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19. Dezember 2011

Heiko Geng geht zum Jahresende

Neustadts Trainer zollt beruflicher Belastung Tribut.

  1. Zur Bescherung ein Abschied: Trainer Heiko Geng verlässt den FC Neustadt. Foto: bachmann

FUSSBALL-LANDESLIGA. Die Blauen haben am Wochenende zurückgeblickt. Stimmungsvoll, so wird aus gut unterrichteten Kreisen berichtet, war die Weihnachtsfeier des FC Neustadt, der im 100. Jahr seines Bestehens nach wie vor die fußballerische Nummer eins im Hochschwarzwald ist. Nachwuchsarbeit wird beim FCN groß geschrieben und die Landesliga-Elf aus der Wälderstadt zählte Anfang September zu den Titelfavoriten, ehe das Team mit einer Niederlagenserie im November ins Niemandsland der Tabelle absackte. Trainer Heiko Geng trug die Talfahrt mit Fassung – sprach aber von Stolpersteinen, die seine Arbeit behinderten. Jetzt ist er, mit Wirkung zum 31. Dezember, von seinem Amt zurückgetreten.

Heiko Geng, der im kommenden Jahr 41 Jahre alt wird, erklärt seinen überraschenden Abschied (den er freilich vereinsintern schon Anfang November vorsichtig angedeutet hatte), mit der beruflichen Herausforderung, der künftig seine ganze Kraft gelte. Seit Schuljahresbeginn ist der Pädagoge Rektor der Grundschule Rötenbach. Vielleicht habe er die zusätzliche Belastung unterschätzt, so Geng, der mit einer ehemaligen Schiedsrichterin verheiratet ist und zwei kleine Kinder hat. Beruf, Familie und die Trainingsarbeit gewissenhaft zu kombinieren, sei zuletzt schwierig geworden. Doch Geng ist keiner, der sich mit Halbheiten abfindet.

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So sagt er dem Fußball Adieu ("da bin ich jetzt konsequent") – zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren. Seit er als C-Jugendlicher mit dem Kicken anfing, hat sich bei ihm als Spieler und Trainer viel Freizeit seines Lebens um den Ball gedreht. "Jetzt genieße ich es auch mal, ohne Fußball zu sein", so Geng. "Im kommenden Jahr werde ich sicher kein Traineramt antreten." Die Frage, ob ihm der Abschied vom FC Neustadt schwer gefallen sei, lässt Geng unbeantwortet. Und dann gesteht er doch ein, dass er sich im Vereinsumfeld ein bisschen verlassen gefühlt hat, seit der Mann, ohne den der FC Neustadt nicht vorstellbar ist, nach langen Jahren als Spielausschussvorsitzender und wiederholtem Rücktritt vom Rücktritt nun doch seinen Abschied genommen hat. "Ohne Alfons Janisch ist es brutal schwierig", so Geng. "Der Alfons ist beim FC Neustadt nicht zu ersetzen."

Geng mag sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, wer nun sein Nachfolger wird. "Das hab’ ich nicht zu entscheiden. Vielleicht macht’s ja der Acki." Auf den Co-Trainer "Acki" Andreas Ackermann, noch so ein Urgestein vom Kaliber eines Alfons J., haben sie in Neustadt schon oft gebaut, wenn Not am Mann war.

Autor: Johannes Bachmann