Die Pokalniederlage in Bremen

STANDPUNKT: Der Schiedsrichter war schlecht, aber nicht schuld

osc

Von osc

So, 24. Dezember 2017

SC Freiburg

Es war eine krasse Fehlentscheidung, die dem dritten Bremer Tor beim 3:2-Erfolg der Werderaner im DFB-Pokalspiel am Mittwoch gegen den SC Freiburg vorausging. Schiedsrichter Guido Winkmann verwendete offensichtlich seine ganze Konzentration darauf, zu beobachten, ob Jérôme Gondorf den Ball noch berührte, ehe sein Teamkollege Philipp Bargfrede quasi die eigenen Vorlage zum 3:1 verwandelte. Mit Erfolg, er erkannte, dass dies nicht geschah, was ihn mit der verhängnisvollen Selbstsicherheit ausstattete seinen zu Recht Abseits winkenden Linienrichter überstimmen zu müssen. Aber selbst dem scheint entgangen zu sein, dass Gondorf zwar den Ball nicht spielte, aber Freiburgs Defensivmann Robin Koch wegblockte. Also aktiv wurde. Sonst hätte der Mann an der Linie doch wohl Winkmann im persönlichen Gespräch, welches der Entscheidung auf Tor und Anstoß noch vorausging, überzeugen müssen. Im DFB-Pokal wird bis zum Viertelfinale noch ohne Videobeweis gespielt, weil dessen Einrichtung in diversen Zweit- und Drittliga-Stadien zu hohe logistische Hürden bedeuten würde. Und im Spiel der Freiburger in Bremen wurde erkennbar, dass eben doch nicht alles besser ist, ohne die Männer in Köln, wie viele Fußballfans Woche für Woche reklamieren. Einen Videobeweis hätte dieses Bremer Tor nämlich kaum überstanden.
Der SC Freiburg tut derweil gut daran, seine Niederlage nicht an der Benachteiligung durch das Schiedsrichtergespann festzumachen. Der Bremer Sieg war unabhängig von der Entscheidung logisch und verdient, die Norddeutschen schlicht die bessere Mannschaft an diesem Tag. Und beim SC Freiburg wird man sich in der Winterpause Gedanken machen müssen über die Auswärtsschwäche der Mannschaft in der Vorrunde. Mehrfach gab das Team von Christian Streich auf fremden Plätzen nun schon gleich in der Anfangsphase Spiele aus den Händen, die Tatsache, dass der SC sich gleich in sechs Bundesliga-Auswärtsspielen sowie nun auch im DFB-Pokal drei oder noch mehr Gegentreffer einfing, muss zu denken geben. Mannschaften, die vor eigenem Publikum mit Elan und Entschiedenheit ihre Spiele angingen, haben den SC Freiburg immer wieder schnell in arge Bedrängnis gestürzt. Sollte hier nicht Abhilfe geschaffen werden, können die Heimspiel der Rückrunde, in denen die fehlenden Punkte zum Klassenerhalt dann errungen werden müssten, noch von der Lust zur Last für die Freiburger werden.