Winterende

St. Blasien nach dem Hochwasser im Januar: Jetzt wird aufgeräumt

Sebastian Barthmes

Von Sebastian Barthmes

Sa, 17. März 2018 um 12:30 Uhr

St. Blasien

Der Winter geht und die Spuren des Hochwassers im Januar werden sichtbarer. Längst haben die Aufräumarbeiten begonnen. Rund 32.000 Euro sind für die Hochwassergeschädigten gespendet worden.

Auch Aktionstage und eine Informationsveranstaltung sind geplant. Die Spendenaktion hat große Hilfsbereitschaft gezeigt.

Rund 32 000 Euro an Spenden sind bei der Stadt eingegangen, zuletzt hatten Vertreter des Let’s Fetz-Chores aus Bonndorf und das katholische Gemeindeteam aus Häusern zusammen am Freitag eine Spende in Höhe von 1000 Euro übergeben. Der Gemeinderat hat nun in nichtöffentlicher Sitzung entschieden, wie das Geld auf die Hochwassergeschädigten, die Hilfe beantragt haben, verteilt werden soll: Die Hälfte der Schadenssumme, höchstens jedoch 5000 Euro werde ersetzt, erläutert Bürgermeister Adrian Probst. Sieben Anträge habe die Stadt erhalten, die gemeldeten Schäden reichen von einer zerstörten Waschmaschine bis zu einem sechsstelligen Gesamtschaden. Wenn aus dem Spendentopf der Stadt 5000 Euro als Höchstbetrag gezahlt werden, sei das zumindest ein Zeichen. Das Hochwasser und seine Folgen sind in der Stadt allgegenwärtig: Der Bauhof sei derzeit im Albtal unterwegs, um mit seinem schweren Gerät auch Privatpersonen bei verschiedenen Aufräumarbeiten zu helfen. Mächtige Steine wurden beispielsweise von Wiesen entfernt oder Böschungen an der Alb befestigt. "Es läuft reibungslos", sagt Probst, die Bauhofmitarbeiter werden vom Albtal Richtung Menzenschwand weiterziehen. Privatleute, die ebenfalls die Hilfe der Bauhofmitarbeiter bräuchten, sollten sich bei Bauhofleiter Günter Kleiser (Tel. 07672-922645; E-Mail: guenter.kleiser@stblasien.de) melden, um die benötigte Hilfe sowie die Möglichkeiten des Bauhofes zu besprechen – bis Mitte April sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Danach seien einzelne Bürger, Vereine und sonstige Gruppierungen gefordert: Jeweils zwei Aktionstage soll es im Albtal und in Menzenschwand geben. Am Freitag, 13. April (14 bis 18 Uhr), und Samstag, 14. April (9 bis 18 Uhr) treffen sich die Helfer an der Albtalhalle, am Freitag, 27. April (14 bis 18 Uhr), und Samstag, 28. April (9 bis 18 Uhr), starten die Freiwilligen vom Kurhaus in Menzenschwand zu ihren Einsätzen. Eine Aktion wird es auch in St. Blasien im April geben. Nach der Arbeit sollen die Helfer jeweils am Samstag zu einem Vesper eingeladen werden.

Während die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes mit Bagger, Radlager, Lastwagen und weiterem Gerät die Grobarbeit erledigen, soll an den Aktionstagen die Feinarbeit erfolgen. "Dann müsste es bis Ende April wieder sauber aussehen", sagte Probst im Gespräch mit der Badischen Zeitung.

Niemand hofft es, dennoch sollte man sich auf solche Ereignisse möglichst gut vorbereiten, sagte der Bürgermeister. Deshalb wird es am Donnerstag, 19. April (Beginn um 19 Uhr) im Kursaal in St. Blasien einen Informationsabend zur Hochwasserprävention geben. Es solle aufgezeigt werden, wie privater Hochwasserschutz funktionieren kann, wie die Feuerwehr bei so außerordentlichen Situationen arbeitet und auch was versicherbar ist. Das Landratsamt wolle er ebenfalls einbinden, um die Bürger über gefährdete Bereiche zu informieren.

Durch die Schneeschmelze sind auch weitere Schäden zum Vorschein gekommen, die bislang noch nicht bekannt waren. Lange war auch ungewiss, wie der neue Kunstrasenplatz durch das Hochwasser gelitten hat. Der Platz sei nach dem Hochwasser von Wellen durchzogen, hatte die Stadtverwaltung bereits festgestellt.

Der Planer, Vertreter der Versicherung, der Stadt und des Sportvereins haben sich den Sportplatz am Donnerstag angeschaut. Die Schäden könnten "ab einer Außentemperatur von circa 15 bis 20 Grad vermutlich ohne größeren Aufwand beseitigt werden", sagte Bürgermeister Probst. Die Kosten werde die Versicherung übernehmen. Das Wetter werde es vermutlich nicht zulassen, mit den Arbeiten vor dem 3. April zu beginnen. Auf alle Fälle sei der Sportplatz "aus Haftungsgründen bis zum Abschluss der Reparaturarbeiten gesperrt". Die komplette Anlage (zum Beispiel Sprunggrube und Aschenbahn) müsse gereinigt werden.

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