Der Start ist missglückt

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

So, 02. September 2018

SC Freiburg

Der Sonntag Der SC Freiburg verliert auch das badische Derby bei 1899 Hoffenheim mit 1:3.

Zweites Spiel, zweite Niederlage. Dem 0:2 zum Start gegen Eintracht Frankfurt ließ der SC Freiburg ein 1:3 in Hoffenheim folgen. Die Streich-Elf steht vor schweren Septemberwochen.

Es war wie vor einer Woche: Der Sportclub hatte auch in Sinsheim alle Möglichkeiten, um zu punkten. Dennoch verloren die Freiburger gegen den Champions-League-Teilnehmer sehr unglücklich. Man könnte jetzt meinen, das hört sich für die nächste Zukunft irgendwie tröstlich und gut an. In Wahrheit ist es besorgniserregend: Denn wie die Frankfurter verstehen sich auch die extrem verletzungsgeplagten Hoffenheimer zu Saisonbeginn noch als eine "Baustelle". Und so viele Tormöglichkeiten wie gegen die Eintracht und gegen die TSG von 1899 werden die SC-Angreifer in vielen anderen Spielen nicht bekommen.

Eigentlich musste man sich gestern Nachmittag um die Freiburger wirklich Sorgen nur während der ersten 20 Minuten machen. Da geriet der Sportclub, bei dem der erkrankte Cheftrainer Christian Streich (Bandscheibenvorfall) erneut von seinem Assistenten Lars Voßler vertreten wurde, gegen das Nagelsmann-Ensemble arg unter Druck. Die Hoffenheimer Leonardo Bittencourt und Nico Schulz vergaben gute Torchancen, ein Tor des ungarischen TSG-Mittelstürmers Àdám Szalai wurde nach Intervention des Video-Assistenten wegen Abseits annulliert.

Doch nach dieser Anfangsphase konnte der Sportclub das Spiel ausgeglichener gestalten. "Wir wollen gut mitspielen und gut verteidigen", hatte Voßler als Marschroute ausgegeben. Das "Gut mitspielen" klappte in dieser Phase immer besser, das "Gut verteidigen" war gegen plötzlich fahrige Gastgeber gar nicht mehr so schwierig.

Und es sollte noch besser für die Freiburger kommen: Eine Freistoßflanke vermochte der Hoffenheimer Innenverteidiger Kevin Akpoguma nicht aus der Gefahrenzone zu entfernen, der Ball landete vor dem Freiburger Abwehrspieler Dominique Heintz, der zum 1:0 für den Sportclub einschoss (36.).

Kaum auszudenken, wie dieses badische Derby ausgegangen wäre, hätte der SC vor der Pause sogar mit 2:0 geführt. Die große Chance dazu besaß Florian Niederlechner, der auf das Hoffenheimer Tor zulief, aber aus guter Position am reaktionsschnellen TSG-Torhüter Oliver Baumann scheiterte.

Das Spiel hätte wahrscheinlich auch einen anderen Fort- sowie einen anderen Ausgang genommen, wäre es in der 50. Minute nicht zu einem folgenschweren Fauxpas im Freiburger Strafraum gekommen: Eine nicht allzu gefährliche Flanke des Hoffenheimer rechten Verteidigers Pavel Kaderabek wollte SC-Keeper Alexander Schwolow einfach auffangen, als ihn sein Mitspieler Lucas Höler plötzlich dabei überraschend behinderte. Diesmal fiel der Ball Szalai vor die Füße, der mühelos ausgleichen konnte.

Nachdem Baumann famos noch einen tollen Freistoß des Freiburger Jerome Gondorf parieren konnte, sorgte Szalai auch für das 2:1 der Gastgeber nach einer schönen Kombination über Florian Grillitsch und Nico Schulz (63.)

Doch der Sportclub gab nicht auf. Niederlechner verfehlte bei einer Chance nur knapp das Tor, Nils Petersen köpfte Minuten später nach einem schweren Baumann-Patzer an die Querlatte. Erst in der Nachspielzeit, als auch noch Torhüter Schwolow mitstürmte, erzielten die Hoffenheimer durch den Kroaten Andrej Kramaric das 3:1.

Enttäuscht resümierte Niederlechner nach dem Schlusspfiff: "Wir hätten zur Pause 2:0 führen müssen, bis auf das Abseitstor haben wir da wenig zugelassen. Und dann bekommen wir so doofe Gegentore. Bei meiner großen Chance zum 2:0 ist der Ball gehoppelt, sonst hätte ich den Torwart umspielt. Dann wollte ich ihn vorbeispielen, aber der Olli (Baumann) hält ihn. Hoffenheim wäre heute zu schlagen gewesen, aber die Gegentore, die wir bekommen, waren zu einfach."

1899 Hoffenheim: Baumann - Bicakcic (19. Akpoguma (46. Nordtveit)), Vogt, Adams Nuhu (44. Kramaric) - Kaderabek, Grillitsch, N. Schulz - Zuber, Bittencourt - Joelinton, Szalai

SC Freiburg: Schwolow - P. Stenzel, Gulde (89. R. Koch), Heintz, Günter - J. Gondorf, Höfler - Höler (66. Terrazzino), Frantz - Petersen, Niederlechner (81. L. Waldschmidt)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen im Allgäu) - Zuschauer: 28619

Tore: 0:1 Heintz (36.), 1:1 Szalai (50.), 2:1 Szalai (63.), 3:1 Kramaric (90.+4) Gelbe Karten: Szalai (1) / J. Gondorf (2), Niederlechner (1)