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03. November 2008

"Hey Mädels, gut so! Weiter so!"

Die SC-Frauen spielen 40 Minuten in Unterzahl, besiegen Jena dennoch souverän mit 4:1

  1. Torschützinnen unter sich: Martina Moser, Susanne Hartel, Juliane Maier (von links) Foto: seeger

FREIBURG. Nichts gegen den FF USV Jena. Genauer gesagt nichts gegen den Frauenfußball Universitätssportverein Jena. Aber wenn man wie der SC Freiburg eine Woche zuvor beim bis dahin immer siegreichen Tabellenspitzenreiter FC Bayern München 5:5 spielt und einen Punkt mitnimmt, dann gerät der Besuch des Jenaer Aufsteigers schnell zur unspektakulären, unpopulären Pflichtaufgabe. "Solche Spiele sind schwierig", sagte dazu auch SC-Trainer Günter Rommel, wirkte dabei aber sehr entspannt. Zu diesem Zeitpunkt war’s schließlich auch schon rum. Seine Erstligafußballerinnen haben gestern Nachmittag im Freiburger Möslestadion verdient mit 4:1 gewonnen – und das, obwohl sie von der 53. Minute an mit einer Frau weniger spielen mussten.

"Hey Mädels, gut so! Weiter so!", schrie Freiburgs Torhüterin Marisa Brunner nach einer guten halben Stunde über den Platz. Sie selbst hatte bis dahin nur einmal in Aktion treten müssen: Gleich in der dritten Minute war Anna Höfer alleine auf das SC-Tor zugerannt, aber Brunner kam ihr spontan entgegen – und klärte außerhalb des Strafraums. Ansonsten kümmerte sich niemand näher um sie. "Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr unzufrieden, wir kamen überhaupt nicht ins Spiel", meinte die Gästetrainerin Heidi Vater später. Stattdessen musste sie mitanschauen, wie der SC Freiburg fast durchgängig auf ein Tor spielte. In der 38. Minute umkreiste Nadine Enoch bei einem Alleingang erst erfolgreich Jenas Torfrau Jana Burmeister, verfehlte dann aber aus unnötig spitzem Winkel das leere Tor. Kurz vor dem Pausenpfiff führte Juliane Maier einen Freistoß aus, und Susanne Hartel leitete den Ball aus kurzer Distanz direkt weiter: Da war es endlich, das 1:0.

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Was nun kam, gefiel der Jenaer Trainerin noch weniger: SC-Verteidigerin Jana Linke musste nach einer Notbremse in der 53. Minute vom Platz, doch das verunsicherte die Freiburgerinnen nicht. Im Gegenteil. Hinten standen sie bis auf wenige Situationen sicher und unaufgeregt, vorne gaben sie nun richtig Gas. Bitter für Jena: Alle drei noch folgenden SC-Treffer "müssen wir auf unsere Kappe nehmen", wie es Trainerin Vater formulierte. Erst ließ Burmeister einen Freistoß von Martina Moser durch die Finger rutschen, dann verwandelte Maier einen Foulelfmeter souverän und zuletzt schlenzte Moser einen zu kurz geratenen Ball von Burmeister mit viel Gefühl aus rund 35 Metern ins leere Tor. Der Ehrentreffer des ersatzgeschwächten Aufsteigers in der Nachspielzeit ging entsprechend unter.

"Wir haben verdient gewonnen, insbesondere nach dem Platzverweis haben wir noch mehr zusammengehalten und jede hat für die andere mit gekämpft. Jetzt fahren wir selbstbewusst, aber nicht überheblich nach Saarbrücken", sagte Mittelfeldspielerin Myriam Krüger. Am Sonntag tritt der Sportclub im Viertelfinale des DFB-Pokals beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Saarbrücken an.
Freiburg: Brunner, Maier, Boschert, Linke, Faißt, Haag, Krüger, Moser, Julevic (89. Hummel), Enoch (73. Amann), Hartel (85. Richter). Jena: Burmeister, Schwarz (32. Seiler), Arnold J., Pompl, Utes, Höfer, Hartmann, Schlarp (78. Burgey), Arnold S., Groll, Milde (65. Pochert). Schiedsrichterin: Sandra Jung (Kleve). Tore: 1:0 Hartel (45.), 2:0 Moser (67.), 3:0 Maier (69.), 4:0 Moser (90.), 4:1 S. Arnold (93.). Zuschauer: 674. Rote Karte: Linke (53., Notbremse).

Autor: Martina Philipp