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02. Dezember 2011
Nervöse Fieberkurven
Vier Schwarzwälder Teams in Nöten /Galasso tritt zurück.
FUSSBALL-LANDESLIGA. Die Übermacht der Bodenseeklubs in der Fußball-Landesliga war in den vergangenen Monaten augenfällig. Weder der FC Neustadt (die BZ berichtete am Dienstag) noch die DJK Donaueschingen, die zwischenzeitlich immerhin auf Rang zwei notiert war, konnten die Anfangserfolge bestätigen und überwintern auf Mittelfeldplätzen im Niemandsland der Tabelle. Kurz vor dem letzten Schlusspfiff des Jahres konnte sich der FC Furtwangen aus dem Tabellenkeller verabschieden, doch für die DJK Villingen (14.) und den Tabellenletzten FC Königsfeld sind die Zukunftsaussichten düster. Eine Bilanz.
Mit 21 Punkten überwinter die DJK Donaueschingen auf dem neunten Tabellenplatz. Zwei völlig gegensätzliche Serien fallen bei einem Rückblick auf die bisherigen 17 Partien ins Auge und unterstreichen die Achterbahnfahrt der Naidin-Truppe. Nach der 0:4-Auftaktpleite gegen den Aufsteiger F.A.L. blieben die Allmendshofener sieben Spiele in Folge ungeschlagen, heimsten 19 Punkte ein, waren mit vier Siegen auf fremdem Terrain bestes Auswärtsteam der Liga und rückten nach dem Heimerfolg über Worblingen auf den zweiten Tabellenplatz vor. Das war am 25. September. Seither gewann die DJK kein einziges der nachfolgenden neun Spiele. Die Negativserie begann am 1. Oktober mit dem 0:4 in Radolfzell. Nach der 0:5-Heimpleite gegen Bermatingen sicherte man sich in Stockach (3:3) und daheim gegen Pfullendorf II (2:2) nochmals zwei Zähler. Mit fünf weiteren Niederlagen – zuletzt dem 0:2 im ersten Heimspiel der Rückrunde gegen Dettingen-Dingelsdorf – kam es danach knüppeldick. Zusätzlich schwächten berufs- und verletzungsbedingte Ausfälle das Team, aber auch Sperren nach unnötigen Roten Karten, so dass die Mannschaft immer wieder umgestellt werden musste. Bereits 28 verschiedene Akteure wurden bisher eingesetzt. "Uns fehlte insgesamt die Konstanz", fasst Trainer Ovidiu Naidin die Berg- und Talfahrt zusammen.
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Der FC Furtwangen hat eine schwierige Situation "noch einigermaßen gemeistert", deshalb zeigt sich Spielertrainer Tim Heine unter dem Strich zufrieden mit der Herbstrunde. Die haben die Bregtäler auf Rang zwölf beendet mit sechs Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Vom Engagement und "Charakter der Truppe" ist der Übungsleiter ohnehin angetan, wie er sagt. Zu Beginn der Runde musste sich der 30-Jährige an neuer Wirkungsstätte auch erst in seine neue Funktion einfinden und mit den auftretenden Problemen klarkommen. Schon in den ersten Spielen warteten starke Gegner wie Pfullendorf II und Rielasingen-Arlen, da sei man schwer in Tritt gekommen, zumal noch einige Urlauber fehlten. Dann fingen sich die Bregtäler laut Heine. Die "Verletztenmisere" vor allem in der Defensivabteilung habe aber viele Umstellungen erforderlich gemacht, die verhinderten, dass sich die Mannschaft stabilisieren konnte. So habe Abwehrchef Jakob Prezer nur fünf, sechs Spiele machen können, auch Stumpp, Staudt und Spath fielen mehrfach aus. Die Folge waren "zu viele Gegentore" (41). Als schlechtestes Spiel der Furtwanger hat Heine die 1:3-Niederlage in Denkingen in Erinnerung. Er betont aber, die Einstellung habe immer gestimmt und harmlos habe sich der FC nie präsentiert. Die jüngsten zwei Siege gegen Stockach und den Hegauer FV bewertet der Spielertrainer als "versöhnlichen Abschluss". Im Frühjahr will er mit seinem Team "voll angreifen", um noch einige Plätze nach oben zu klettern. Dabei soll Marcel Ambs helfen, der von seinem Auslandssemester in Südafrika zurück sein wird, außerdem der von Türkgücü Bräunlingen gewechselte Torhüter Carsten Schmitz und eventuell noch ein Verbandsligaspieler. Allerdings wird Jonas Schmitz wegen seines Meniskusschadens möglicherweise bis zu einem halben Jahr ausfallen. "Absolut top" findet Tim Heine die Unterstützung aus dem Umfeld, namentlich von seinem "Co" Michael Tesch, Harald Beyer, dem Trainer der zweiten Mannschaft, vom Spielausschussvorsitzenden Peter Mark und Vorstandsmitglied Axel Weber.
"Enttäuscht von der Punktzahl" (12) ist bei der DJK Villingen sicher nicht nur Interimstrainer Sascha Galasso, der am Mittwoch überraschend als Spielausschussvorsitzender zurücktrat und auch alle weiteren Funktionen bei der DJK abgab. Als Grund nannte er mangelnde Unterstützung vom Hauptverein.
Die Villinger konnten lediglich bei drei Siegen und drei Unentschieden punkten, das reichte nur zum drittletzten Platz mit drei Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Geradezu desolat fällt die Bilanz im heimischen Friedengrund aus: In acht Spielen vor eigenem Publikum erkämpfte man lediglich einen Sieg und einen weiteren Punkt. Damit ist die DJK bislang die schwächste Heimmannschaft der Liga. Das größte Manko wird allein schon aus der Tabelle ersichtlich: 55 Gegentore und das mit minus 29 schlechteste Torverhältnis aller 16 Vereine. Mindestens einen Treffer kassierten die Villinger immer, bei der SG Dettingen-Dingelsdorf waren es gar neun. Trotzdem habe die DJK nicht dort ihr schlechtestes Spiel gezeigt, sondern beim 1:6 in Denkingen. Es war der Beginn von fünf Niederlagen in Folge mit dem Absturz vom zehnten auf den vorletzten Platz. Bis zum 14. Spieltag habe die Abwehr überhaupt nicht funktioniert. Dann trennte sich die Vereinsführung auf Betreiben der Mannschaft von Trainer Günter Hirsch und Galasso übernahm mit zwei Spielern Training und Verantwortung für die restlichen drei Spiele bis zur Pause. Gleich beim 4:1-Heimsieg über die DJK Donaueschingen hätten die Villinger ihr bestes Spiel abgeliefert, so der Interimstrainer. Vorher hätten "die Glieder Sturm, Mittelfeld und Abwehr" nicht ineinander gegriffen, jetzt habe man eng am Mann gestanden und wenig zugelassen. Danach gab’s zwar wieder Niederlagen gegen Königsfeld und in Neustadt, doch die Tendenz zeige klar nach oben. Mit harter, konzentrierter Vorbereitung könne die charakterstarke DJK eine gute Rückrunde und damit den Klassenerhalt schaffen. Kommende Woche würde der Verein gern den neuen Trainer präsentieren.
Aller Anfang ist schwer, das bestätigte sich für Aufsteiger FC Königsfeld. Nach der unglücklichen Niederlage (2:3) beim Mitaufsteiger F.A.L., der sich zum Topteam der Liga mauserte, habe man einen "schwierigen Start" gehabt. So kommentiert Trainer Patrick Fossé die Serie von sieben Niederlagen. Seit dem sechsten Spieltag konnte sich der Neuling nur zweimal kurz vom letzten Tabellenplatz lösen. Defizite in puncto Schnelligkeit und körperlicher Verfassung hätten einige mögliche Punkte gekostet, analysiert der FC-Coach und hält fest, "wir haben sehr viel Lehrgeld bezahlt". Wenn Fitness und Konzentration fehlten, habe die Mannschaft "viele einfache Fehler gemacht". Erst mit dem ersten Saisonsieg am neunten Spieltag in Worblingen (4:2) sei das merklich besser geworden, vor allem was Kampfgeist und Leidenschaft angehe. Doch unterm Strich habe man "zu wenige Punkte" – elf wie auch der Vorletzte Stockach – und zu viele Gegentore (58), im Schnitt mehr als drei pro Spiel. Verantwortlich dafür seien zu viele individuelle Fehler. Um "Aussetzer" zu minimieren sei künftig mehr Trainingsfleiß nötig: "Da müssen wir ganz klar zulegen", fordert der Königsfelder Trainer.
Manche Spieler hätten nur einmal wöchentlich trainiert, das reiche nicht. Falls alle in der Pause "ihre Hausaufgaben machen" und im Spiel immer an ihre Leistungsgrenze gehen, ist Fossé "natürlich" zuversichtlich, dass der rettende 13. Platz zu erreichen ist. Und der Klassenerhalt "wäre höher einzuschätzen als die drei Aufstiege in Folge" zuvor.
Autor: Annemarie Zwick und Georg Wild
