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08. November 2011
Extrem ins Spiel eingegriffen
Der Schiedsrichter spielt eine nicht unwesentliche Rolle bei der 1:4-Heimpleite des FC Neustadt.
FUSSBALL-LANDESLIGA. Es war eine Niederlage, die Trainer Heiko Geng "richtig weh" tat. 1:4 hatte der FC Neustadt gegen den SC Pfullendorf II verloren, das hört sich klar an – war es aber nicht. "Es war ein Spiel auf Augenhöhe, wir waren nahe dran", sagt Geng. Umso bitterer empfand er den deutlichen Spielausgang, der dem Geschehen in den 90 Minuten nicht gerecht wird. Lob kommt auch vom Gegner: "Das war heute ein guter Auftritt gegen eine starke Neustädter Mannschaft", sagte Pfullendorfs Trainer Patrick Hagg nach dem Erfolg im Jahnstadion.
Der SC Pfullendorf II hatte sich in den 13 Saisonspielen zuvor nicht gerade den Ruf einer auswärtsstarken Mannschaft erworben. Die Bilanz auf fremdem Terrain war negativ. Beim Auftritt in Neustadt überzeugte das Farm-Team des Regionalligisten jedoch. Für Geng war es "die technisch stärkste Mannschaft, die bisher hier gespielt hat". Mit dabei hatten die Gäste mehrere Vertragsamateure, die auch im Regionalliga-Team eingesetzt werden können. Allen voran Christian Jeske. "Für Landesliga ist das schon ein außergewöhnlicher Spieler. Es macht Spaß, ihm zuzuschauen", sagt Geng.Werbung
Die Blauen hatten furios begonnen und waren in der Anfangsphase das dominierende Team. "Da hätte eigentlich die Führung rausspringen müssen", sagt der Neustädter Coach. Josip Katava hatte die Chance dazu, sein Schuss aus kurzer Distanz lenkte der Torhüter aber ab. Stattdessen gingen Pfullendorf in Führung. Durch einen Kopfball nach einer Standardsituation. Dominic D’Antino schaffte wenige Minuten später das Kunststück, einen Eckball direkt zum 1:1 zu verwandeln. Dann kam die Phase, in der der Schiedsrichter mit seinen Entscheidungen laut Geng "extrem ins Spiel eingegriffen hat". Kurz vor der Halbzeitpause wurde Johannes Ketterer im Strafraum der Ball aus kürzester Entfernung an den angelegten Arm geschossen (Geng: Was willst du da machen?) und der Referee zeigte zum Erstaunen aller Spieler, auch der Pfullendorfer, auf den Elfmeterpunkt. Jeske verwandelte zum 2:1.
Nach der Pause rückte Peter Schubnell auf die Sechserposition, damit Dominic D’Antino offensiver agieren konnte. "Wir waren am Dürcker", sagt Geng, seine Elf drängte auf den Ausgleich – und wurde ausgebremst. Christoph Bruhn grätschte bei einem Zweikampf den Ball weg, abermals erstaunte der Schiedsrichter alle und gab Freistoß an der Strafraumgrenze. Der saß zum 1:3. "Wir wurden da extrem benachteiligt. Das dritte Gegentor war der Genickbruch", sagt Geng, der seiner Mannschaft aber keinen Vorwurf macht. "Einstellung und Moral haben gestimmt. Der Gegner war an diesem Tag cleverer und abgezockter."
Autor: Jürgen Ruoff
