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01. Oktober 2011 17:31 Uhr

Bundesliga

Der Sportclub siegt – und verlässt die Abstiegsplätze

Johannes Flum sei Dank: Ein Tor des Mittelfeldspielers zum 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach hat dem SC Freiburg den zweiten Saisonsieg beschert, dazu den Sprung von den Abstiegsplätzen auf den 15. Tabellenplatz.

  1. Torschütze Johannes Flum. Foto: meinrad schön

24500 Besucher im ausverkauften Badenova-Stadion feierten die Freiburger Spieler nach dem Schlusspfiff enthusiastisch. "Das war sehr, sehr wichtig", brachte hinterher der wieder einmal tadellose Schlussmann Oliver Baumann das Geschehen auf den Punkt. Endlich waren die Freiburger für ihr engagiertes, laufintensives Spiel mit einem Erfolgserlebnis belohnt worden.

Marcus Sorg war die Erleichterung denn auch ins Gesicht geschrieben: "Das war eine Energieleistung, dazu haben wir Glück gehabt", sagte der Trainer, der hofft, dass der Knoten bei seiner Mannschaft nunmehr geplatzt ist, diese viel Selbstvertrauen aus der Partie für zukünftige Aufgaben mitnimmt.

Ein Unterschied zwischen den in der Spitzengruppe der Liga platzierten Gladbachern und den bislang punktemäßig hinter den Erwartungen zurück gebliebenen Freiburgern war in der Tat über die gesamten 90 Minuten nicht auszumachen. Mit viel Elan waren die Breisgauer in das Kräftemessen gestartet, das spielerisch nicht gerade zu einem Leckerbissen wurde. Die Partie war dafür von hohem Einsatz beider Seiten geprägt. Sorg nahm hinterher sogar das Wort Besessenheit in den Mund und unterstrich, "dass wir diesen Sieg unbedingt wollten".

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Taktisch und spielerisch äußerst konzentriert, ließen die Freiburger zunächst nicht viel zu. Gladbach versuchte zwar mit schnellen, direkten Ballstafetten das Spiel in die Hand zu bekommen, entwickelte dabei aber zu wenig Druck nach vorne.

In der 19. Minute dann die Erlösung für den Sportclub. Schuster hatte den Ball von der 16-Meter-Linie zurück auf Flum gelegt, der ohne zu zögern abzog. Der Gladbacher Torben Marx wurde dabei unfreiwillig zum Helfer, der dem Ball eine andere Richtung gab und dem guten Keeper Marc ter Stegen keine Möglichkeit mehr zum Zugreifen.

Mensur Mujdza (37.) hatte dann noch die Möglichkeit zu erhöhen, sein mutiger Distanzschuss verfehlte aber das Gehäuse. In die Rolle des Stimmungsmachers katapultierte sich dafür Schlussmann Oliver Baumann, der einen strammen Weitschuss von Torben Marx (40.) mittels spektakulärer Flugshow entschärfte.

Im zweiten Durchgang verstärkten die Gladbacher, angetrieben vom sehr agilen Marco Reus, ihre Bemühungen, ohne jedoch die Übermacht gewinnen zu können. Dies war in erster Linie der Freiburger Offensivabteilung zuzuschreiben, die aufwändige Wege nach hinten ging und damit versuchte, die eigene Abwehr zu entlasten.

Mit durchschlagendem Erfolg. Über die gesamte Dauer des Spiels konnte sich die Borussia vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw die Hoheit im Mittelfeld nicht aneignen. Dass die Gladbacher dennoch die eine oder andere Chance hatten, bezeichnete Sorg als "bei dieser personellen Klasse völlig normal".

Es war zum Schluss hin eine extrem spannende Angelegenheit. Auch deshalb, weil bei all dem Glück, die Freiburger auch wieder fast schon typisches, personelles Pech in der Abwehr hatten. Innenverteidiger Oliver Barth musste nach einem Zusammenprall in der Halbzeit mit Schwindelgefühlen in der Kabine bleiben, Kapitän Heiko Butscher durfte dafür nach seiner Verletzungspause wieder mal ran.

Kurz darauf humpelte auch Verteidiger Felix Bastians nach einer unglücklichen Zweikampfsituation zur Behandlung an die Auslinie. Für ihn musste Maximilian Nicu mithelfen, in den letzten Spielminuten die Punkte zu sichern.

14 Tage hat der Sportclub nun Zeit sich über den zweiten Dreier in dieser Spielzeit zu freuen, sich zu regenerieren und neue Kräfte zu tanken. Dann kommt der Hamburger SV zu Besuch ins Badenova-Stadion.

Froh über die Pause ist denn auch Marcus Sorg. "Bei dem Aufwand, den wir immer betreiben müssen, nehme ich die Auszeit gerne in Kauf", sagte der Coach.

Freiburg: Baumann, Mujdza, Barth (46. Butscher), Krmas, Bastians (81. Nicu), Flum, Schuster, Putsila, Makiadi, Abdessadki (90.+2 Daniel Caligiuri), Cissé. Mönchengladbach: ter Stegen, Jantschke (82. Herrmann), Stranzl, Dante, Wendt, Marx (69. Nordtveit), Neustädter, Reus, Arango, Hanke (62. Bobadilla), de Camargo.
Zuschauer: 24000 (ausverkauft). Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart). Tor: 1:0 Flum (19.). Gelbe Karten: Krmas (2), Flum (3) - Marx, Bobadilla (4).

Autor: Michael Dörfler