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06. September 2011
Sporttalente sollen künftig besser gefördert werden
Armin Schuster und Richard Bayha stellen neue Sportstiftung Südbaden vor / Zunächst Stammkapital von 50 000 Euro geplant.
SPORTPOLITIK. Der Bundestagsabgeordneter Armin Schuster (CDU) und der Nationenpreis-Springreiter Richard Bayha haben am Sonntag beim Familienfest des Abgeordneten auf dem Hofgut Kaltenherberge in Kandern-Tannenkirch die Gründung einer "Sportstiftung Südbaden" bekannt gegeben. Als Mitinitiatoren nannte Schuster außerdem den Vorsitzenden des Lörracher Tischtennisclubs Anton Sain sowie Sportjournalist Uli Nodler. Auch der Badische Sportbund (BSB) unterstütze dieses Projekt, betonte dessen Präsident Gundolf Fleischer. Gleiches gelte für den Olympiastützpunkt Freiburg.
Ziel der Stiftung sei es, erläuterte Schuster, die Sportkarrieren vielversprechender junger Talente – etwa im Turnen, Tischtennis, Ringen, Gewichtheben oder Radrennsport – so zu fördern, dass sie nicht mehr – wie derzeit leider häufig der Fall – in andere Regionen abwandern, weil sie dort bessere Trainingsbedingungen und größere materielle Unterstützung vorfinden. Für die Sicherung des finanziellen Rückhalts der Stiftung will Schuster dabei bewusst "nicht die üblichen Verdächtigen" unter den Großunternehmen in Südbaden ansprechen, sondern kleine und mittelständische Unternehmen sowie Einzelpersonen, "die der Region etwas zurückgeben wollen". Auch 50 Euro seien dafür bereits ein wichtiger Beitrag.
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In den Genuss der Förderung sollen Talente im Alter von zehn bis 21 Jahren kommen, die einem Verein des Badischen Sportbundes angehören, aber noch keine A- oder B-Kaderathleten sind, sondern auf dem Sprung in diese Kader stehen. Im Behindertensport soll die Förderung durch die Stiftung dagegen bis in den Spitzenbereich hinauf reichen, denn hier könnten selbst Weltklasseathleten oft auf keine öffentlichen Gelder zurückgreifen.
Wie groß die Belastung für Eltern von sportlich ambitionierten Jugendlichen sein kann, machte Konrad Walleser aus Wieden deutlich, dessen Sohn Nico in der Fußball-B-Jugend des FC Schönau (Landesliga) spielt und dessen Tochter Annika dem alpinen E-Kader des deutschen Skiverbandes angehört. So musste die Familie ein zweites Auto anschaffen, um die Kinder zu den verschiedenen Trainingsstätten zu fahren. Darüber hinaus mussten sie sich an den Kosten für die Lehrgänge der Tochter (pro Jahr mindestens 15) mit jeweils 180 bis 250 Euro beteiligen.
Bis zum November dieses Jahres – dann ist eine große Veranstaltung in Lörrach geplant – soll ein Stammkapital von mindestens 50 000 Euro angesammelt sein. Dann will man die Stiftung starten, wobei Vorstand, Stiftungs- und Gutachterbeirat (jener prüft die Förderanträge) zunächst nur mit wenigen Personen besetzt werden sollen. Der Fokus liege zunächst auf den Landkreisen Lörrach und Breisgau-Hochschwarzwald und erweitere sich dann sukzessive, kündigte Schuster an. In 15 bis 20 Jahren, so seine Vision, sei das Erreichen von fünf Millionen Euro Stammkapital "nicht unmöglich". Dann könnte die Stiftung jährlich Fördergelder von rund l50 000 Euro an die jungen Sporttalente ausschütten. Auch ein Sportinternat in Südbaden – etwa für Ringertalente – wäre dann denkbar.
Bekannte Namen von Prominenten aus dem Sport in den einzelnen Gremien könnten die Stiftung erheblich voranbringen. Mit einigen früheren Sportgrößen, etwa frühere Profis des SC Freiburg, hat Schuster deshalb schon Kontakt aufgenommen. Namentlich genannt wurde am Sonntag aber nur einer: Der frühere Weltklasse-Zehnkämpfer Siegfried Wentz (51), der die Idee sehr begrüßt habe.
Autor: Herbert Frey
