"Situation ist alarmierend und gefährlich"

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Di, 04. September 2018

Landesliga Staffel 3

Bei Benjamin Gallmann, dem Trainer des FC Neustadt, sitzt der Frust schon nach vier Spielen tief.

FUSSBALL-LANDESLIGA. In der Landesliga sind erst ein paar Spieltage absolviert, dennoch hört sich Benjamin Gallmann schon maximal frustriert an. "Unsere Situation ist alarmierend und gefährlich. Es kann auch in eine ganz falsche Richtung gehen", sagt der Trainer des FC Neustadt. Sein Team hat am Wochenende mit 1:3 beim SV Denkingen verloren und findet sich nach vier Spielen mit nur drei Punkten dort wieder, wo es ungemütlich zugeht: auf den Abstiegsplätzen. Wie die vergangene Abstiegssaison in der Verbandsliga gezeigt hat, liegt Gallmanns Frustrationsschwelle sehr hoch, umso besorgniserregender ist sein Appell.

Meistens hat Gallmann nur elf oder zwölf Spieler

Was Gallmann am meisten Sorge bereitet, ist die personelle Situation. Meistens hat er nur ein oder zwei Auswechselspieler auf der Bank, nach Walbertsweiler reisten die Blauen mit elf Spielern. "Das sind keine Voraussetzungen, um erfolgreich arbeiten zu können. Auf Dauer ist das zermürbend", sagt der Coach. Der Neustädter Kader ist mit 15, 16 Spielern sehr schmal geschnitten und wenn wie am Wochenende Spieler wie D’Antino (Dienst), Mundinger, Feger (krank) und Weerakkody (privat verhindert) ausfallen, wird es personell eng. Sehr eng.

Angesichts der tiefgreifenden Probleme tut sich Gallmann mit der Analyse des Denkingen-Spiels "ein bisschen schwer". Die erste Halbzeit war unspektakulär: 0:0. Zwei Minuten nach der Pause gab es einen Elfmeter, den Gallmann für "vertretbar" hält. Neustadt geriet mit 0:1 in Rückstand. "So ein Tor lenkt das Spiel immer in die eine oder andere Richtung", sagt Gallmann, in diesem Fall profitierte die Heimelf davon und erhöhte wenig später auf 2:0. Vor dem 1:0 hatte der FC Neustadt nach einem Missverständnis der Denkinger "eine erstklassige Chance", um in Führung zu gehen, doch Sam Samma und Thomas Fischer waren sich nicht einig, wer aus acht Metern abschließen soll. "Da hätten wir eigentlich zwingend in Führung gehen müssen", findet Gallmann. Die zweite Großchance vergab beim Stand von 0:1 Tobias Gutscher. Er hatte sich schön freigespielt, sein Schuss aus kurzer Entfernung ging jedoch am langen Pfosten vorbei. Später gelang Gutscher noch der Ehrentreffer.

"Ich habe immer wieder betont, dass wir eine schwierige Saison vor uns haben, wurde aber oftmals belächelt", sagt Gallmann. Er hat Recht behalten, auch wenn es ihm viel lieber wäre, wenn das Gegenteil eingetreten wäre.

Wenn der Gegner besser ist, lassen sich Niederlagen noch einigermaßen ertragen. Wenn jedoch eine Mannschaft überlegen ist und die Mehrzahl an Chancen hat und dennoch der Gegner reüssiert, sind sportliche Rückschläge schwer zu verdauen. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat sehr viel richtig und ein gutes Spiel gemacht, sich dafür aber nicht mit einem Sieg belohnt", sagt Trainer Uli Bärmann nach dem 0:2 des FC Löffingen gegen den FC Singen. Die Heimniederlage sei "absolut unnötig".

Löffinger Bestnote im Kreieren von Chancen, aber keine Tore

Die Rothosen verdienten sich Bestnoten bei der Defensivarbeit und im Kreieren von Chancen, deren Verwertung war allerdings mangelhaft. "Wir hatten in der ersten Halbzeit fünf, sechs sehr gute Möglichkeiten, haben das Tor aber nicht gemacht", klagt Bärmann. Es gibt im Fußball so Tage, da will dieser widerspenstige Ball einfach nicht in das dafür vorgesehene Rechteck. Da geht im Abschluss alles schief, was schiefgehen kann. Und wie es im Fußball so ist, wenn eine Mannschaft nicht trifft, gelingt das Tor der anderen. Singen ging nach 55 Minuten mit 1:0 in Führung und legte das zweite Tor in der 68. Minute nach. Beiden Toren gingen Löffinger Fehler voraus. "Fehler passieren nun einmal", sagt Bärmann, eigentlich sei seine Mannschaft besser im Spiel gewesen, "aber der FC Singen hat unsere schwachen Momente ausgenutzt". Das Spiel der Roten war im zweiten Durchgang etwas "fahriger", Chancen erarbeitete sich die Elf dennoch, doch das Happyend blieb aus. "Wir werden unsere Schlüsse daraus ziehen", verspricht Bärmann. Bei mangelnder Chancenverwertung ist das allerdings gar nicht so einfach.