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08. März 2016 14:39 Uhr

SC Freiburg

Abbruch? Fußball ist eine Freiluftveranstaltung

Großes Gesprächsthema während und nach dem Spiel gegen RB Leipzig: War der Platz eigentlich bespielbar? Doch Abbruchgründe gab es keine, wie der SC Freiburg und der Schiedsrichter-Beobachter versichern.

  1. Huckepack: Der rutschige Untergrund sorgte für manch skurrile Szene. Foto: dpa

  2. Gemeinsam sind wir stark: Helfer räumen das Spielfeld vom Schnee. Foto: Heuberger

Es gab Freiburger Spieler, die fanden das Spiel "auf diesem Platz richtig geil". Eine Aussage, die den einen oder anderen trotz des 2:1-Erfolgs überraschen mag. Bei heftigem Schneefall war vom Rasen im Schwarzwaldstadion nämlich nichts mehr zu sehen, die Szenerie war in strahlendes Weiß getaucht, als der SC Freiburg am Montagabend auf RB Leipzig traf.

Außergewöhnlich fand die Rahmenbedingungen auch RB-Coach Ralf Rangnick, der derlei bei einem Profispiel "noch nie" erlebt haben will. Aus Freiburger Sicht waren die Rahmenbedingungen aber in Ordnung – weil nicht zu beeinflussen. "Die Rasenheizung", erklärt Pressesprecher Sascha Glunk, "lief bei uns die ganze Woche." In 20 Zentimetern Tiefe wird 40 Grad warmes Wasser durch ein Röhrensystem gepumpt. Das soll dafür sorgen, dass zehn Zentimeter unterhalb der Grasnarbe konstante 15 Grad herrschen.

"Die Rasenheizung lief bei uns die ganze Woche." Sascha Glunk

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Hintergrund: Der Boden soll nicht gefrieren. "Das tat er auch am Montag nicht", versichert Glunk. Das Problem sei gewesen, dass sich der nasse Schnee aufs Gras gelegt habe. "Dort kommt die Heizung halt nicht hin", so Glunk.

Hinter den Kulissen ist Glunk zufolge ein Abbruch "nie debattiert" worden. Schiedsrichter Manuel Gräfe habe während der Pause lediglich gefordert, die Strafräume und die Linien vom Schnee zu räumen. "Wir haben halt nun mal Winter, und Fußball ist noch immer eine Freiluftveranstaltung", sagt Glunk, der an ähnliche Verhältnisse in einem Spiel gegen Dortmund in der Saison 2012 verweist und an eine Partie in Dortmund im Jahr 2009. Bei Letzterer hatte es auch noch annähernd 20 Grad unter Null; "nicht zu vergleichen mit diesem Montag".

Keine Voraussetzungen für Spielabbruch

Dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist gegen Leipzig, unterstreicht auch Schiedsrichter-Beobachter Karl-Heinz Tritschler. Voraussetzungen für einen Spielabbruch hätten nicht vorgelegen.

Vier beziehungsweise zwei Stunden vor Spielbeginn sei der heftige Schneefall nicht abzusehen gewesen. Die Stadionkommission sei deshalb auch gar nicht zusammengetreten.

Unterbrechungen, um Linien nachzuziehen

Das Recht zur Absage habe nur die Deutsche Fußball-Liga – und natürlich der Schiedsrichter. Der jedoch habe von seiner Möglichkeit Gebrauch gemacht und das Spiel in der ersten Halbzeit unterbrochen. Wie auch in der Pause wurden dabei die Linien nachgezogen.

Zudem sei der Ball gerollt, so Tritschler, und auch für die Zuschauer habe es keine gesundheitsgefährdende Situationen gegeben. Ungewöhnlich aber regelkonform, könnte die Situation beschrieben werden. Und noch etwas: Das Spielfeld hat keinen Schaden genommen.

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Autor: doe