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13. Januar 2012
Glücksgriff in Neustadt
Der bisherige Co-Trainer Andreas Ackermann soll den Landesligisten vorerst bis Saisonende führen.
FUSSBALL-LANDESLIGA. Jovial, geradlinig, zupackend, eisenhart am Ball – so kennen die Fußballer der Region ein Urgestein ihrer Sportart. Auch mit 41 Jahren dreht sich für den gelernten Maurer Andreas Ackermann neben seiner kraftraubenden Arbeit fast alles um den Ball. Beim Landesligisten FC Neustadt ist der robuste Rackerer, den seine Freunde "Acki" nennen, eine feste Größe mit fundamentaler Erdung. Vor zwei Jahren hat er offiziell seinen Abschied von der Ballarbeit auf dem Platz genommen – um immer wieder, weil Not am Mann war, rückfällig zu werden und sich wahlweise als Torwart oder Torjäger in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Jetzt soll Ackermann den FCN als Cheftrainer (die BZ berichtete) vorerst bis zur Sommerpause führen.
Ackermann liebt klare, schnörkellose Sätze. Er weiß, dass er nach dem überraschenden Rücktritt des bisherigen Übungsleiters Heiko Geng, der kurz vor Weihnachten seinen Abschied bekannt gegeben hatte, zuerst als Nothelfer gesehen wird und womöglich im Sommer einem Nachfolger Platz machen muss. Ob er sich auf seinen neuen Job freut? "Die Gefühlslage schwankt zwischen Glückwunsch und Beileid", sagt Ackermann mit trockener Selbstironie.Bestens verankert war er bisher in der Mannschaft, als Vorbild, Kumpel und nimmermüder Motivator. "Acki" war Gleicher unter Gleicher, trotz seiner als "Co" erweiterten Kompetenz.Werbung
Für Neustadts Vereinschef Arnold Löffler war Ackermann schon in den ersten Stunden nach Gengs Abschied erste Wahl auf der Suche nach einem Nachfolger. Als Glücksgriff versteht der FCN-Vorsitzende die Verpflichtung. Doch Ackermann erbat sich reichlich Bedenkzeit – nicht zuletzt, weil er auch nach dem Abschied loyal zu seinem Ex-Chef hielt. Heiko Geng im Hoppla-Hopp-Verfahren zu ersetzen, sei ihm nie in den Sinn gekommen. "Der Heiko hat ausgezeichnete Arbeit geleistet", so Ackermann, "als Co-Trainer habe ich viel bei ihm gelernt".
Während Geng auf rund zehn Jahre als Dirigent verschiedener Ensembles zurückblicken kann, versteht sich Ackermann noch als Greenhorn. Ein Anfänger ist der 41-jährige Familienvater gleichwohl nicht. Die Fußball-Landesliga kennt er so gut wie sein Wohnzimmer. Doch allein will er die Verantwortung als neuer Trainer nicht stemmen. Ackermann wünscht sich einen "Co", der die Rolle ausfüllen soll, die bislang er innehatte. Sondierungsgespräche hat er schon geführt. Das Anforderungsprofil erfüllen wohl nur Leute mit blauem Blut. "Am liebsten wär’ mir einer, der beim FC Neustadt alles kennt", so Ackermann, "dann muss ich nicht erst alles erklären". Am Montag, 13. Februar wird Ackermann im Jahnstadion zum ersten Training des Jahres bitten. Bis dahin will er einen Co-Trainer gefunden haben.
Autor: Johannes Bachmann
