Fußballbundesliga

SC Freiburg verliert gegen Mainz 1:2

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

Sa, 17. August 2013 um 17:49 Uhr

SC Freiburg

1:3 in Leverkusen, 1:2 vor heimischer Kulisse gegen Mainz: Der SC Freiburg hat – von nicht wenigen befürchtet – einen Fehlstart erwischt und steht nun als Europapokalteilnehmer vor schwierigen Wochen.

Aus der Niederlage am vergangenen Wochenende in Leverkusen hatte Sportclub-Trainer Christian Streich mehrere Lehren gezogen. Eine lautete: Einige Neuzugänge ohne Bundesliga-Erfahrung seiner personell stark veränderten Mannschaft hätten die taktischen Anforderungen einer anspruchsvollen Spielweise noch nicht verinnerlicht und benötigten noch etwas Zeit, um vollwertige Stammspieler zu werden. Folglich ließ er Admir Mehmedi und Francis Coquelin auf der Ersatzbank Platz nehmen, für den Ex-Lauterer Hendrick Zuck war im SC-Kader gar kein Platz mehr frei. In die Anfangsformation rückten dafür Karim Guédé und Sebastian Freis, sie sollten zusammen mit Jonathan Schmid und Mike Hanke nicht nur das SC-Offensivspiel beleben, sondern im Agieren gegen den Ball effizienter auftreten als Mehmedi und Co. in der Vorwoche.

Zumindest der Spielausgang gegen den 1. FSV Mainz 05 rechtfertigte diese Maßnahme nicht. Dass die Qualität der SC-Darbietung gegenüber dem Leverkusen-Spiel besser war, behauptete Trainer Streich spontan sofort nach dem Schlusspfiff: "Es war ein Fortschritt gegenüber Leverkusen da. Die Jungs haben es gut gemacht und viel Präsenz gezeigt." In der Tat: Guédé und Freis gehörten zu den aktivsten SC-Spielern, Freis gelang nach guter Vorlage von Gelson Fernandes sogar der Anschlusstreffer zum 1:2 (71.).

Dennoch gab es genügend Ursachen dafür, dass der Sportclub logisch und leistungsgerecht gegen die Mainzer den Kürzeren zog. Platt ausgedrückt: Unterm Strich waren die Freiburger im Offensivspiel zu harmlos und in der Defensive zu anfällig, um einen starken Gegner in die Knie zwingen zu können. In Zahlen ausgedrückt dokumentierte sich die Feldüberlegenheit der Freiburger in 58 Prozent Ballbesitz. Doch gegen sehr gut gestaffelte Mainzer kamen die Streich-Schützlinge kaum zu Torchancen. Vor der Pause sorgte lediglich Hanke mit einem Distanzschuss für Gefahr, hinzu kamen zwei durchschlagskräftige Aktionen über Guédé und ein Schmid-Freistoß, der knapp am Mainzer Tor vorbei strich. Nach dem Anschlusstreffer schaffte es der Sportclub weder spielerisch noch über enthusiastischen Kampf, eine Schlussoffensive zu inszenieren. Eigentlich gestattet dieses Spiel nur ein Fazit: Der FSV war in allen Belangen dem SC überlegen und siegte verdient.

Als die Mainzer die letzte Viertelstunde der ersten Halbzeit – dies waren die 15 Minuten des SC – schadlos überstanden hatten, begannen sie auch offensiv die Freiburger vor Probleme zu stellen: Homogener besetzt, eingespielter und kreativer erspielten sie sich die ersten Chancen und dann auch den Doppelschlag zum 2:0 zwischen der 64. und 68. Minute. Zuerst entwischte der kleine Mittelfeldspieler Niki Zimling dem SC-Kapitän Julian Schuster und verwertete eine Geis-Flanke per Kopf zum 1:0, danach traf Nicolai Müller aus spitzem Winkel nach glänzendem Zuspiel desselben Zimling.

Angesichts von zwei Niederlagen zum Start und der sehr schweren folgenden Aufgaben in Hoffenheim und gegen Bayern München vermied es Christian Streich tunlichst, von einem Druck zu sprechen, der vermeintlich bereits auf seiner Mannschaft lasten würde: "Wir müssen versuchen, das Ergebnis aus unseren Köpfen rauszukriegen, um Zentimeter um Zentimeter weiter voranzukommen."

Schema SC Freiburg – Mainz 05

Baumann – Mujdza (72. Günter), Diagne, Ginter, Sorg - Schuster, Fernandes – Schmid, Freis - Hanke (87. Kerk), Guede (72. Mehmedi).

Mainz: Heinz Müller – Pospech, Svensson (50. Bungert), Noveski, Park – Baumgartlinger, Zimling (69. Malli) – Geis, Okazaki – Nicolai Müller, Moritz (62. Choupo-Moting).

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen).

Tore: 0:1 Zimling (64.), 0:2 Nicolai Müller (68.), 1:2 Freis (71.)

Zuschauer: 23 100.

Gelbe Karten: Geis, Noveski, Heinz Müller

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