Großer Kampf mit viel Moral

Michael Dörfler

Von Michael Dörfler

Mo, 11. Februar 2019

SC Freiburg

DURCHGECHECKT: Drei Torschüsse, drei Tore / Gegen clevere Wolfsburger spielt der effektiv auftretende Sportclub Freiburg 3:3.

FREIBURG. Der SC Freiburg hat nach großem Kampf und mit viel Moral einen dreimaligem Rückstand wettgemacht und ein 3:3 (1:1) gegen den spielerisch reiferen VfL Wolfsburg geschafft. Ein Kopfballtor von Lienhart in der Nachspielzeit fand – nach Intervention des Videoreferees in Köln – keine Anerkennung. Die Spieler in der Einzelkritik:

Alexander Schwolow: Hat seine erste Aktion nach elf Minuten, als er nach Roussillons Treffer den Ball aus dem Netz holen muss. Verbringt zunächst einen eher ruhigen Nachmittag, bevor er in der zweiten Hälfte etwas kräftiger zupacken muss. Bei den Gegentoren schuld- und chancenlos.

Lukas Kübler: Sehr aktiv, ist gut im Spiel und auf der rechten Seite ein Unruheherd für den Gegner. Ist aufgrund seiner körperlichen Präsenz für die Gegenspieler ein unangenehmer Brocken. Philipp Lienhart: Agiert sehr ruhig und in einigen Szenen auch ziemlich abgeklärt. Sehr um einen guten Spielaufbau bemüht. Macht einen sicheren Eindruck. Ein guter, mutiger Auftritt.

Dominique Heintz: Harmoniert mit seinem neuen Nebenmann Lienhart gut und macht das, was er bislang stets gemacht hat: Er versucht dem Spiel seiner Mannschaft mit langen Pässen von hinten Druck zu verleihen. Defensiv manchmal etwas wacklig, hängt sich aber mächtig rein.

Christian Günter: Ist ziemlich viel unterwegs und zeigt über links seinen Vorwärtsdrang. Seine Flanken kommen aber manchmal etwas ungenau und überhastet. Dennoch einer der Aktivposten.
Janik Haberer: Ist auf der rechten Seite zunächst spürbar um Orientierung bemüht. Versucht als Schaltstation das Spiel schnell zu machen, was aber auch oft in des Gegners Füßen endet. Gegen Ende gelegentlich etwas unaufmerksam.

Mike Frantz: Ist auf der Sechs positioniert, ein Job, den er dank seiner großen Erfahrung zur Zufriedenheit ausfüllt. Die großen Szenen sind ihm aber nicht vergönnt.

Robin Koch: In der Zentrale der Mann mit viel Ballbesitz, da er sich zum Spielaufbau stets zwischen die beiden Innenverteidiger zurückfallen lässt. Dabei unterlaufen ihm aber auch einige Fehlpässe. Zusammen mit Frantz beim ersten Tor zu passiv. Und vor dem Elfmeter auch gegen Weghorst ungeschickt.

Vincenzo Grifo: Ihm gelingt der wichtige Ausgleichstreffer. Ansonsten wirkt er sehr aktiv, wobei ihm im Spiel gegen den Ball auch der eine oder andere Fehler unterläuft. Seine Einstellung und sein Einsatz sind aber tadellos.

Florian Niederlechner: Zeigt seine Schlitzohrigkeit, als er Brooks den Ball vor dem Ausgleich zum 1:1 abluchsen kann, den Grifo zum Ausgleich verwandelt. Gute Laufbereitschaft, aber ohne die ganz große Wirkung.

Nils Petersen: Läuft, mal wieder, dass selbst der Tacho ins Schwitzen gerät. Wird so zum Störenfried der gegnerischen Abwehr. Vor dem Tor zunächst ohne große Chancen. Bis zur 70. Minute, als er eine Grifo-Ecke mit aller Macht ins Netz köpft.

Luca Waldschmidt: Kommt (69.) für den müdegelaufenen Frantz. Hat nur wenige Aktionen, bleibt etwas im luftleeren Raum. Bis ihm kurz vor Ende ein Traumtor zum 3:3 gelingt.

Lucas Höler: Kommt (81.) für Niederlechner und soll in der Offensive noch einmal Gas geben.

Marco Terrazzino: Wird für die vier Nachspielminuten für Grifo aufs Feld beordert – und schießt dabei einmal am Tor vorbei.