Spielanalyse

Elfmeter als Knackpunkt: Sportclub zeigt in Dortmund gute Defensivarbeit

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

So, 02. Dezember 2018 um 08:33 Uhr

SC Freiburg

Der Sonntag Trotz guter Defensivarbeit verliert der SC Freiburg bei Borussia Dortmund 0:2. Ausgangspunkt für die Führung des BVB war ein Elfmeter. Am Ende reichte die Defensivleistung des SC nicht für einen Punktgewinn.

In Dortmund ist dem SC Freiburg eine ähnliche Überraschung wie vor wenigen Wochen in München (1:1) nicht geglückt. Trotz aufopferungsvoller Defensivarbeit unterlag gestern die Streich-Elf dem Bundesliga-Spitzenreiter mit 0:2 (0:1). Den Weg zum Sieg ebnete den Westfalen ein Elfmetertor.

"Spielen, wenn’s geht" Christian Streich

Eine Halbzeit lang war es im Dortmunder Stadion so still, dass man die Geräusche vernahm, wenn die Spieler den Ball stoppten oder schlugen. Sogar Anweisungen des Freiburger Trainer waren gut zu vernehmen. "Spielen, wenn’s geht", rief Christian Streich mal seinem Schützling von der rechten Außenbahn, Pascal Stelzer, zu.

Leichter gesagt als getan. Vor dem leisen Sound eines ausverkauften Stadions – die Zuschauer verweigerten die Anfeuerung der Spieler aus Protest gegen Montagsspiele – war der Sportclub zu enorm viel Lauf- und Defensivarbeit gezwungen. Diese verrichteten die Freiburger Spieler mehr als ordentlich, denn die Klasse ihres Gegners sowie dessen Fähigkeiten zu rasanten Kombinationen und Tempofußball stellten sie vor anspruchsvolle Aufgaben.

Petersen und Frantz neu in der Startelf

Nach dem unglücklichen 1:1 im Heimspiel gegen Werder Bremen, bei dem der Sportclub eine sehr gute Leistung geboten hatte, nahm Streich in Dortmund nur zwei personelle Veränderungen vor: Nils Petersen ersetzte im Angriffszentrum Lucas Höler, im Mittelfeld spielte Mike Frantz anstatt Marco Terrazzino. Sie und ihre Mannschaftskollegen hatten die vorrangige Aufgabe, so lange wie möglich ein 0:0 zu halten. "Mindestens 20 Minuten" hatte es sich Trainer Streich vor dem Spiel gewünscht.

Tatsächlich erhielt der Sportclub diesmal in Dortmund knapp bis zur 40. Minute kein Gegentor. Und sogar trotz Dortmunder Feldüberlegenheit mussten die Freiburger bis dahin nicht mal zahlreiche brenzlige Situationen überstehen. Von ein, zwei Distanzschüssen abgesehen kam der BVB während der ersten 45 Minuten zu einer einzigen klaren Torchance, als nach einer Kombination über Marco Reus und Jadon Sancho aus kurzer Distanz Mario Götze den Ball nur neben das SC-Tor spitzelte (24.).

Heintz kommt zu spät gegen Sancho

Allerdings kam es zur ominösen 38. Minute, als Sancho vom rechten Flügel aus in den Freiburger Strafraum eindrang. SC-Verteidiger Dominique Heintz versuchte, den von Sancho geführten Ball wegzuschlagen, streifte dabei jedoch das Schienbein des Dortmunders und trat diesem noch auf den Fuß. Sancho ließ sich fallen, Schiedsrichter Frank Willenborg zeigte prompt auf den Elfmeterpunkt. Den Strafstoß verwandelte Reus zum 1:0 für Dortmund. Fast wären beide Teams dennoch bei einem unentschiedenen Spielstand in die Kabine gegangen, denn unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff erhielt der Sportclub noch einen Freistoß, den Jerome Gondorf wuchtig an die Querlatte knallte.

Während der Halbzeitpause musste sich SC-Sportdirektor Jochen Saier zum Elfmeter äußern. Er sagte: "Den kann man pfeifen." Lieber aber lobte er den Auftritt der Freiburger: "Wir haben es bisher gut gemacht, alles kannst du hier nicht verteidigen."

Streich wechselte drei Offensivspieler ein

Schlecht spielte der Sportclub auch nach der Pause nicht, obwohl Offensivaktionen und Torchancen Mangelware blieben. Daran konnten auch die Einwechslungen der Offensivspieler Yoric Ravet, Tim Kleindienst und Lucas Höler nicht viel ändern.

Doch gegen den bislang ungeschlagenen Tabellenführer und Champions-League-Teilnehmer wehrten sich die Freiburger bis zum Schluss mehr als redlich. Ein Lattentreffer des polnischen Nationalspielers Lukasz Piszczek war der vorläufige Höhepunkt einer Halbzeit, in der die Dortmunder kaum ausgelassene Torchancen beklagen durften. Erst als der SC alles riskierte, gelang der Borussia in der Nachspielzeit das 2:0 durch ihren wahrlich famosen Joker Paco Alcacer.

Mehr zum Spiel:
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Diallo, Zagadou (38. Toprak), Hakimi - Delaney, Witsel - Sancho, Reus (81. Philipp), Bruun Larsen - M. Götze (70. Alcácer)
SC Freiburg: Schwolow - Gulde, R. Koch, Heintz - P. Stenzel, Haberer, Frantz (68. Ravet), J. Gondorf (77. Kleindienst), Günter - L. Waldschmidt, Petersen (78. Höler)

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)
Zuschauer: 81365 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Reus (39./Foulelfmeter), 2:0 Alcácer (90.+1)
Gelbe Karten: Piszczek (1) / Haberer (1)