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27. Oktober 2008
G 8 als zentrales Thema
Vollversammlung der Deutschen Sportjugend (DSJ) in Freiburg / Ganztagesschule könnte zum Problem für Vereine werden
FREIBURG. "Das werden für uns die zentralen Themen der nächsten 10 bis 15 Jahre sein", davon waren die meisten der 250 Delegierten überzeugt, die am Samstag und Sonntag bei der Vollversammlung der Deutschen Sportjugend (DSJ) in Freiburg weilten. Die Themen, die sie meinten: die Ganztagesschule und speziell G 8, also die Reduzierung der gymnasialen Schulzeit von neun auf acht Jahre.
Zwar hat die DSJ bereits ein Grundsatzpapier unter dem Titel "Chancen der Ganztagsförderung nutzen" erarbeitet, das im Mai vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) beschlossen wurde. Es ist aber ein deutliches Zeichen dafür, dass die Diskussion noch ganz am Anfang steht, wenn in dem Papier der Begriff G 8 noch gar nicht auftaucht. Zudem geht jedes der 16 Bundesländer mit den Themen Schulsport und (Vereins)Sport in der Schule anders um. Deshalb fällt es der DSJ, der mit 9,5 Millionen Vereinssportlern eine Unterorganisation des DOSB ist, auch schwer, sich zu positionieren.Ist in der Zusammenarbeit mit Schulen das Übernehmen eines der Modelle, die Wissenschaftler sehr theoretisch und abstrakt erarbeitet haben, der Königsweg? Oder hängt das Engagement des Vereinssports in der Schule in erster Linie von willigen Übungsleitern ab, die im Idealfall auch noch pädagogisch gut geschult sind? Definieren sich die Vereine immer noch mehr über Mitgliederzahlen als über Angebote für Kinder und Jugendliche, von denen nicht jeder Vereinsmitglied werden will oder kann? Und wie groß ist die Gefahr, dass Sportvereins-Angebote in der Schule dafür sorgen, im Unterricht (noch) weniger Sport als bislang einzuplanen? Stefan Haid von der Sportjugend Hessen weiß darauf auch noch keine Antwort. Aber er wagt die Prognose, "dass in ein paar Jahren alle Schüler, also Grundschüler bis Abiturienten, erst am Nachmittag gegen 16 Uhr die Lehranstalt verlassen können". Auf Kinder, Schulen und Vereine hätte das gravierende Auswirkungen. "Den Klubs werden ganze Jugendmannschaften wegbrechen, weil die Schulanforderungen durch G 8 größer werden und zudem die Vereine das Jugendtraining ja nicht in den Abend legen können", mutmaßt ein Forumsteilnehmer.
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Mehr Konkretes als die Diskussion in dem Forum über G 8 und Ganztagsförderung brachte der andere Teil der Vollversammlung. Der Münsteraner Ingo Weiss (45), der seit 2002 der DSJ vorsteht, wurde einstimmig als Vorsitzender bestätigt.
Aus Sicht des Badischen Sportbundes (BSB) Freiburg war die Auszeichnung von Siegfried Eckert ein Höhepunkt. Aus den Händen von Ingo Weiss erhielt die "gute Seele" der Basketball-Abteilung des USC Freiburg für seine Verdienste um die Jugendabteilung in Deutschlands größtem Basketball-Verein den Ehrenpreis der Deutschen Sportjugend.
Den mit insgesamt 12 000 Euro dotierten DSJ-Zukunftspreis erhielten der Osnabrücker Turnerbund 1876 (1. Preis), der Sport-Club 28 Nordwalde im Münsterland (2. Preis) und der Sporttreff Karower Dachse Berlin (3. Preis). Alle drei Vereine warteten laut DSJ-Vorstandsmitglied Jan Holze mit Projekten auf, "die sowohl innovativ als auch nachhaltig sind".
Autor: Georg Gulde



