SC Freiburg

SC Freiburg verlängert den Vertrag mit Nicolas Höfler

René Kübler

Von René Kübler

So, 16. Juli 2017 um 15:01 Uhr

SC Freiburg

Fußball-Bundesligist SC Freiburg verlängert im Trainingslager in Schruns den Kontrakt mit Mittelfeldspieler Nicolas Höfler. Auch wenn über die Vertragsmodalitäten nichts bekannt wird, sagt Höfler: "Ich bin ein Freiburger."

Man muss ein wenig aufpassen, dass die Nachricht nicht zur Selbstverständlichkeit wird: Nicolas Höfler hat seinen Vertrag beim SC Freiburg vorzeitig verlängert. Über die Modalitäten wurde natürlich, wie es stets so schön heißt, Stillschweigen vereinbart. Dass das im ersten Moment nicht sonderlich aufsehenerregend klingt, hat aber nicht allein mit der geschäftsmäßigen Formulierung zu tun, sondern mit Höflers Geschichte, mit seinem Werdegang beim Sportclub. Und auch damit, wie er selbst seine Rolle definiert. "Ich bin Freiburger", betont der 27-Jährige, "und ich muss nichts anderes mehr sehen. Ich bin glücklich hier."

"Ich brauche diesen Wohlfühlfaktor." Nicolas Höfler
Aussagen, die keineswegs selbstverständlich sind in einer Branche, in der Verbundenheit kaum noch eine Rolle spielt. Schon gar nicht, wenn einer Stammspieler, gar Leistungsträger bei einem Erstligisten ist. Bei Höfler, in Überlingen geboren und als B-Jugendlicher vom SC Pfullendorf in die Freiburger Fußballschule gewechselt, spielt das Umfeld die entscheidende Rolle. Natürlich gab es auch andere Interessenten als den Sportclub. "Und wenn Bayern kommt, würde ich schon überlegen", scherzt der Mittelfeldspieler. Alles andere kommt für Höfler aber nicht in Frage. "Es gibt Typen, die fühlen sich überall wohl", erklärt er: "Aber ich brauche diesen Wohlfühlfaktor."

Und der SC Freiburg braucht Nicolas Höfler. Ein Satz, der vor einigen Jahren, als er Profi wurde, so sicher nicht gefallen wäre. Damals wurde er für zwei Jahre an Erzgebirge Aue verliehen. Natürlich in der Hoffnung, auf eine Weiterentwicklung des jungen Spielers. Es wurde eine Geschichte daraus, die Christian Streich als "unglaublich" bezeichnet. "Wie gut sich Chicco über Arbeit und Akribie entwickelt hat, das ist beachtlich", findet der SC-Trainer. So wurde Höfler vom Vielleicht-Profi zum Rückkehrer mit Perspektive - und schließlich zur wertvollen Stammkraft. "Er hat keinen geringen Teil zu unseren Erfolgen in den vergangenen beiden Jahren beigetragen", urteilt Streich.

Für den Verein ist Höflers Sozialkompetenz ein Erfolgsfaktor

81 Ligaspiele hat Höfler in den zurückliegenden drei Jahren für den Sportclub bestritten. Das sagt viel aus über seinen sportliche Bedeutung. Sein Wert für den Verein ist damit aber nicht ausreichend gewürdigt. Die Verantwortlichen heben immer wieder auch Höflers Sozialkompetenz hervor, ein gerade in Freiburg nicht unwesentlicher Erfolgsfaktor. "Er übernimmt auch neben dem Platz Verantwortung", sagt SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach. Dass Höfler von seinen Kollegen in den Mannschaftsrat gewählt und als einer der Stellvertreter von Kapitän Julian Schuster auserkoren wurde, ist Beleg dafür.

Dass sich Höfler selbst in Freiburg am besten aufgehoben fühlt, hat indes nicht allein fußballromantische Gründe. Da sei auch mit 27 Jahren das Gefühl, dass die eigene Entwicklung noch nicht zu Ende ist. "Egal, wie alt ich bin, da tut sich noch was."