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08. März 2009 19:45 Uhr
Der SC Freiburg gewinnt gegen Aachen mit 2:1
Mit Lust und Willen zum Erfolg
88. Minute, Kopfball Bechmann, Tor: Nach dem 2:1-Heimsieg gegen Alemannia Aachen enteilt der SC Freiburg der Konkurrenz. Die Badener haben jetzt schon sechs Punkte Vorsprung in der Tabelle der zweiten Liga.
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So kann’s weitergehen: Robin Dutt freut sich nach dem Schlusspfiff über den sechsten Sieg in Folge. Foto: dpa
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Kein Elfmeter! Der Pfiff blieb aus, obschon Torhüter Stuckmann den Freiburger Bechmann von den Beinen holt. Foto: Michael Heuberger
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Freudige Gesichter nach dem Schlusspfiff.
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Heiko Butscher gewinnt ein Kopfballduell gegen Aachens Auer. Foto: Michael Heuberger
Der Sportclub Freiburg hat damit bereits im sechsten Spiel der Rückrunde ohne Punktverlust geblieben. 2:1 (1:0) gewannen die Badener in einem zumindest in der ersten Hälfte hochklassigen Fußballspiel gegen die Gäste von der niederländischen Grenze. Ömer Toprak (11.) und Tommy Bechmann (88.) erzielten die Treffer vor 18 .800 Zuschauern.
"Wir hätten uns den Nachmittag etwas ruhiger gestalten können", sagte Robin Dutt hernach und der Betrachter hat dabei den Eindruck gewinnen können, als habe Coach der Freiburger dabei im Stillen kräftig durchgeatmet. Fast wäre es nämlich nichts geworden mit der Einstellung eines Rekordes der jüngeren Vereinsgeschichte. Doch eine perfekte Flanke des unermüdlichen Heiko Butscher bescherte den Verantwortlichen des Sportclubs sowie der erstmals nach langer Zeit mal wieder stattlichen Galerie dann doch noch die ersehnte Feierstunde. Bechmann köpfte den an ihn adressierten Ball kurz vor dem Ende in die Aachener Maschen und gab dabei das zuvor sehnlichst erhoffte Zeichen für den vielstimmigen Chor auf den Rängen: "Nie mehr zweite Liga..."Werbung
KEIN ELFMETER IN DER 30. MINUTE
Dazu ließ der nicht immer sattelfest wirkende Referee Dingert nach gut einer halben Stunde einfach weiterspielen, obschon quasi alle im Stadion gesehen hatten, dass Aachens Keeper Stuckmann den alleine in den Strafraum stürmenden Bechmann per Fußattacke von den Beinen holte. Es gab also keinen Elfmeter und es blieb bei dem einen Treffer, den der aufgerückte Toprak per Kopfball nach einem Eckball von Schuster erzielt hatte. Dem Gros auf den Tribünen war das zu diesem Zeitpunkt aber so gut wie egal.
Noch nie in dieser Spielzeit hatte man den Sportclub besser spielen sehen, Aachen war zunächst nicht mehr als ein überforderter Sparringspartner – und die Zwischenstände von den anderen Plätzen befeuerten das Hochgefühl zudem: Mainz war zu Hause gegen Augsburg mit 0:1 hinten, Fürth mit dem selben Ergebnis gegen Oberhausen. Ein Tag nach Maß, so schien es zumindest.
Doch dann war plötzlich Sand im Getriebe. Die Aachener hatten ihre Grundordnung in der Pause etwas korrigiert und fanden so zu mehr Sicherheit und Mut. Angetrieben von dem agilen Lewis Holtby forcierten sie nun ihrerseits die Offensivbemühungen und stürzten die Breisgauer dabei in die eine oder andere Verlegenheit. Dazu meldete die Anzeigentafel zum Verdruss der Zuschauer Tore der Konkurrenten aus Fürth und Mainz.
SPÜRBAR: DER UNBEDINGTE SIEGESWILLE
"Wir mussten etwas Luft holen", erklärte Robin Dutt diese Phase, das enorme Tempo der ersten Hälfte hatte den Freiburgern zugesetzt. Und so passierte, was im Fußball keine Seltenheit ist. Ein Freistoß aus dem Halbfeld segelte durch den Freiburger Strafraum, den der aufgerückte Szukala ebenfalls per Kopf ins SC-Tor beförderte. Ausgleichende Gerechtigkeit war das nicht, obschon die Gäste jetzt zeigten, dass auch sie mit dem Ball ganz gut umgehen können.
Der Rest war Spannung pur und dazu angetan, für längere Zeit im Gedächtnis haften zu bleiben. Die Freiburger forcierten, angefeuert vom Publikum, noch einmal Tempo und Bemühen. Sie produzierten dabei zwar auch ein paar Unzulänglichkeiten, der unbedingte Wille, das Spiel doch noch zu ihren Gunsten zu drehen, war aber bis hinauf auf die obersten Tribünenränge zu spüren. "Wir haben eine tolle Moral gezeigt und wurden dabei toll von den Zuschauern unterstützt", resümierte Heiko Butscher und fügte an: "Man merkt halt, dass wir hoch wollen."
Robin Dutt klärte nach Spielschluss über eine bislang unbekannte Abmachung zwischen ihm und der Mannschaft auf. "Wenn es remis steht, spielen wir mit vollem Risiko auf Sieg", das habe man sich in die Hand versprochen. Quasi, alle Gewehre aufs Rathaus, wie man so schön sagt, und vielleicht eine Erklärung dafür, weshalb die Freiburger erst drei Mal in dieser Spielzeit mit einem Remis zufrieden sein mussten. Entsprechend haben die Freiburger dann gespielt – mit dem bekannten Ausgang.
"Ich hab’ seine blonde Mähne im Strafraum gesehen und gewusst: Wenn der Ball kommt, macht er ihn rein." Heiko Butschers Vertrauen in seine und Tommy Bechmanns Fähigkeiten wurden zwei Minuten vor dem Schlusspfiff belohnt. Der Däne traf per Kopf – und konnte so über den an ihm nicht gegebenen Elfmeter in aller Lockerheit plaudern. Unmittelbar nach Dingerts ausgebliebenen Pfiff hatte das noch anders ausgesehen. Bechmann echauffierte sich in einer Art und Weise, dass man um seine Weiterbeschäftigung fürchten musste. Später grinste er: "Nix passiert."
Gewonnen also, dazu gut gespielt, die Leute bei Laune gehalten. Wo soll das hinführen? "In die erste Liga", sagt Julian Schuster, der sich gestern schon auf die Begegnung am kommenden Sonntag in Duisburg freute. Dort haben er und seine Kameraden schier Ungeheuerliches vor. Gewinnen nämlich, was nichts anderes hieße, als dass der Sportclub einen weiteren Riesenschritt in Richtung Aufstieg täte. Und einen neuen Rekord hätte man dann auch aufgestellt. Sieben Siege am Stück, das hat beim SC Freiburg lange niemand mehr geschafft. Jedenfalls kein Team und kein Trainer, an die man sich an der Dreisam spontan erinnern würde.
Schiedsrichter: Dingert (Thallichtenberg).
Tore: 1:0 Toprak (11.), 1:1 Szukala (61.), 2:1 Bechmann (88.). Zuschauer: 18 800.
Gelbe Karten: Bechmann (2) / Szukala, Lehmann (4).
Autor: Michael Dörfler





