SC Freiburg

Warum SC-Neuzugang Roland Sallai seinen Onkel überflügelt hat

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

Mo, 03. September 2018 um 09:38 Uhr

SC Freiburg

Der Sonntag Mit seinem Wechsel nach Freiburg hat Sallai seinen prominenten Onkel,der an zwei WM-Turnieren teilgenommen und sich packende Duelle mit Kevin Keegan geliefert hat, in einem Punkt überflügelt.

Der SC Freiburg ist auf der Ziellinie der Transferperiode doch noch fündig geworden und hat einen weiteren Offensivspieler verpflichtet: Vom zypriotischen Europapokal-Teilnehmer Apoel Nikosia kommt der 21-jährige ungarische Nationalspieler Roland Sallai für geschätzt 4,5 Millionen Euro bis 2022 in den Breisgau. Allerdings bestätigt der Sportclub weder Transfersumme noch Vertragsdauer.

Der Wechsel des offensiven Mittelfeldspielers bietet den Stoff einer Fußball-Novelle, denn am Donnerstagabend kickte der Ungar im kasachischen Astana noch mit Apoel im Playoff-Rückspiel zur Europa League. Sallai und seine Kollegen unterlagen nach 90 Minuten mit 0:1, mussten in die torlose Verlängerung und verloren auch noch das anschließende Elfmeterschießen mit 1:2. Am frühen Freitagmorgen stand der 1,83 Meter große Fußballer auf dem Frankfurter Flughafen, um etwas später in Freiburg nur wenige Stunden vor Schließung des Transferfensters einen Vertrag zu unterzeichnen.

SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach hält den gebürtigen Budapester für eine bundesligataugliche Verstärkung, zumal der achtfache Nationalspieler auf allen drei Positionen im offensiven Mittelfeld agieren kann.

Dass Roland Sallai, der in den Jugendmannschaften von Diosgyör Miskolc und Siófok ausgebildet wurde, das Ankommen beim Sportclub wie einen Traum empfindet, liegt am guten Ruf, den der deutsche Fußball in seinem Heimatland genießt. Mit der Vertragsunterzeichnung in Freiburg hat Roland Sallai sogar seinen prominenteren Onkel, Sándor Sallai, überflügelt. Der 55-fache ungarische Nationalspieler der 80er Jahre schaffte es als älterer Spieler nach der Wende von 1989 im Westen nur bis zum schweizerischen SR Delemont.

Dafür nahm Sándor Sallai – 1982 und 1986 – an zwei Weltmeisterschaften teil. Der kleine Kämpfer – zur Verbildlichung: eine Mischung aus Berti Vogts und Philipp Lahm – lieferte sich noch mit Kevin Keegan erinnerungswürdige Zweikämpfe und schaffte 1985 an der Seite des Ex-Frankfurters Lajos Détári gegen das Österreich Toni Polsters sowie gegen die Niederlande der Gullits und Rijkaards eine sensationelle WM-Qualifikationskampagne. Für den jungen Sallai sind das Veteranen-Storys.