Bundesliga

Der SC Freiburg muss Naivität und Fehler abstellen, sagt der Co-Trainer

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

Mo, 10. September 2018 um 07:40 Uhr

SC Freiburg

Der Sonntag Den SC Freiburg quält die Sehnsucht nach einem Erfolgserlebnis. Vergönnt war dieses nicht mal im Testspiel gegen den Zweitligisten SV Sandhausen (0:0). Und es naht das brisante badisch-schwäbische Derby gegen den VfB Stuttgart.

Am kommenden Sonntag soll Cheftrainer Christian Streich wieder dabei sein. Wenn Länderspiele den Ligabetrieb unterbrechen, so die Erfahrung des Freiburger Co-Trainers Lars Voßler, dann geht normalerweise auch die Anspannung in einem Bundesliga-Kader nach unten. Die Nationalspieler sind ein paar Tage weg, davon ist auch der Sportclub betroffen.

So weilt Nils Petersen derzeit bei der DFB-Auswahl, vielleicht bekommt er heute im Testspiel gegen Peru in Sinsheim einen Einsatz. Der Last-Minute-Neuzugang der Freiburger, Roland Sallai, ist bei der ungarischen Nationalmannschaft, die gestern nach Redaktionsschluss in der Nations League in Finnland auftrat und am Dienstag gegen Griechenland spielt. Pascal Stenzel und Luca Waldschmidt bestritten – jeder eine Halbzeit – am Freitagabend mit der deutschen U21 in Fürth ein Testspiel gegen Mexiko (3:0), am Dienstag folgt für das Team um Trainer Stefan Kuntz das wichtige EM-Qualifikationsspiel in Irland. Bei der österreichischen U21 ist derzeit zudem Philipp Lienhart.

Pech mit dem Wetter bei Testspiel gegen Sandhausen

Trotzdem wollten die Verantwortlichen an der Freiburger Schwarzwaldstraße dieser Tage nicht einen Gang zurückschalten. Am Donnerstag setzte sich die Mannschaft in den Bus und fuhr ins schwäbische Löchgau – dem Heimatort Julian Schusters – zu einem Testspiel gegen den SV Sandhausen. Vor allem Robin Koch, Patrick Kammerbauer und Florian Kath sowie die wiedergenesenen Yoric Ravet und Janik Haberer sollten dort Spielpraxis sammeln.

Ärgerlich aus Sportclub-Sicht: Nach 61 Minuten musste wegen eines heftigen Gewitters das Spiel abgebrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt stand es leider nur 0:0. Aber was noch schlimmer war, Kath und Haberer konnten in Löchgau gerade mal 16 Minuten auf dem Platz stehen.

Deshalb wurde vor diesem freien Wochenende am Freitag Vormittag noch einmal intensiv trainiert: "Wir haben ein Spiel gemacht, es ging gut zur Sache", berichtete danach Co-Trainer Lars Voßler.

"Wir sind gut beraten, sehr hart mit uns zu Gericht zu gehen." Lars Voßler


Er war in Löchgau tags zuvor noch einmal der erste sportlich Verantwortliche des SC gewesen, Cheftrainer Christian Streich fehlte weiterhin wegen eines Bandscheibenvorfalls. Voßler: "Christian Streich wird ab morgen wieder dabei sein. Gegen den VfB Stuttgart wird er auch von der Außenlinie die Mannschaft wieder führen."

Nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Eintracht Frankfurt (0:2) und in Sinsheim gegegen Hoffenheim (1:3) könnte der Trainerstab, viel Pech ins Feld führen, das für die bisherige Null-Punkte-Bilanz verantwortlich gewesen sei. Gegen den Pokalsieger besaßen die Freiburger zahlreiche Torchancen, die Petersen und Co. allesamt vergaben, schon vor dem Führungstreffer der Eintracht hätte der Sportclub vorne liegen können. Genügend Tormöglichkeiten gab es auch gegen Hoffenheim, Florian Niederlechner trennten Zentimeter vom zwischenzeitlichen 2:0, doch am ärgerlichsten war der unglückliche Zusammenprall zwischen Lucas Höler und SC-Torhüter Alexander Schwolow, der den Hoffenheimern das Tor zum 1:1 quasi schenkte. "Dass wir viele Torchancen haben, ist gut. Aber mehr auch nicht", resümierte am Freitag Voßler, "denn wir sind gut beraten, sehr hart mit uns zu Gericht zu gehen, sonst passiert es uns wie den Kölnern in der vergangenen Saison."

Knallharte Analyse

Die Rheinländer, so Voßler, hätten noch nach dem achten sieglosen Spiel hartnäckig behauptet: "Das wird noch, das wird noch . . ." Was folgte ist bekannt. Folglich wird beim Sportclub nach den ersten beiden Niederlagen knallharte Analyse betrieben. Eine gewisse "Naivität" und daraus resultierendes "Fehlverhalten" nennt Voßler als Ursachen für das erste Gegentor gegen die Frankfurter Eintracht wie beim Ausgleichstor in Sinsheim. Dies müsse dringend abgestellt werden, "aber das zu trainieren, ist kaum möglich".

Deshalb analysierte der Freiburger Co-Trainer auch den 61-minütigen Auftritt in Löchgau sehr selbstkritisch: "In der ersten Halbzeit waren unsere Offensivaktionen nicht flüssig, auch beim Umschaltspiel des Gegners standen wir nicht immer richtig, obwohl wir kaum Torchancen zuließen." Robin Koch habe solide gespielt, Yoric Ravet sind die langen Verletzungspausen noch anzumerken.

Mit der Hereinnahme des zentralen Mittelfeldspiels Jerome Gondorf zur Halbzeitpause, als aber auch Haberer und Kath auf dem Platz standen, wurde das Freiburger Spiel schlagartig besser. Doch dann kam der Regen und das Gewitter. Und der Spielabbruch.

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