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18. November 2011
"Verteidigen ist einfacher als angreifen"
Mit einer defensiveren Grundausrichtung versucht Landesligist FC Neustadt nach zwei hohen Niederlagen in Rielasingen zu bestehen.
FUSSBALL-LANDESLIGA (off/zwi). FC Rielasingen-Arlen – FC Neustadt (Sonntag, 14.30 Uhr). Es war ein denkwürdiges Hinspiel beider Mannschaften mit elf Toren, drei Elfmetern und zwei Hinausstellungen. 7:4 setzte sich der FC Neustadt nach 90 verrückten Fußball-Minuten im ersten Landesligaspiel durch. Mehrmals liefen die Blauen einem Rückstand hinterher und drehten das Spiel im zweiten Durchgang mit einem Offensiv-Feuerwerk.
Von der stimulierenden Wirkung jenes Sieges ist nichts mehr übrig. Zwei Spiele in Folge haben die Neustädter Landesligakicker zuletzt verloren, was im Fußball durchaus vorkommen kann. Bemerkenswert ist jedoch die Zahl der Gegentore. Achtmal in zwei Spielen musste Torhüter Rick Kiefer den Ball aus seinem Kasten holen, "acht Gegentore in zwei Spielen, das hat es noch nie gegeben, seit ich hier Trainer bin", sagt Heiko Geng. Derzeit macht er sich Gedanken über die "offensive Ausrichtung auf allen Positionen", die beim Auftritt im Hegau mit vier Kontertoren bestraft wurde. Geng hat dort "ein sehr schlechtes Spiel" seiner Elf gesehen, "mental waren wir nicht anwesend und in den Zweikämpfen unterlegen".
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Aber auch Positionen und Spieler werden nach den jüngsten Misserfolgen hinterfragt. Sicher ist, dass es Änderungen in der Aufstellung geben wird. Welche, das behält Geng für sich. "Die Fehler haben sich zuletzt einfach gehäuft", sagt er. Er wird zudem einige Veränderungen an den fußballerischen Stellschrauben vornehmen und den Vorwärtsdrang zurückdrehen. Denn die zuletzt malträtierte Neustädter Defensive bekommt es am Sonntag mit einem Gegner zu tun, der seine Stärken im Angriff besitzt. Aufsteiger Rielasingen-Arlen hat in 15 Spielen 47 Tore erzielt, das ist der zweitbeste Wert in der Liga nach Dettingen-Dingelsdorf (51). Der Ex-Singener Aurelio Baratta führt mit 17 Treffern die Torschützenliste der Landesliga an, der im Hinspiel mit den Neustädtern Katz und Maus spielende Benjamin Winterhalder bringt es auf zehn erfolgreiche Abschlüsse. Der Ex-Pfullendorfer René Greuter hat sieben Mal getroffen, Alexander Stricker sechs Mal.
Die Neustädter Angreifer andererseits hatten zuletzt Ladehemmung. Saliou Aborida und Alexander Ambs blieben zweimal ohne Erfolgserlebnis, im Hegau vergaben sie mehrere Hundertprozentige. Der Kräfteverschleiß ist unübersehbar, "vor allem auch bei den Studenten, die unter der Woche kaum trainieren können". Automatismen funktionieren nicht mehr wie zuvor, "die Power und Leichtigkeit fehlt", hat Geng zudem erkannt. Er sehnt deshalb die Winterpause herbei. Bei der vorletzten Prüfung auf dem Weg dahin will Geng mit seiner Mannschaft "keinesfalls ins offene Messer rennen". Weniger soll wieder mehr sein. Weniger offensive Spielkunst, dafür Stabilität in der Abwehr. "Verteidigen ist einfacher als angreifen", lautet die Losung.
DJK Villingen – FC Königsfeld (Samstag, 14.30 Uhr). Das erste Derby unter neuer Leitung haben die Villinger gleich schon mal für sich entschieden mit dem 4:1 über die DJK-Kollegen aus Donaueschingen. Die Mannschaft sei in der Pflicht gewesen, die Anspannung spürbar, sagt der Spielausschussvorsitzende Sascha Galasso, der die DJK zusammen mit zwei Spielern bis zur Winterpause coacht. "Die Mannschaft wollte es sich selber beweisen", dass sie auch vor eigenem Publikum wieder einmal gewinnen kann. Läuferisch und kämpferisch sei der Sieg "schwer verdient" gewesen. Nun geht’s erneut im Friedengrund gegen den Aufsteiger aus dem nahen Königsfeld. "Genau dasselbe müssen wir wieder zeigen", fordert Galasso, dann sei der zweite Heimsieg in dieser Spielzeit möglich. Den Tabellenletzten, der vier Punkte weniger als der Drittletzte DJK auf dem Konto hat, bezeichnet er als Gegner "auf Augenhöhe". FC-Torjäger Lennard Stürmer, der seinem Namen Ehre macht, sei ein "super Mann", den die Abwehr ausschalten müsse. Ansonsten soll die DJK "unser System spielen", so Galasso. Auf einer Position könnte es eine Veränderung geben, doch die Entscheidung darüber fällt erst nach dem gestrigen Abschlusstraining. Bis auf Kuntz ist der Villinger Kader komplett. Das Hinspiel endete 2:2.
Autor: off, zwi
