Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
06. Februar 2012 11:12 Uhr
SC Freiburg
Johannes Flum: Mutiger Eckpfeiler im SC-Spiel
Johannes Flum gehörte beim 2:2 gegen Bremen zu den wichtigsten Spielern im SC-Dress. Nach seiner Gelbsperre war er nun in die Mannschaft zurückgekehrt und bewies einmal mehr viel Mut.
Viele Spieler haben in den vergangenen Wochen ihr Debüt beim SC Freiburg geben dürfen. Ob nun junge Nachwuchsspieler wie Oliver Sorg und Matthias Ginter oder routinierte Neuzugänge wie Michael Lumb und Ivan Santini - das Gesicht der Freiburger Mannschaft hat sich verändert. Nur Johannes Flum war schon immer da.
Der defensive Mittelfeldspieler gehört trotz seiner erst 24 Jahre zu den wichtigsten Spielern überhaupt im SC-Gefüge. Vor einer Woche beim Spiel in Mainz hatte Flum wegen einer Gelbsperre gefehlt. Auch weil er nicht dabei war, kassierte der Sportclub dort nach nervösem Beginn eine bittere 1:3-Pleite. Dass er nun gegen Bremen wieder auf dem Platz stand, war von Anfang an zu spüren. Vor allem aber war es enorm wichtig. Nach dem Spiel, dass 2:2 endete, konnte Flum nicht ohne Stolz in der Stimme sagen: "Ich habe Bremen nicht besser gesehen als uns."
Flum spielte konzentriert, verteilte viele Bälle und wurde dank seiner Aggressivität den Bremern mehrmals gefährlich. Der gebürtige Waldshuter war so etwas wie die Verkörperung des Freiburger Fußballs: mutig und motiviert bis in die Haarspitzen. Schon in der dritten Minute sprintete er vorbei an zwei Bremern in Richtung des gegnerischen Tores. Nach fünf Minuten reagierte er hellwach auf einen Ballverlust der Werderaner und konnte nach einem schnellen Antritt nur per Foul gestoppt werden. Geriet Flum hinten in Bedrängnis, haute er den Ball nicht einfach raus, sondern suchte eine spielerische Lösung.
Werbung
Auffällig war auch Flums verhaltener Jubel nach dem Freiburger 2:2. Während seine Kollegen an der Gegengerade Torschütze Jonathan Schmid feierten, lief Flum mit geballter Faust in Richtung Trainerbank. Statt zu feiern holte sich Flum von seinem langjährigen Förderer an der Freiburger Fußballschule, dem jetzigen SC-Coach Christian Streich, Anweisungen für die Schlussphase des Spiels ab. Das Signal, das von dieser Szene ausging, war eindeutig: Das geht noch was.
Flum spielte gegen Bremen bis zum Ende hochkonzentriert und musste sogar noch als Notnagel in der Abwehr ran. Denn weil sich SC-Innenverteidiger Pavel Krmas gegen Ende eine Muskelverletzung zuzog, und das Freiburger Wechselkontingent bereits erschöpft war, musste Flum den vom Feld humpelnden Krmas hinten ersetzen. Er tat das pflichtbewusst, aber widerwillig: "Mich hat das geärgert, dass ich nach hinten musste, weil wir da gerade am Drücker waren", sagte er hinterher.
Für Frust sorgte außer dem Unentschieden gegen Bremen ("wir waren mindestens ebenbürtig") auch, dass er kurz vor der Pause das vermeintliche Handspiel von Clemens Fritz für elfmeterwürdig hielt. "Kleinere Vereine werden da aber leider benachteiligt", sagt er über den ausgebliebenen Elfmeterpfiff. Als Spieler und als Mensch ist dieser Johannes Flum in den vergangenen Jahren unheimlich gereift. Trotz seiner bescheidenen Art findet er, wenn nötig, auch unbequeme Worte. Im Abstiegskampf der ersten Bundesliga kann das für den Sportclub noch von großem Wert sein.
- Spielbericht: SC Freiburg zeigt Moral - 2:2 gegen Werder Bremen
- Liveticker zum Nachlesen: So kam es zum 2:2 zwischen Freiburg und Bremen
- Afrika-Cup: SC-Stürmer Dembélé steht mit Mali im Halbfinale
Autor: Matthias Eisele
