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01. September 2017

Start zur Reise ins Ungewisse

Ringer der RKG Freiburg vor einer schwierigen Herausforderung in der neuen Bundesliga / Auftakt am Samstag beim ASV Mainz.

  1. Der WM-Dritte Balazs Kiss (rechts) aus Ungarn kehrt nach acht Jahren wieder zum Bundesligisten RKG Freiburg zurück. Foto: dpa

RINGEN. Luigi Tascillo schaut nach der Frage bezüglich des Saisonziels auf das Tableau mit den Namen der sechs Teams, mit denen es seine Ringer in der neugegründeten DRB-Bundesliga Südwest zu tun haben werden – legt dann die Stirn in Falten, überlegt kurz und sagt nur ein Wort: "Klassenerhalt." Der Coach der RKG Freiburg weiß noch zu gut, wie er 2011 eine Mannschaft übernommen hatte, die sich zuvor aus der Beletage des Ringkampfsports sang- und klanglos ohne Punkte aus 18 Kämpfen verabschieden musste. "So eine desaströse Runde wollen wir unbedingt vermeiden", so das Credo des Freiburger Übungsleiters vor dem Rundenauftakt am Samstag beim ASV Mainz.

Kurze Zeit später legt der 55-jährige ehemalige italienische Meister im Freistil noch ein bisschen nach: "Das Erreichen des Achtelfinales wäre natürlich schön." Dazu bedarf es allerdings mindestens Platz fünf oder den besten sechsten Rang der drei Ligen, um ins Sechzehnerfeld für die Playoffs zu gelangen. Dass dieses Unterfangen recht schwierig für die Breisgauer werden wird, zeigen die klangvollen Namen der Klubs, auf die das Team vom Trainer-Dreigestirn Luigi Tascillo, Viktor Reh und Igor M

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aier trifft. Der ASV Mainz und der TuS Adelhausen, beide schon vor der Neustrukturierung Erstligist, sowie den beiden Ex-Zweitligaklubs ASV Urloffen und SV Triberg, daneben noch der Meister der Rheinland-Pfalz-Liga, SVA Nackenheim, und der Vizemeister aus der Regionalliga, VfL Neckargartach, bedeuten für die Breisgauer wahrlich keine Laufkundschaft.

Um sich in der neuen Liga zu behaupten, wurde in Sachen Personal bei der RKG kräftig aufgerüstet. Einem Abgang – der 36-jährige Greco-Trainer und Schwergewichtler Pavel Burla wechselt zum Verbandsligisten ASV Vörstetten – stehen gleich sieben Neuzugänge gegenüber. Im Fliegengewicht wird künftig italienisch gesprochen. Der eine Ringer, Givi Davidovi, ist sogar in beiden Stilarten zu Hause. Der 28-jährige italienische Doppelmeister 2017 und EM-Neunter wird im Freistil das Ringerdress für die RKG überstreifen. Sein Pendant im klassischen Stil ist sein 19-jähriger Landsmann Nicola Menghetti. Den Studenten bezeichnet Tascillo als seine "Wunderwaffe". Dessen Referenz ist die Bronzemedaille bei der Kadetten-EM 2015. In Kevin Henkel konnte ein weiterer Hochkaräter in die Breisgaumetropole geholt werden, wobei der 23-jährige Freistilspezialist die Stadt bestens aus seiner Zeit am Sportinternat in Verbindung mit dem Olympiastützpunkt kennt. "Er hat uns im vergangenen Jahr schon die Zusage gegeben, doch die Ispringer haben ihn uns dann im letzten Moment vor der Nase weggeschnappt", sagt Tascillo jetzt und freut sich, dass der deutsche Meister von 2015 und 2016 und Nationalkaderringer sein Versprechen nun einlöst. Der Berufssoldat wird in der 71-Kilogramm-Klasse auf die Matte gehen. Aus der Region stößt der 23-jährige Greco-Ringer Julian Steinbach zur RKG. Der Lahrer, von Tascillo als "bewährte Kämpfernatur" bezeichnet, war zuletzt beim Lokalrivalen SV Eschbach unter Vertrag und kommt in der Klasse 80 bis 86 Kilogramm zum Einsatz. Vom Ex-Erstligisten KSV Köllerbach losgeeist wurde der lettische Serienmeister im Freistil, Armands Zvirbulis. Der 28 Jahre alte Polizist kam auf Empfehlung von RKG-Freistil-Coach Viktor Reh. Beide kennen sich schon aus internationalen Einsätzen im Juniorenalter. Beim 28-jährigen Andrei Romanov kommt der Zeiger an der Waage in den Langstreckenbereich. Das moldawische 130-Kilogramm-Schwergewicht ist gestählt durch mehrfache internationale Einsätze für sein Land, wie auch Greco-Ringer Balazs Kiss in der gleichen Gewichtsklasse. Der Ungar gewann vergangene Woche bei der WM in Paris die Bronzemedaille und war auch schon Weltmeister (2009). Der mittlerweile 34 Jahre alte Recke ist kein Unbekannter in Freiburg, denn er ging schon 2008 und 2009 für die RKG auf Punktejagd. Ein weiterer Rückkehrer ist Stefan Käppeler. Nach einem Jahr zu Studienzwecken in den USA geht der DM-Dritte von 2014 und 2016 wieder an die Dreisam der Ringerarbeit in der 75 Kilogramm-Klasse im Freistil nach. Trotz der Aufstockung des Kaders muss die RKG weiter kleine Brötchen backen, der Etat für das Bundesliga- und Verbandsligateam beträgt, laut Verein, exakt die gleiche Höhe wie im Vorjahr, nämlich 75 000 Euro.

RKG kompakt: Zum Saisonstart bekommen die Freiburger gleich einen dicken Brocken vorgesetzt. Beim letztjährigen Rangsiebten der ersten Liga, dem ASV Mainz, werden die RKG -Ringer gleich einen Vorgeschmack bekommen, was die Liga so zu bieten hat. "Wir sind klar in der Außenseiterrolle, doch wollen wir ein respektables

RKG Freiburg

Abgänge: Pavel Burla (ASV Vörstetten)
Zugänge: 57 kg Freistil: Givi Davidovi (Italien); 57 kg griechisch-römisch: Nicola Menghetti (Italien); 71 kg Freistil: Kevin Henkel (Ispringen); 80/86 kg: griechisch-römisch: Julian Steinbach (SV Eschbach)
98 kg Freistil: Armands Zvirbulis (KSV Köllerbach); 130 kg Freistil: Andrei Romanov (Moldavien); 130 kg : griechisch-römisch: Balazs Kiss (SV Untergriesbach)
Hinrunde: 57 kg/F, 130 kg/G, 61 kg/G, 98 kg/F, 66 kg/F, 86 kg/G, 71 kg/G, 80 kg/F, 75 kg/F, 75 kg/G. Rückrunde: Wechsel der Stilarten je Gewichtsklasse
Heimtermine
Samstag, 9. September, 19.30 Uhr:
RKG Freiburg – Nackenheim (Festhalle)
Dienstag, 3. Oktober, 17 Uhr:
RKG Freiburg – SV Triberg (Festhalle)
Samstag, 14. Oktober, 19.30 Uhr:
RKG Freiburg – Neckargartach (Vigelius) Samstag, 21. Oktober, 19.30 Uhr:
RKG Freiburg – ASV Mainz (Vigeliushalle)
Samstag, 31. Oktober, 17 Uhr:
RKG Freiburg – ASV Urloffen (Festhalle)
Samstag, 4. November, 19.30 Uhr:
RKG Freiburg – Adelhausen (Vigelius)  

Autor: tfe

Autor: Thomas Fehrenbach