"Eine gute Lösung für ihn und uns"

René Kübler

Von René Kübler

Fr, 10. August 2018

SC Freiburg

Caglar Söyüncü verlässt Freiburg Richtung Leicester City, der Sportclub bekommt wohl zwischen 20 und 25 Millionen Euro Ablöse.

FREIBURG. Es hatte sich angedeutet, nun steht fest, dass Caglar Söyüncü den SC Freiburg verlässt. Der 22-jährige türkische Nationalspieler wechselt zum englischen Premier-League-Klub Leicester City, wo er einen Fünfjahres-Vertrag unterschrieben hat. Die Ablösesumme soll laut englischen Medienberichten zwischen 20 und 25 Millionen Euro liegen. Ein kleiner Teil davon fließt handelsüblich an Söyüncüs früheren Klub Altinordu.

Gerüchte über das Interesse zahlreicher europäischer Spitzenklubs kursierten seit Monaten. Als heißester Anwärter auf eine Söyüncü-Verpflichtung wurde in diversen Medien Arsenal London gehandelt. Der Wahrheitsgehalt dieser Meldungen tendierte allerdings gegen null. Auch sonst gingen beim Sportclub lange keine wirklich konkreten Anfragen in Sachen Söyüncü ein, auch wenn dieser zweifellos die Aufmerksamkeit vieler Vereine erregt hatte. "Nach den teilweise wilden Spekulationen der vergangenen Wochen und Monate freuen wir uns, eine sowohl für Caglar als auch für uns gute Lösung gefunden zu haben", sagt Sportvorstand Jochen Saier. Im vergangenen Winter schon hatte es wegen Söyüncü bereits Kontakt zu Leicester City gegeben, laut SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach hat sich die Sache vor einer Woche dann konkretisiert. Dass sich der Wechsel dann bis kurz vor dem Schließen des Transferfensters in England hinzog, hatte auch damit zu tun, dass Söyüncü auf die Schnelle kein Visum bekommen konnte, beispielsweise der obligatorische Medizincheck dadurch in Deutschland stattfinden musste.

Für den SC Freiburg hat Caglar Söyüncü seit seinem Wechsel vom türkischen Zweitligisten Altinordu im Sommer 2016 insgesamt 50 Bundesliga-Spiele bestritten. Dabei konnte der Innenverteidiger ein Tor und eine Vorlage verbuchen. An guten Tagen konnte der begabte Abwehrspieler dank seiner besonderen Physis Leistungen im Bereich internationaler Klasse abrufen. Er hatte bisweilen bessere Zweikampfwerte vorzuweisen als die deutschen Ex-Weltmeister Jerome Boateng und Mats Hummels. Auch deswegen sieht Klemens Hartenbach gute Chancen für Söyüncü, sich trotz starker Konkurrenz in England durchsetzen zu können. "Mit seiner Art zu spielen und seinen Emotionen", argumentiert Hartenbach.

"Es waren zwei tolle

Jahre mit ihm."

SC-Sportdirektor Hartenbach
Doch Söyüncü, dessen Vertrag in Freiburg bis 2021 datiert war, leistete sich immer wieder auch Konzentrationsschwächen, die zu teils entscheidenden Fehlern führten – und die den Sportclub einige Punkte kosteten. Der nun erreichte Transfer kann daher aus SC-Sicht durchaus als Verhandlungserfolg gewertet werden. Unabhängig vom finanziellen Aspekt bewerten die SC-Verantwortlichen Söyüncüs Zeit in Freiburg ausschließlich positiv. "Es waren zwei tolle Jahre mit ihm", findet Hartenbach: "Er hat uns viel gegeben, aber wir haben auch ihm viel gegeben."

Einen Ersatz für Söyüncü werden die Breisgauer nicht verpflichten. Durch Dominique Heintz, Manuel Gulde, Robin Koch, Philipp Lienhart sowie den zum Profi aufgestiegenen U-23-Spieler Keven Schlotterbeck sind die Planstellen in der Innenverteidigung besetzt. "Wir sehen in diesem Bereich keinen Handlungsbedarf mehr", stellt Hartenbach klar: "Wir fühlen uns insgesamt gut aufgestellt." Was nicht bedeuten muss, dass sämtliche Transferaktivitäten nun beendet sind. Die Verpflichtung eines Offensivspielers mit Perspektive ist beim Sportclub weiterhin ein Thema.