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12. Januar 2012
Beim SV Weil gerät das Personalkarussell in Schwung
Fußball-Verbandsligist holt neun neue Spieler / Acht Akteure gehen / Torhüter Walz und Di Simone ausgemustert.
FUSSBALL. Der stark abstiegsbedrohte SV Weil hat in der Weihnachtspause auf seine Talfahrt in der Fußball-Verbandsligist reagiert und seinen Kader kräftig durcheinandergewirbelt. Gleich neun Spieler sind neu zur ersten Mannschaft gestoßen. Im Gegenzug gehören acht Kicker nicht mehr zum Aufgebot. Die meisten Wechsel haben sich bereits abgezeichnet. "Wir wollten die Winterpause nutzen, um unserem Trainer Mathias Chrobok noch einmal personelle Alternativen und einen vollen Kader an die Hand zu geben", erläutert der sportliche Leiter des SVW, Perseus Knab.
Neu begrüßen kann Chrobok im Training für die überaus anfällige Abwehr neben den beiden Routiniers Jens Lupberger (31) und Johannes Scholz (26), die vom FC Wehr kommen, auch noch den Youngster David Pinke (19) vom FC Steinen-Höllstein. "Wir haben so viele Gegentore bekommen und mussten unsere anfällige Abwehr verstärken, zumal Fabian Kluge und Thorsten Riessle langzeitverletzt sind und auch unklar ist, wann Eike Elsasser wieder einsetzbar sein wird", sagt Knab. Pinke ("Er ist jung und ehrgeizig") und Scholz stammen ohnehin aus der eigenen Jugend, wobei Letzterer ebenso wie Lupberger ("Das ist einer, der die Ärmel hochkrempeln kann") über Verbandsligaerfahrung verfügt. "Ich hoffe, sie können uns helfen. Es gilt nun, die neuen Leute möglichst schnell zu integrieren", sagt Perseus Knab.
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Für das Mittelfeld wurden gleich vier Akteure verpflichtet: so der 23-jährige Ali Kassem, der zuletzt für die Old Boys Basel und zuvor den Freiburger FC auflief. Hinzu kommen die Nachwuchstalente Marc Jilg (21) vom FV Lörrach-Brombach, Ylli Lokaj (20) vom FC Laufen aus der Schweiz und Yannik Weber (18) aus der eigenen U 19. Den Angriff soll als einziger Neuer Carmelo D’Amelio (23) von Olympia Basel verstärken.
Eine große Rotation gibt es auch auf der Torhüterposition, die sich in der Hinrunde als Achillesferse entpuppte. So wurde aus dem eigenen U-19-Team Maximilian Imgraben (18) jetzt als zweiter Torhüter hinter Keven Hill ins Männerteam hochgezogen. Hingegen plant der SV Weil nicht mehr mit seinen bisherigen Schlussleuten Michael Walz und Luca Di Simone. Kein Wunder, dass die Enttäuschung bei beiden groß ist. "Das ist auch nachvollziehbar", sagt Knab, "aber alle hatten in zwei Jahren genügend Möglichkeiten, um sich durchzusetzen und als klare Nummer eins zu etablieren, haben sie aber nicht genutzt." Zudem zähle jetzt nur noch der Verein, nicht mehr Einzelinteressen.
Da der SV Weil nicht mehr mit drei Torhütern weitermachen wollte (Knab: "Das war für alle Seiten unbefriedigend"), habe man sich nun für Hill und Imgraben entschieden. Ob Walz und Di Simone das Angebot, im Bezirksligateam weiterzumachen annehmen oder den Verein wechseln, wollen jene noch entscheiden. Beide haben sich Bedenkzeit erbeten.
Verlassen haben den Tabellenvorletzten der Verbandsliga Fabio Muto und Philipp Wengenmayr, die bekanntlich zum FC Zell wechseln, sowie Simon Biesinger, der wieder zum FC Steinen-Höllstein zurückkehrt. Auch Friedrich Braun verlässt den SV Weil nach nur einer halben Saison wieder in Richtung FV Köndringen. "Leider hat er auf mehrere Telefonanrufe von uns nicht reagiert, schade, das war kein schöner Abgang", sagt Perseus Knab. Ebenfalls nicht mehr zum Kader gehören Stefan Dede (berufsbedingt) und Timo Schaffhauser (Studium).
Auch für die Reserveteams gibt es einige Neuzugänge, die freilich teilweise auch zum erweiterten Aufgebot zählen. So wird der Kader der zweiten Mannschaft, bei der Trainer Tiziano Di Domenico jetzt sein Engagement vorzeitig bereits auf die Saison 2012/2013 erweitert hat, ergänzt durch Giuseppe Catanzaro (21) vom FC Steinen-Höllstein sowie die Mittelfeldakteure Mikias Alem (24) und Ümit Cap (24) vom FC Hegenheim/Frankreich und Kevin Kempel (21) vom SV Königsbach. Zur "Dritten" gehören neu die Routiniers Peter Gerbershagen (26, zuletzt FV Lörrach-Brombach), der Ende Februar aus Australien zurückkehrt, und der Spanier Daniel Asiain (27) von UD Mutilvera, den es beruflich an den Hochrhein verschlug. Mit unbekanntem Ziel verabschiedet haben sich Emre Türkmen und Marc Pertler.
Autor: Jochen Dippel


