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17. August 2012 21:22 Uhr
DFB-Pokal
Streich: SC Freiburg nimmt Victoria ernst wie einen Bundesligaklub
Der SC Freiburg will sich im DFB-Pokal gegen Victoria Hamburg keine Blöße geben. Wer spielt? Vor allem im Angriff hat Trainer Christian Streich die Qual der Wahl.
Will heißen: Der Sportclub drängt in die nächste Runde. "Alles andere kann gar kein Thema sein", so Streich. Doch auch der Coach weiß: Gerade Spiele im Pokal neigen bisweilen zu Kuriositäten. Auch der SC Freiburg musste dies schon erfahren, 2011 zum Beispiel. Damals schieden die Breisgauer trotz zweier Tore von Cedric Makiadi und Stefan Reisinger mit 2:3 bei der unterklassigen SpVgg Unterhaching sang- und klanglos aus.
Dass so etwas auch in Hamburg passieren könnte, will sich Streich auch in kühnsten Träumen gar nicht vorstellen. "Das Spiel ist für uns eine Pflichtaufgabe, deshalb nehmen wir es sehr ernst", sagt der Trainer, der dieses Gedankengut auch bei seinen Spielern entdeckt haben will. Im Training seien jedenfalls alle mit Konzentration und großem Eifer dabei. "Beim Zuschauen kommt da keiner auf die Idee, dass die Jungs den Pokal nicht ernst nehmen könnten", sagt Streich. Schon deshalb nicht, weil eine Niederlage auch mit viel Spott und Lästerei verbunden wäre; "das will doch keiner".
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Wichtige Erkenntnisse, die den gemeinen Fan natürlich weniger interessieren. Er erwartet ein Weiterkommen, egal wie. Womit er sich aber auf einer Ebene mit den sportlich Verantwortlichen beim SC Freiburg befindet, die fest mit weiteren Pokalspielen in dieser Runde rechnen. Dass die Stimmung samt Vorfreude groß ist in Freiburg, beweist der Umstand, dass 500 Fans die Mannschaft auf dem Trip gen Norden begleiten werden. "Eine Zahl, die selbst uns überrascht hat", so Pressesprecher Rudi Raschke.
Wen er auf welcher Position wird spielen lassen, wollte Christian Streich – wie üblich – nicht verraten. Zu stark sind die strategischen Überlegungen davon abhängig, welche der angeschlagenen Spieler Streich wird einsetzen können. Fraglich waren unter der Woche Daniel Caligiuri und Oliver Sorg, während Ezequiel Calvente, Johannes Flum, Marco Terrazzino und Pavel Krmas die Reise gleich gar nicht erst mitmachen. Während Sorg auf der linken Abwehrseite sowohl vom Norweger Vegar Hedenstad als auch von Jonathan Schmid vertreten werden könnte, sind die Möglichkeiten im Offensivbereich weitaus reichhaltiger. Sie sind sogar so groß, dass sich Streich darüber Gedanken macht, ob es nicht für den einen oder anderen Spieler von Vorteil sein könnte, sich – zumindest zeitlich begrenzt – einen neuen Arbeitsplatz zu suchen.
In erster Linie denkt er dabei an Beg Ferati und Erik Jendrisek, die sich nach derzeitigem Stand der Dinge wohl des Öfteren mit der Rolle des Zuschauers werden auseinandersetzen müssen. Gleiches gilt auch, wenngleich unter etwas anderen Vorzeichen, für Garra Dembélé. Der Angreifer aus Mali kann zwar ein athletisches und wuchtiges Spiel für sich beanspruchen, dennoch oszilliert dem Trainer zufolge seine Leistungskurve noch immer sehr stark zwischen Hoch und Tief.
Unmissverständlich stellt Streich jedoch klar, dass jeder Spieler im Kader eine faire Chance bekomme; "vertrieben wird niemand". Und es sei auch durchaus positiv zu werten, dass sich die Spieler in Freiburg wohl fühlen und von sich aus entscheiden, an der Dreisam ihre Chance suchen zu wollen. "Für das tägliche Miteinander ist das doch besser, als wenn die alle wegrennen wollten", so Streich.
Voraussichtliche Aufstellung: Baumann, Mujdza, Ginter, Diagne, Schmid, Schuster, Guédé, Kruse, Rosenthal, Makiadi, Freis.
Autor: Michael Dörfler



