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10. Juli 2012

Spritziger Ländercocktail mit Kirsche

Der TC Grün-Weiß Hausen schafft seinen dritten Aufstieg innerhalb von fünf Jahren.

  1. Energische Rückhand von Teamleiter Carsten Dolzer Foto: schön

TENNIS. Das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern ist in den vergangenen Monaten arg in Verruf geraten. Mit dröhnendem Wortgeklingel wollten sich dabei vor allem populistische Politiker Gehör verschaffen. Der Alltag , das trat dabei in den Hintergrund, verläuft länderübergreifend in aller Regel harmlos, harmonisch und bisweilen heiter. Allen voran im Tennis. Hier gehört es diesseits des Rheins für höherklassige Mannschaften fast schon zum guten Ton, auf vorderen Positionen einen wackeren Schweizer drauflos spielen zu lassen. Beim TC Grün-Weiß Hausen haben sie das Miteinander von helvetischer und heimatlicher Spielkunst fast schon perfektioniert. Der Dorfverein aus dem Wiesental feierte am Sonntag mit seinen Männern 30 den dritten Aufstieg innerhalb von fünf Jahren.

Der 8:1-Heimerfolg gegen den TC Mengen war der sechste Sieg im sechsten Saisonspiel für die Hausener. Die Meisterschaft in der Oberliga und der damit verbundene Sprung in die Badenliga war für den Mannschaftssprecher Carsten Dolzer nur möglich, "weil die Symbiose aus Schweizern und Deutschen bis in die Familien hinein passt". Dolzer vergleicht die Mischung mit einem spritzigen Cocktail. "Als Kirsche oben drauf gab’s den Marco Chiudinelli."

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Die zwei erfolgreichen Auftritte des aktiven Tennisprofis fügten sich ansatzlos in das muntere Wechselspiel, das die Hausener auf den beiden Spitzenpositionen mit ihrem Pool an Schweizer Spielern betrieben. Dabei schlagen Marc Zimmermann und Armando Brunold schon das fünfte Jahr im Wiesental auf. Marc Lingeri habe das Spiel "wie ein Chirurg auf dem Tennisplatz seziert" (Dolzer), Serge Lutgen kam im Einzel und Doppel auf eine stolze 9:0-Bilanz, und mit dem in diesem Jahr verhinderten Yves Allegro und wohl auch mit Chiudinelli habe man auch in der nächsten Saison spielstarke Alternativen, so der Hausener Teamchef. "Wir waren mit unseren Schweizern sicher die Attraktion der Liga", sagt Dolzer nicht ohne Stolz. Dabei ginge es den Spielern nicht ums Geld, sondern um die freundschaftliche Atmosphäre, die sie in Hausen vorfänden. Der finanzielle Aspekt sei vernachlässigbar, so Dolzer. Chiudinelli und Allegro bekämen lediglich ihre Unkosten ersetzt. "Das ist wirklich nur das Fahrtgeld."

Vorhaltungen, das kleine Wunder in Hausen sei nur durch die Spielstärke der Schweizer möglich, tritt der Mannschaftssprecher mit einer Statistik entgegen: "Wir haben auf den Positionen drei bis fünf mit den Deutschen eine Einzelbilanz von 13:3 herausgeholt." Wenn man bedenke, dass ein Spieler wie Thorsten Braatz nach einer Verletzung erst wieder in Schwung kommen muss, sei hier sogar noch Luft nach oben.

Dolzer verspricht für die Badenliga noch eine Überraschung

In der Badenliga werden die Hausener ihren Höhenflug sicher nicht in gleichem Maße fortsetzen können. "Da wird es sicher häufiger mal ein 3:3 in den Einzeln geben", schätzt Dolzer. Doch man sei bislang in jedem Jahr an seinen Aufgaben gewachsen, finde großen Rückhalt im Verein und freue sich auf namhafte Klubs wie den SSC Karlsruhe oder Grün-Weiß Mannheim. Das Ziel sei, sich in der Klasse gut zu etablieren. Dabei setzt Dolzer auf die Schweizer Connection – und eine kleine Extrakirsche: "Eine Überraschung haben wir noch im Köcher."

Autor: Matthias Kaufhold