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25. Juli 2012
FV Donaueschingen buhlt um Spieler
Obwohl nur noch acht Mann zum Kader zählen, will der stellvertretende Vereinschef Claus Bowe den Verbandsliga-Auftritt retten.
FUSSBALL-VERBANDSLIGA (jb/dzä). Fußballerisch ist der FV Donaueschingen hinter dem FC 08 Villingen seit Jahrzehnten die Nummer zwei in der Kicker-Landschaft auf der Baar. Phasenweise war der FVD gar die Nummer eins – zu Zeiten des charismatischen Trainers Dieter Rinke. Der Ur-Donaueschinger führte den FVD in seinen 13 Jahren als umtriebiger Übungsleiter und begnadeter Talentsucher bis in die Oberliga. Vom einstigen Glanz ist fast nichts geblieben. Mitte Juli 2012 ist der FV Donaueschingen am Tiefpunkt angelangt. Die neue Spielzeit des FVD in der Verbandsliga ist akut gefährdet.
Rinke bescherte dem FVD mit dem DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln im Jahr 1996, bei dem mehr als 5000 Zuschauer einen schmeichelhaften 3:1-Sieg der Geißbock-Elf erlebten, einen bis heute unerreichten Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Ein Erlebnis, das eingefleischte FVD-Fans nie vergessen werden. Ein Erlebnis, aus dem sie Kraft ziehen, um zu kämpfen – für ihren FVD. Allen voran der stellvertretende Vereinschef Claus Bowe. Als Kopf der in den vergangenen Tagen gewachsenen Führungsmannschaft des FV Donaueschingen hat er die Teilnahme der ersten Mannschaft an der neuen Verbandsligarunde trotz der zahlreichen Spielerabgänge und dem Rücktritt von Trainer Damerow (die BZ berichtete) noch nicht abgeschrieben.Werbung
"Bis Ende der Woche wird eine Entscheidung fallen", sagt Bowe. "Dieses Zeitfenster geben wir uns." Bowe hat in den vergangenen drei Tagen einige Mitstreiter gewonnen, die intensiv um den Erhalt des Verbandsliga-Standorts Donaueschingen kämpfen wollen und zu Wochenbeginn mit potenziellen Spielerkandidaten für die von akuter Schwindsucht bedrohte Verbandsliga-Elf gesprochen haben. Bowe gibt sich verhalten optimistisch. Die ersten Gespräche seien "positiv verlaufen".
Am Montagabend tagte die FVD-Vereinsführung in großer Runde, um alle Möglichkeiten auszuloten, die es gibt, um den FVD in der Verbandsliga zu halten. Das Gremium gab sich, wie Bowe berichtet, kämpferisch und will den Platz in der sechsthöchsten deutschen Spielklasse nicht verschenken. Beim FV Donaueschingen gibt es derzeit zwei Szenarien: einen Plan A und einen Plan B. Die erste (Lieblings-)Variante von Claus Bowe sieht vor, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, die wettbewerbs- und konkurrenzfähig für die Verbandsliga ist. Plan B und damit Ausdruck des Scheiterns wäre der Rückzug und ein Neustart in der Fußball-Landesliga in der Saison 2013/14. Laut Bowe gibt es durchaus Spieler, die verfügbar wären und die auch schon "ein gewisses Interesse signalisiert haben, für den FV Donaueschingen anzutreten".
dass wir diese knifflige
Aufgabe lösen."
Bowe gibt die Hoffnung nicht auf
Damit gibt es aktuell nur sieben oder acht FVD-Fußballer, mit denen für die Punktspiele in der Verbandsliga geplant werden kann. Selbst hinter diesen steht noch ein dickes Fragezeichen. Die Kündigung des bisherigen Trainers Heinz-Harald Damerow, der am Sonntag angesichts der Personalmisere nach gerade einmal 22 Tagen im Amt in einer dürren E-Mail seinen Rückzug bekanntgegeben hatte, konnte Bowe nicht mehr überraschen. Die gegenüber der BZ in der vergangenen Woche geäußerten Sorgen des Kurzzeit-Übungsleiters hatten den möglichen Rückzug bereits erahnen lassen. Damerow ist damit binnen acht Monaten der dritte Trainer, der nach Reiner Scheu und Ralf Hellmer beim FVD von sich aus das Handtuch wirft.
"Unser Ziel muss es jetzt sein, wieder Ruhe in den Verein zu bekommen. Der Schaden ist groß", sagt Bowe. Er sei jedoch nach den Gesprächen zu Beginn dieser Woche "zuversichtlich, dass wir diese knifflige Aufgabe lösen." Optimistisch stimme ihn die nun deutlich breitere Unterstützung im Verein. In den vergangenen Wochen sah sich Bowe als Einzelkämpfer.
Jetzt freut er sich darüber, dass sich vor allem jüngere Mitglieder verstärkt einbringen, um die sportliche Zukunft des FVD zu sichern. Für die Hoffnung ist es schließlich nie zu spät.
Autor: jb,dzä



