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12. November 2017 13:24 Uhr

SC-Frauen

Frauen des SC Freiburg erkämpfen ein 2:2 in Sand

Die Erstliga-Fußballerinnen des SC Freiburg bleiben in dieser Saison ungeschlagen. Im Südbaden-Derby erkämpfen sie sich ein 2:2 beim SC Sand in der Ortenau.

  1. SC-Spielerin Lina Magull (links), die den 2:2-Endstand erzielte, im Duell mit Sands Akteurin Laura Vetterlein. Foto: Patrick Seeger

Der achte Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga begann unter denkbar schlechten Vorzeichen. Es regnete ohne Unterlass, und das schon seit Samstag. Kalter Wind pfiff durch das nach allen Seiten hin offene Orsay-Stadion in Sand, der Platz war nur schwer bespielbar, und der graue Ortenauer November-Himmel trug auch nicht gerade dazu bei, die Fußball-Begeisterung zu schüren. Bis zu 2.000 Zuschauer finden normalerweise Platz an den vier Seiten des Rasenrechtecks, sie können eine Klasse-Stimmung erzeugen und ihr Team, den SC Sand, frenetisch anfeuern. Doch das üble Wetter sorgte dafür, dass an diesem Sonntag nur 725 Fans überhaupt den Weg ins Stadion fanden. Immerhin! Sie litten und froren, aber sie hielten stand.

Freiburg startet erstmals als Tabellenführer

Birgit Bauer, die Managerin des SC Freiburg, strahlte trotz des Sauwetters vor dem Anpfiff bis über beide Ohren. Erstmals in der zwei Jahrzehnte langen Erstliga-Geschichte ihres Klubs durften die Freiburgerinnen als Tabellenführer zu einer Auswärtspartie reisen, und das noch dazu zum südbadischen Derby. Coach Jens Scheuer wollte an den Tabellenstand aber auch am Sonntag keinen einzigen Gedanken verschwenden. Er rechnete mit einem "heißen Duell, in dem der SC Sand hochmotiviert sein und uns alles abverlangen wird". Bis auf Abwehrspielerin Carolin Simon, die wegen einer Grippe ausfiel, konnte Scheuer auf alle seine Leistungsträgerinnen zurückgreifen.

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Es waren noch keine fünf Minuten gespielt, da bot sich den Freiburgerinnen schon die erste Großchance. Lina Magull arbeitete sich von rechts auf das Tor der Sander Keeperin Carina Schlüter vor, passte dann nach links zu Jobina Lahr - doch die brachte auf dem aufgeweichten und mit Pfützen durchsetzten Rasen nur einen harmlosen Schuss direkt in Schlüters Arme zustande. Freiburg machte aber weiter Druck, bestimmte von Beginn an das Spiel, kombinierte, drängte die Sanderinnen immer wieder tief in die eigene Hälfte.


Der SC versäumte es aber, in dieser frühen Phase in Führung zu gehen. Nach 20 Minuten und vier weiteren SC-Chancen stand es immer noch 0:0, und Sand stellte sich nun besser auf die Spielweise der Gäste ein, wagte sich immer öfter vors Freiburger Tor. 24. Minute, Eckstoß Verena Aschauer, und plötzlich war der Ball hinter der Linie. Eigentor von Sarah Puntigam? Oder doch direkt verwandelt von der Ex-Freiburgerin Aschauer? 1:0 stand es plötzlich für die Ortenauerinnen.

Freiburg setzte seine Angriffsbemühungen fort, fünf Minuten später hatte Hasret Kayikci nach einer Flanke von Giulia Gwinn den Ausgleich auf dem Fuß, schoss aber übers Tor von Carina Schlüter. In der 31. Minute die nächste Chance für Freiburg, diesmal versuchte es Lena Petermann, rutschte aber gleich mehrmals auf dem regensatten Rasen aus, und ihr Flachschuss landete sicher in Schlüters Armen. Auf der Gegenseite prüfte Jana Vojtekova SC-Schlussfrau Laura Benkarth mit einem Fernschuss aus fast 25 Metern, und Benkarth musste sich kräftig strecken, um Schlimmeres zu verhüten. Doch dabei blieb es auch. 1:0 für die Gastgeberinnen stand es zur Halbzeit.

Starker Beginn im zweiten Durchgang

Danach begann Freiburg wieder stark und erarbeitete sich binnen sieben Minuten drei weitere Großchancen. In der 54. Minute war es dann endlich soweit: Klara Bühl erzielte den erlösenden Ausgleichstreffer. Aber die Freude der Freiburgerinnen währte nur kurz. Vier Minuten später: Klasse-Freistoß der Sanderin Jana Vojtekova direkt aufs Tor von Laura Benkarth aus gut 20 Metern. Wie gemalt flog der Ball über die Mauer der SC-Frauen hinweg nach rechts oben ins Eck, Benkarth blieb keine Chance. 2:1 führte Sand nun.

Wie in Durchgang eins fehlte es den SC-Frauen auch jetzt nicht an Möglichkeiten, spätestens Hasret Kayikcis Fernschuss in der 69. Minute hätte abermals den Ausgleich bringen können. Doch Freiburg ging zu verschwenderisch mit seinen Chancen um, und Sand hatte bei diesem Derby das Glück auf seiner Seite. Bis zur 86. Minute: Da ging Giulia Gwinn auf rechts auf und davon, flankte auf Lina Magull - und die köpfte zum 2:2 ein. Es war alles in allem ein Klasse-Spiel auf beiden Seiten, das Unentschieden gerecht.

Autor: Andreas Strepenick