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12. Januar 2016 00:00 Uhr

SC Freiburg

Mit Harvard Nielsen gab’s das erste Mannschaftstraining im neuen Jahr

Mit dem norwegischen Neuzugang Havard Nielsen startet der SC Freiburg ins erste Mannschaftstraining 2016. Weitere Nachverpflichtung, für den Defensivbereich sind denkbar.

  1. Angekommen: Havard Nielsen Foto: Achim Keller

  2. Aufgalopp: Die SC-Profis beim ersten Mannschaftstraining nach der Winterpause Foto: achim keller

Als Allerletzter kommt Havard Nielsen aus den Katakomben des Schwarzwaldstadions, um sein erstes Mannschaftstraining in Diensten des SC Freiburg zu bestreiten. Irgendwie passt es, dass der norwegische Neuzugang etwas länger auf sich warten lässt als seine Kollegen. Wäre es nach dem Willen der Freiburger Verantwortlichen gegangen, Nielsen hätte bereits im vergangenen Sommer bei den Breisgauern angeheuert. Doch sein bisheriger Arbeitgeber Red Bull Salzburg wollte seinerzeit noch nicht zustimmen. Nielsen musste bleiben und – nach einer Verletzung – eine, wie er sagt, "etwas schwierige Phase durchleben".

Wettbewerbsübergreifend brachte es der 22-jährige Angreifer auf lediglich zwölf Einsätze, nur fünfmal stand er in der Salzburger Startelf. Ein Problem? "Ich denke nicht", sagt Nielsen selbstbewusst. Er habe in Salzburg gut trainiert und nun in der Vorbereitung mit dem Sportclub ausreichend Gelegenheit, sich in eine gute Verfassung zu bringen.

Auch für Christian Streich spielt Nielsens jüngere Vergangenheit keine Rolle. Der SC-Trainer verweist vielmehr auf dessen erfolgreiche Zeit bei Eintracht Braunschweig, wo es Nielsen in 48 Spielen (erste und zweite Liga) auf zwölf Tore und drei Assists brachte. Wobei es – freiburgtypisch – keineswegs die Trefferbilanz des Neuen ist, die hauptsächlich interessiert. "Ich bin optimistisch, dass uns Havard aufgrund seiner Athletik und seines Laufvermögens helfen kann", erklärt Streich.

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Das genau ist denn auch Nielsens Ziel. "Ich möchte zeigen, welche Qualitäten ich habe", bekräftigt er. Wobei der gebürtige Osloer bereits jetzt erkannt hat, dass der Weg in die Freiburger Startelf kein einfacher ist: "Ich kann sicher nicht sagen: Ich gehe mal eben so rein in diese Mannschaft."

Klar ist aber, dass Nielsen eine Startelf-option ist. Jemand, der dem SC-Kader in der Breite mehr Klasse verleiht. Das tut gut in Zeiten, in denen sich die Personalsituation noch nicht merklich entspannt hat. Bei Mats Möller Daehli (Patellasehnenprobleme) und Mike Frantz (Zehoperation) gibt es in Sachen Heilungsprozess laut Christian Streich zwar positive Signale. Weniger gut sieht es aber bei den Langzeitverletzten Lukas Kübler (Sehnenprobleme) und Tim Kleindienst (Innenbandanriss im Knie) aus. Hinzu kommt, dass sich Kapitän Julian Schuster einem kleinen Eingriff am Sprunggelenk unterziehen muss. "Es sind ein, zwei Verletzte zu viel", sagt Streich: "Das nervt schon ein bisschen."

Als Stimmungsaufheller könnte ein weiterer Neuzugang im Defensivbereich wirken. Den gibt es aber (noch) nicht. Was auch mit den Freiburger Ansprüchen zu tun hat. "Wir wollen Spieler, die jung sind, hungrig und die eine gewisse Qualität haben, die wir dann veredeln können", umschreibt Streich das Anforderungsprofil. "Wenn das nicht möglich ist, machen wir lieber nichts."

Klemens Hartenbach, der Freiburger Sportdirektor, arbeitet im Hintergrund wie immer intensiv an Lösungen. "Es wäre natürlich nicht ganz verkehrt, wenn noch etwas klappen würde", findet auch er. Gleichwohl fühle man sich nicht genötigt, etwas zu machen, was man als SC Freiburg auch sonst nicht machen würde. "Wir haben hier ja etwas Eingespieltes", betont Hartenbach. Ein Team das nachweislich gut harmoniert und funktioniert. Das müsse ebenfalls berücksichtigt und daher vorsichtig agiert werden. "Man kann ja auch etwas kaputt machen."

Die Idealvorstellung dürfte also ein junger Akteur mit Perspektive sein, der jederzeit in der Lage ist, zweite Bundesliga zu spielen, aber nicht sofort in die erste Elf drängt. Klingt kompliziert. Ist es auch.

Autor: René Kübler