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09. November 2008 16:32 Uhr

Der SC Freiburg vor dem Spiel gegen den FC St. Pauli

Aktive Frustbewältigung

Der Sportclub Freiburg will nach zwei verlorenen Spielen wieder ein Erfolgserlebnis feiern: am Montagabend geht es in Freiburg gegen den FC St. Pauli

Beim SC Freiburg ist in der zurückliegenden Woche Aufbauarbeit geleistet worden, wie es Robin Dutt ausdrückt. Nach zuletzt vier Niederlagen in sechs Spielen hatten der Trainer und seine Helfer viel zu tun. Die kickenden Angestellten dazu. Jetzt heißt es: neues Spiel, neues Glück. Gegen den FC St. Pauli möchte der Sportclub zurück in die Erfolgsspur. Mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.

Die deftige 0:4-Schlappe beim FC Ingolstadt hatte am Sonntag vor einer Woche das Fass zum Überlaufen gebracht. Einen ganzen Aufwasch an Themen wurden folglich während der Woche beim Sportclub aufgearbeitet, vom Sportlichen bis hin zur Wahl der richtigen Getränke. Viel Worte verliert Robin Dutt über die von ihm getroffenen Maßnahmen nicht, Internes habe in der Öffentlichkeit nichts verloren. Wer richtig hingeguckt hat, dem ist aber nicht verborgen geblieben, dass die Profis einen langen Tag hatten. Morgens um 7.30 Uhr ging’s los mit der Vergangenheitsbewältigung, und so mancher lenkte sein Fahrzeug erst nach 18 Uhr wieder vom Parkplatz.

Einzel- und Gruppengespräche hat es gegeben, gemeinsame Aktionen dazu. Die Folge: "Die Mannschaft und auch ich sind wieder voller Optimismus", so Dutt. Ruhig bleiben, richtig analysieren und entsprechend reagieren, das sind die Maxime des Übungsleiters, der sich nicht an weitere Niederlagen, "schon gar nicht an eine so deutliche wie zuletzt", gewöhnen möchte. In Ingolstadt habe sich gezeigt, dass der Sportclub vom Kollektiv lebe. Schlechte Einzelleistungen, wie es sie an der Donau einige gegeben hat, hätten sich denn auch schnell sehr negativ bemerkbar gemacht.

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Den überraschend gut in die Saison gestarteten FC St. Pauli bezeichnete Dutt als genau den richtigen Gegner, um die zuletzt missliche Situation mit einem Sieg abhaken zu können. Damit dies gelinge, müssten gegen die Kiez-Kicker just deren Tugenden zum Einsatz kommen – viel Leidenschaft. Diesbezüglich, so glaubt Dutt, werde sich seine Mannschaft am Montagabend keine Blöße geben.

Wobei übers Wochenende noch gar nicht klar war, wer überhaupt an der Aktion Wiedergutmachung von Anfang an beteiligt sein wird. "Würden wir heute spielen, hätte die Anfangself einen Altersdurchschnitt von 24,6 Jahren", sagte Dutt am Samstag und schürte so die Rechen- und Spekulationskünste der Journalisten. Doch da waren es noch mehr als 48 Stunden bis zum Anpfiff. Viel Zeit also, in der ebenso viel passieren kann.

"Schlecht", so Dutt, habe der Sportclub bei seinen Niederlagen in Aachen (0:1) und Nürnberg (0:2), noch schlechter in Ingolstadt gespielt. Da gäbe es nichts zu beschönigen. Als gut hat der Coach aber das Spiel der Seinen bei der 0:1-Heimniederlage gegen Mainz 05 im Gedächtnis. Und daran gelte es gegen St. Pauli anzuknüpfen – nach vorne spielen und dabei den Gegner unter Druck setzen. Und dabei ein bisschen Glück entwickeln.

SC kompakt: Felix Roth (Aufbau nach Kreuzbandriss) wird fehlen, kleinere Blessuren beklagten unter der Woche Ömer Toprak (Mittelfuß), Pavel Krmas (Rücken), Jonathan Jäger (Adduktoren), Andreas Glockner (Knie) und Simon Pouplin (Rücken).


Von Michael Dörfler