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23. Juni 2010 07:48 Uhr

Bewerbung

Olympia-Kandidat München: In Erwartung der Ringe

Gold-Rosi strahlte, Georg Hackl riss jubelnd die Arme hoch – München hat eine weitere Hürde auf dem Weg zum weiß-blauen Wintermärchen 2018 gemeistert.

  1. München will’s noch einmal wissen und erneut Olympiastadt werden. Foto: dpa

Die bayerische Metropole ist Kandidatenstadt und darf mit Garmisch-Partenkirchen, Berchtesgaden und Oberammergau auf die Winterspiele 2018 hoffen.

Einige Hundert Olympia-Begeisterte feierten beim Public Viewing am Dienstag auf dem Münchner Marienplatz die erwartete Entscheidung am Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne. "Auf geht’s nach München 2018", war auf der weiß-blauen Fahne zu lesen, die Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und Staatsminister Siegfried Schneider (CSU) hissten.

Die mit Fähnchen und Luftballons ausgerüsteten Passanten auf dem Marienplatz spendeten Applaus, als mit einiger Verzögerung die auf Französisch vorgetragene IOC-Entscheidung angekommen war. Neben dem riesigen Heißluftballon gingen Luftballons in den Farben der Olympischen Ringe auf die Reise. Ski-Legende Rosi Mittermaier schoss ein Foto nach dem anderen, als sich Ude, Schneider, Bürgermeister Thomas Schmid aus Garmisch-Partenkirchen, Landrat Georg Grabner aus dem Berchtesgadener Land und Bürgermeister Arno Nunn aus Oberammergau auf der Bühne vor dem Rathaus den Fotografen stellten.

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Ex-Rodler Hackl ist überzeugt: "Wir packen das"

"Ich freue mich sehr. Jetzt müssen wir fleißig sein und sehen, dass wir jeden einzelnen Bürger dahinter bringen. Olympia wäre eine große Ehre für das ganze Land", sagte Rosi Mittermaier. Staatsminister Schneider sprach von einer "fantastischen Chance, um unser Land zu präsentieren", Landrat Grabner stellte mit Stolz fest, "dass wir dabei sein dürfen". Ex-Rodler Hackl ist davon überzeugt, dass München bei der Vergabe der Spiele am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban den Zuschlag erhalten wird: "Wir packen das. Wie die Fußballer sagen würden ’Mit dem Herzen in der Hand’". Die Konkurrenz aus Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea) wurden ebenfalls zu Kandidatenstädten ernannt. Bisher habe man keine Fehler gemacht und keine Schwäche gezeigt, betonte Ude, "aber entscheidend sind die nächsten zwölf Monate. Von heute an beginnt aber schon die internationale Werbung, und da sind wir mit unseren vielen Sport-Persönlichkeiten gut aufgestellt". Bis zum 11. Januar 2011 muss München ein zweites Bewerbungsdokument, das Bid-Book, erstellen. Darüber hinaus gilt es, die Olympiagegner vom Nachhaltigkeits-Konzept Münchens zu überzeugen.

Die im Aktionsbündnis "Nolympia" zusammengeschlossenen Gegner der Winterspiele waren bei den Feierlichkeiten auf dem Marienplatz nicht zu sehen. Aber in der vorigen Woche, bei einer Diskussion in Oberammergau, war der Widerstand deutlich geworden. Die dortigen Landwirte sind nicht bereit, ihre Grundstücke für den Bau von Anlagen und die Verbesserung der Infrastruktur herzugeben. "Die Spiele 2018 bedeuten vor allem für die Bewerbergemeinden in den Bergen ein unkalkulierbares ökologisches und ökonomisches Risiko", sagte der Grünen-Landtags-Abgeordnete Ludwig Hartmann, der an der Spitze der Olympia-Kritiker steht.

Autor: dpa


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