Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

20. März 2017

Durchgecheckt

Die Leistung der SC-Spieler in Augsburg in der Einzelkritik

DURCHGECHECKT: Der SC hält in einem körperlich harten Spiel in Augsburg dagegen – auch wenn ab und zu die Präzision fehlt.

  1. Maximilian Philipp liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Der Freiburger war keinen Moment unbewacht und hatte wohl am meisten unter der intensiven Augsburger Gangart zu leiden. Foto: Achim Keller

FREIBURG. Der SC Freiburg ist beim 1:1 in Augsburg einmal mehr enorm gefordert – in erster Linie körperlich. In einer intensiven, meist harten Begegnung halten die Breisgauer ordentlich dagegen. Ihre fußballerische Klasse können sie aber nicht durchgehend abrufen. Die BZ-Einzelkritik:

Alexander Schwolow: Der Torhüter ist in diesem Spiel in erster Linie als Anspielstation und Mann für die langen Bälle gefragt. Nur Janik Haberer und Julian Schuster haben mehr Ballkontakte als Schwolow. Ein unerwünschtes Nebenprodukt des etwas unstrukturierten Hin und Hers. Seinen eigentlich Job erledigt Schwolow nebenbei zur vollsten Zufriedenheit.

Lukas Kübler: Eine schwierige Partie für den jungen Außenverteidiger. Ruft in den vielen Zweikämpfen alles ab. Dennoch hat er ab und zu das Nachsehen. Besonders beim Augsburger Ausgleich, als er Stafylidis nicht eng genug beschattet. Durch einen Pferdekuss gehandicapt muss Kübler zur Pause passen.

Manuel Gulde: Erledigt seine Arbeit im teils hektischen Treiben wie so oft unaufgeregt und solide. Ist da, wenn er da sein muss. Ein stabiler Auftritt des Innenverteidigers.

Werbung


Julian Schuster: Wie schon gegen Hoffenheim als Organisator der Dreierabwehrkette tätig. Organisiert, dirigiert und lenkt mit Übersicht. Zeigt auch in Eins-gegen-Eins-Duellen die nötige Präsenz. Zuverlässig.

Marc Oliver Kempf: Will im einen oder anderen Zweikampf zu viel, behält letztlich aber in den meisten Fällen die Oberhand. Spielt den einen oder anderen guten Pass durch die Augsburger Reihen hindurch.
Christian Günter: Eine erstaunlich unauffällige Partie des Linksverteidigers. Was aber nichts Schlechtes sein muss. Defensiv zuverlässig. In der zweiten Halbzeit hatte er mehr Räume zur Verfügung, auch mit einigen jener Flügelläufe, die man von ihm gewohnt ist.

Nicolas Höfler: Wie so oft läuft viel im Freiburger Aufbauspiel über ihn – bis zur 37. Minute. Dann wird Höfler das erste Opfer der insgesamt rustikalen Gangart in diesem Spiel. Mit einer Risswunde am Knie muss er vom Platz.

Mike Frantz: Ein Spiel wie gemacht für den einsatzfreudigen Routinier. Haut sich wie gewohnt rein und taucht im entscheidenden Moment im gegnerischen Strafraum auf, wo er von Torhüter Hitz nur gefoult werden kann. Der folgende Elfmeter bringt dem SC die Führung – auch dank Frantz’ klugem Laufweg.

Janik Haberer: Erneut ein beeindruckender Auftritt. In den Kategorien intensive Läufe, Ballkontakte, Pässe und Zweikämpfe ist Haberer bester SC-Akteur. Dass er vor dem Elfmeter den feinen Pass auf Frantz spielt, krönt seine Leistung.

Maximilian Philipp: Enorm viel unterwegs. Bemüht sich, ständig Anspielstation zu sein. Die Augsburger sind aber offensichtlich bestens über seine herausragende Technik und Dynamik informiert. Philipp ist keinen Moment unbewacht, hat wohl am meisten unter der intensiven Augsburger Gangart zu leiden.

Florian Niederlechner: Rackert sich durch diese Begegnung, die nicht gemacht ist für einen Stürmer. Leidet darunter, dass dem Freiburger Passspiel an diesem Tag die Präzision fehlt. Hilft defensiv im Pressing vorbildlich mit – und verwandelt den Elfmeter sehr souverän.

Amir Abrashi: Muss nach Höflers Verletzung abrupt von null auf hundert beschleunigen. Das gelingt dem kleinen Wirbelwind gut. Ist schnell drin im robusten Geschehen, aggressiv und auch mit einigen guten Bewegungen im Umschaltspiel. Zeigt, dass man auf ihn bauen kann.

Aleksandar Ignjovski: Ersetzt nach der Pause Lukas Kübler und überzeugt mit dem, was er besonders gut kann: harte Zweikämpfe führen. Macht aufmerksam die rechte Freiburger Defensivseite dicht, wirkt frisch und dynamisch.

Nils Petersen: Fünf Minuten sind selbst für einen der besten Joker der Bundesligahistorie manchmal zu wenig, um auffällig zu werden.

Autor: René Kübler