Nach dem Fußballderby

SC Freiburg fordert Stellungnahme von Stuttgarter Polizei

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Fr, 08. Februar 2019 um 17:55 Uhr

SC Freiburg

Laut SC Freiburg hat die Polizei mit der Kontrolle vor dem Derby gegen den VfB Stuttgart eine Massenpanik in Kauf genommen. Die Stuttgarter Polizei widerspricht, sie will den Einsatz aber aufarbeiten.

Der SC Freiburg kritisiert den Einsatz der Stuttgarter Polizei beim Derby vergangenen Sonntag. Auf seiner Homepage verlangt der SC eine Stellungnahme der Polizei zu den Vorfällen. Anhänger der Gäste hatten auf dem Weg vom Bahnhof zum Stuttgarter Stadion vergangenen Sonntag Pyrotechnik und Rauchbomben gezündet. Zudem habe es im Fanzug eine Sachbeschädigung gegeben.

Die Polizei wollte daraufhin Problemfans gesondert kontrollieren, was laut Polizei jedoch nicht möglich war. Einige Fans kamen erst kurz vor dem Halbzeitpfiff zu ihren Plätzen. Der SC Spricht nun davon, dass viele Familien, weibliche Fans und Jugendliche darunter gewesen seien.

Die Personen, die auf dem Weg gezündet hatten, konnte die Polizei umgehend vorläufig festnehmen. Der Sportclub teilt zudem mit, dass sich der mutmaßliche Täter, der im Zug für die Sachbeschädigung verantwortlich gewesen sei, unmittelbar in Stuttgart gestellt habe.

Der SC kommt zum Schluss: "Die gesamte polizeiliche Maßnahme und die Art und Weise, wie diese umgesetzt und gegenüber den Fans und der Freiburger Fanbetreuung kommuniziert wurde, stellt sich für uns als unverhältnismäßig dar." Aus Sicht des Clubs sei eine Massenpanik in Kauf genommen worden. Zudem habe es mehrere Einsätze des DRK gegeben.

Polizeisprecher Stephan Widmann bestätigt auf BZ-Anfrage, dass das DRK in der Warteschlange Einsätze gehabt habe. Er nennt die Zahl vier. Diese stünden aber nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Kontrolle. Bereits am Montag widersprach Widmann dem Vorwurf, dass die Polizei eine Massenpanik in Kauf genommen habe: "Die Leute hätten jederzeit hinten rausgehen können. Wir haben niemanden eingekesselt."

Der Polizeisprecher erklärt, warum der Beamten vor Ort sich für eine zusätzliche Kontrolle entschieden hatten. Nur weil man die festgenommen habe, bedeute das nicht, dass nicht andere Anhänger ebenfalls Pyrotechnik oder Rauchbomben mit sich führten. "Da muss man ein Stück weiter denken", sagt Widmann.

Der Polizeisprecher erläutert, dass man in Kontakt zu Freiburger Kollegen sei, die ebenfalls vor Ort waren. Das sei bei Auswärtsspielen so üblich. "Wir arbeiten diesen Fall auch auf", sagt Widmann.