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06. Mai 2011

Noch einmal an die Grenzen gehen

Der SC Freiburg gastiert am Samstag in Mönchengladbach – und erwartet einen heißen Gang.

  1. Felix Bastians SC Freiburg Fußball 1. Bundesliga Foto: m s

FREIBURG. Die letzte Auswärtsfahrt dieser Spielzeit führt den SC Freiburg nach Mönchengladbach. Ein Spaziergang ist den Breisgauern nicht zu prophezeien, für die Borussen steht viel auf dem Spiel an diesem Wochenende. Sie brauchen die Punkte dringend, wollen sie in der kommenden Spielzeit nicht die zweite Liga mit ihrer Anwesenheit bereichern. Zumindest den Relegationsplatz haben die Borussen ins Visier genommen. Nichts scheint mehr am Niederrhein unmöglich, seit der Schweizer Lucien Favre den Trainerjob von Michael Frontzeck übernommen hat und die Mannschaft zuletzt sogar den neuen Meister Borussia Dortmund und Hannover 96 bezwingen konnte.

Kein Wunder schätzt Robin Dutt das Spiel im Borussen-Park als weitaus schwieriger ein, als zuletzt die 2:0 gewonnene Partie beim Hamburger SC. "Die Borussia wird an ihre Grenzen gehen", ahnt Dutt, der dies auch von seinen Spielern verlangt. Denn: "Sonst werden wir dort nicht gewinnen können." Gleichwohl sieht der Freiburger Coach in dem spannungsgeladenen Aufeinandertreffen keinen Charaktertest für seine aller Sorgen ledigen Mannschaft. Diese Eigenschaft habe das Team dauerhaft bewiesen in dieser für sie so erfolgreichen Spielzeit.

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Weil es zumindest für die Gastgeber noch um etwas geht am Samstagnachmittag, sieht Dutt keinen Grund, nicht seine stärkste Elf im Borussen-Park beginnen zu lassen. Alles andere, so der Coach, wäre kein Fairplay: "Die Konkurrenz erwartet von uns, dass wir das Spiel ernst nehmen." Folglich hat der Freiburger Fußballlehrer auch nicht vor, wegen einer rein theoretisch noch immer möglichen Teilnahme an der Europa League seinen Spielern eine zurückhaltende Gangart aufzuerlegen. Bekanntlich hält die Europäische Fußball-Union (Uefa) für die fairsten Teams in Europa solche Plätze frei – und der SC Freiburg liegt dabei sogar ganz gut im Rennen.

Leidenschaftlicher Einsatz gepaart mit hoher Laufbereitschaft erwartet Dutt von seinen Akteuren am Niederrhein. Dazu trachtet er, den Gegner mit technisch gutem Spiel in die Schranken zu weisen. Und das, obschon er den Gladbacher Borussen durchaus wohlgesonnen gegenübersteht. "Mönchengladbach hat seinerzeit mit der von Hennes Weisweiler geformten Fohlenelf meine Jugendjahre geprägt", gestand Dutt am Donnerstag in der allwöchentlichen Pressekonferenz. Doch für Sentimentalitäten, das weiß Dutt, ist in der Bundesliga kein Platz.

Mit großen personellen Änderungen ist gegenüber dem Hamburg-Spiel nicht zu rechnen. Mit Heiko Butscher, Pavel Krmas, Daniel Caligiuri und Oliver Baumann konnten zwar vier Akteure bis Donnerstag nicht mit ihren Kameraden üben, doch Dutt geht davon aus, dass die Genannten dennoch ihre Schuhe werden schnüren können. Wenn nicht, ist wenigstens Felix Bastians wieder so weit hergestellt, dass er in der Defensive eine Alternative sein könnte an der deutsch-niederländischen Grenze.

Zumindest Teile der Öffentlichkeit werden interessiert verfolgen, wie sich das Wiedersehen der Freiburger mit ihrem früheren Mannschaftskollegen Mo Idrissou gestalten wird. Der Kameruner hatte sich seinerzeit mit den wenig schmeichelhaften Worten von seinen Freiburger Kollegen verabschiedet, er möchte nicht mit Absteigern zusammenspielen. Genau das droht ihm aber jetzt in Mönchengladbach. Schadenfreude darob, so versichern beim Sportclub alle Befragten, verspüre man aber keine. "Idrissou ist kein Thema", sagte Dutt.

Rund 1200 Fans wollen dem Sportclub in Mönchengladbach lautstark Rückendeckung liefern. Die für Freiburger Verhältnisse ungewöhnlich hohe Zahl an Mitreisenden, schon in Hamburg waren etwa 1000 Fans zugegen, wirkt wie ein vorweggenommenes Dankeschön an die Mannschaft. Richtig gefeiert werden soll dann in einer Woche, wenn Bayer Leverkusen zum Saisonabschluss an die Dreisam kommt.

SC kompakt: Nicht dabei sein können: Pouplin (Sprunggelenk), Flum (Schambein) und Abdessadki (Meniskus). Teilweise nicht mit dem Team trainieren konnten unter der Woche: Butscher und Krmas (beide Adduktoren), Caligiuri (Knie) und Keeper Baumann.

Autor: Michael Dörfler