Vom Jugend- zum Frauenfußball

Eyüp Ertan

Von Eyüp Ertan

Di, 05. Juni 2018

SC Freiburg

Beim SC Freiburg II herrscht trotz des Abstiegs aus der zweiten Bundesliga keine Trübsal / Neue Spielerinnen aus der U17.

FUSSBALL. Nach zwei Aufstiegen hintereinander muss die zweite Mannschaft der SC-Frauen wieder einen Abstieg verkraften. Optimistisch sind beim Sportclub trotz des Falls aus der zweiten Bundesliga aber alle: Sowohl Trainerin Myriam Krüger als auch Managerin Birgit Bauer sehen der bevorstehenden Saison in der Regionalliga mit Freude entgegen.

Rein rechnerisch wäre die Reserve des SC Freiburg in der abgelaufenen Saison nicht aus der zweiten Bundesliga Süd abgestiegen – hätte es nicht die Verschmelzung der Staffeln Süd und Nord gegeben. Die Freiburgerinnen mussten deshalb mindestens den siebten Tabellenplatz erreichen, am Ende stand jedoch der neunte Rang zu Buche. "Wir sind nur abgestiegen, weil die Liga eingleisig geworden ist", bilanzierte SC-Managerin Birgit Bauer die Spielzeit. "Wir hätten mit ein bisschen mehr Fortüne die Klasse halten können. Man muss aber bedenken, dass es eine ganze junge Mannschaft ist."

Nun wartet also die Herausforderung Regionalliga auf das Team um Trainerin Myriam Krüger. Die 28-Jährige war in den vergangenen beiden Spielzeiten Spielertrainerin – ligaweit die einzige – und konnte so aktiv auf dem Platz ins Geschehen eingreifen. Damit ist nun Schluss. Von der kommenden Saison an konzentriert sie sich nur noch auf das Trainerdasein – ein richtiger nächster Schritt, wie Birgit Bauer findet: "Ich finde, dass sie gute Arbeit gemacht hat in der abgelaufenen Saison. Es ist dennoch gut von ihr, sich in Zukunft nur noch auf das Traineramt zu konzentrieren. Da sind so viele junge Mädels in der Mannschaft, denen sie viel auf den Weg geben muss", so Bauer. Über die anstehende Regionalligasaison meint die Managerin: "Wir möchten vorne mitspielen, schönen Fußball zeigen. Ich bin aber entspannt, was das angeht."

Ein bisschen Wehmut schwingt bei Myriam Krüger mit, wenn sie über ihren nächsten Schritt redet. "Es ist schon schwer, wenn man jetzt endgültig mit dem Fußballspielen aufhört. Interessant wird es aber auf jeden Fall, nur noch draußen zu stehen und den klassischen Trainerjob zu machen." Die Kickschuhe werde sie beim ersten Spiel Mitte August zu Hause lassen müssen – um nicht der Versuchung nachzugeben, sich einzuwechseln, wie sie lachend erzählt. Als nächstes steht bei Krüger die Trainer-A-Lizenz an, für die sie sich beworben hat. Neben dem Fußball arbeitet sie noch für die FT 1844 Freiburg; eine willkommene Abwechslung zum Fußballalltag, so Krüger.

"Mir ist wichtig, dass wir Fußball spielen und nicht nur die Bälle nach vorne schlagen." Was die Erstliga-Mannschaft von Jens Scheuer in der Frauenbundesliga auszeichnet, versucht Myriam Krüger auch mit den jungen Nachwuchsspielerinnen umzusetzen. Ihre Mannschaft habe es trotz des Abstiegs gut gemacht, einzig das Quäntchen Glück im Abschluss habe gefehlt, sagt Krüger. "Wir sind ein junges Team." Man habe vor allem am Anfang der Saison den jungen Spielerinnen noch das Jugendhafte angemerkt. "Sie hatten zu viel Respekt vor ihren Gegenspielerinnen. Und in sehr vielen Spielen haben wir leider unsere zahlreichen Gelegenheiten einfach nicht genutzt."

Den Gang zurück in die Regionalliga bewertet Krüger gar nicht so negativ: "In der zweiten Liga hätten wir gegen den Abstieg spielen müssen. Jetzt werden wir häufig das Team sein, das den Ton angeben und öfter als Favorit in die Spiele gehen wird", glaubt die Trainerin. Den Wiederaufstieg werde sie nicht als konkretes Saisonziel ausgeben. "Wir werden schauen, wie die Entwicklung sein wird. Das Hauptaugenmerk wird darauf liegen, die Mädels weg vom Jugendfußball, hin zum Frauenfußball zu führen", so Krüger. Trainingsstart ist der 9. Juli. Mitte August beginnt voraussichtlich die neue Saison.

Neu zur zweiten Mannschaft kommen von der U17: Alina Graf, Hannah Pfändler, Jule Kleymann, Luca Öhler, Sina Bühler, Talke Bröker und Sanja Homann. Die Zweite verlassen werden Larissa Himmel, Lisa Schüler, Nicole Eckerle und Lena Schubert.