8000 Euro

Anhänger des SC Freiburg sollen vom DFB verhängte Pyrotechnikstrafe zahlen

Joshua Kocher, Alexandra Röderer

Von Joshua Kocher & Alexandra Röderer

Mi, 07. Februar 2018 um 12:29 Uhr

SC Freiburg

Der SC Freiburg muss 8000 Euro Strafe an den DFB zahlen, weil Sportclub-Anhänger vor dem Spiel gegen den VfB Pyrotechnik abgefackelt hat. Das Geld will sich der SC zurückholen.

"Wer durch ein derartiges Verhalten dem SC vorsätzlich schadet, kann unserem Verständnis nach kein Fan des Vereins sein", schreibt der Sportclub in einer Pressemitteilung am Mittwoch. Darin gab er bekannt, die jüngst durch den DFB verhängte Geldstrafe in Höhe von 8000 Euro an die Verursacher weiterzugeben.

Beim Derby gegen den VfB Stuttgart am 29. Oktober 2017 hatten Anhänger des SC Freiburg im Gästeblock mehrere Bengalische Feuer entzündet. Ende Januar erging dann das 8000-Euro-Urteil des DFB-Sportgerichts, das der Sportclub akzeptierte. Für den SC Freiburg die höchste Einzelstrafe aufgrund von Zuschauer-Fehlverhalten in den letzten Jahren.

Zündler müssen ermittelt werden

Es ist nicht das erste Mal, dass der Sportclub Anhänger nach dem Abfackeln von Pyrotechnik zur Kasse bittet: Schon im Jahr 2013 musste der SC 8000 Euro zahlen, weil Sportclub-Anhänger mehrfach Bengalos im Stuttgarter Stadion abgebrannt hatten, seinerzeit im Pokalspiel gegen den VfB. "Wir haben diese Strafe an die jeweiligen Verursacher weitergegeben", sagte SC-Sprecher Philipp Walter. Und auch nach dem Spiel gegen Hannover 96 im Mai 2014 versuchte der Sportclub die Strafe des Sportgerichts in vierstelliger Höhe zurückzuholen. Ob das in den jeweiligen Fällen von Erfolg gekrönt war, wollte Walter aus Gründen des Persönlichkeitsrechts nicht sagen.

Diese Praxis steht und fällt damit, ob es gelingt, die Zündler zu ermitteln. Im aktuellen Fall sei dies gelungen, so Walter. An wie viele Bengalo-Fans nun die SC-Rechnung gehen wird, ist nicht bekannt. Sie seien zudem mit Sanktionen durch den VfB Stuttgart belegt worden.

Hoher Schaden in den vergangenen fünf Jahren

"Dem Verein bewusst sowohl im Ansehen als auch wirtschaftlich Schaden zuzuführen, ist mit dem Geist und den Werten unseres Vereins nicht in Einklang zu bringen", so der Sportclub. Man werde nicht zulassen, dass Vorfälle wie diese fast schon als normal angesehen werde. Aus diesem Grund werde auch künftig versucht, Geldstrafen bei vom Sportgericht geahndeten Vergehen an die jeweiligen Verursacher weiterzugeben, sagte Walter.

Der Schaden, der dem SC und seinen Mitgliedern in den letzten fünf Jahren durch Fehlverhalten von Zuschauern – fast ausschließlich durch Zünden von Pyrotechnik – entstanden sei, liege bei knapp 45.000 Euro. Der letzte größere Vorfall beim Europa-League-Auswärtsspiel bei NK Domžale im Juli 2017 wurde mit einer Strafzahlung im mittleren vierstelligen Bereich geahndet.