aus der Schweiz hatte sogar eine interessante Antwort parat auf die Frage, warum er sich den Job beim Landesligisten FV Lörrach noch antut: "Weil es in der Truppe noch Leute gibt, zu denen ich stehe." Sollte in der Mannschaft vielleicht mehr Leben stecken, als es Außenstehende nach neun Spielen ohne Sieg vermuten? Die 1:4 (0:2)-Niederlage am Sonntag vor nicht mal hundert Zuschauern auf einem ungemähten Rasen im Grüttpark-Stadion gegen den SC Wyhl spricht auf den ersten Blick eher für die These eines zerrütteten Betriebsklimas.
Doch in der Endphase eines Spiels, das mit dem Treffer zum 0:3 durch den besten Gästeangreifer Stefan Mamier (63.) entschieden schien und dem Tolga Polat mit seinem unvermuteten Sololauf zum 1:3 (69.) nur kurzzeitig wieder Spannung einflößte, waren doch Anzeichen von mannschaftlicher Geschlossenheit erkennbar. So ließen sich die Lörracher im Angesicht der unabwendbaren Niederlage nicht gehen (was gemessen an den Disziplinlosigkeiten der vergangenen Wochen tatsächlich eine positive Nachricht ist). Sie liefen sich barfuß gemeinsam aus und bauten das Torgestänge gemeinsam ab (im Verein gibt’s sonst niemanden für Auf- und Abbaudienste).
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Mehr gute Nachrichten lassen sich aus der Heimniederlage für die Gastgeber, die nun auf den drittletzten Tabellenplatz abgerutscht sind, allerdings nicht saugen. Entschieden wurde das bis dahin ausgeglichene Spiel kurz vor der Pause: Sergej Triller rempelte den auf das FVL-Tor zustrebenden Mamier um, der elsässische Schiedsrichter Nicolas Tournegros wertete das Foul als Notbremse und zeigte Triller die Rote Karte. Den anschließenden Freistoß zirkelte Frederik Leber zur 2:0-Führung der Wyhler in den Torgiebel (45.). "Wir wollten Standards vermeiden und schlagen uns durch zwei unnötige Fouls selber", sagte Schmid. Bereits das 0:1 durch einen Kopfball von Christian Schmidt (34.) entsprang einem Freistoß von Leber.
Stanislaw Winter, dessen lädiertes Sprunggelenk durch einen massiven Tapeverband gestützt wurde, traf statt zum 1:2-Anschluss nur den Pfosten (49.). "Die Mannschaft hat den Appell verstanden", sagte Schmid, dem in Gerbershagen, Weis, Weber und Rexhepi eine komplette Abwehr ausfiel. Laurant Shehu traf für Wyhl nach einem Konter noch zum 4:1 (81.).
Autor: Matthias Kaufhold
