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04. August 2011

Bergwacht probt Rettung mit Hindernissen

Schauübung gemeinsam mit dem Alpenverein im Albtal.

  1. Rettung am Felsen: für die Bergwachtmitglieder keine Seltenheit. Foto: bz

ST. BLASIEN UND UMLAND (BZ). Mitglieder der Bergwacht und des Deutschen Alpenvereins (DAV) haben gemeinsam bei einer Schauübung demonstriert, wie die Rettung verletzter Personen am Kletterfelsen Wasserschlossfluh aussehen könnte. Angenommen wurde, dass zwei Erwachsene Schädel-Hirn-Verletzungen erlitten und sich mehrere Frakturen sowie Platzwunden zugezogen haben.

Als die Bergwacht gegen 19.30 Uhr eintraf, bot sich dem Einsatzleiter eine schwierige Lage: Eine Person war etwa acht Meter auf einen Absatz in 30 Metern Höhe gestürzt und dort schwerverletzt liegen geblieben. Eine zweite Person hing hilflos und ebenfalls schwerverletzt etwas unterhalb im Seil. Die Retter bildeten zwei Einsatzteams. Eine dritte Mannschaft bereitete den Abtransport aus dem steilen und unzugänglichen Gelände an der Alb bis zur Straße vor.

Die im Seil hängende Person musste in einer sogenannten Kappbergung gerettet werden. Dabei seilte sich ein Bergwachtmitglied bis zum Patienten ab, übernahm diesen in sein Sicherungsseil und schnitt anschließend das Seil des Patienten durch. Nach dem Abseilen zum Boden haben Rettungssanitäter der Bergwacht die Person notfallmedizinisch versorgt und auf den Transport vorbereitet.

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Die auf dem Absatz liegende Person musste in einer aufwendigen Rettungsaktion mit der Gebirgstrage gerettet werden. Aufgrund der schweren Verletzungen musste sie noch im Fels erstversorgt und mit einer Vakuumschiene immobilisiert werden. Der einsetzende Nieselregen erschwerte die Rettung aus dem hohen Felsen, der zunehmend rutschig wurde.

Adrian Probst von der Bergwacht Höchenschwand, der die Rettungsaktion für die Zuschauer kommentierte, wies auf die Besonderheiten eines Unfalls in unwegsamem Gelände hin: "Mit unserer Spezialausrüstung können wir Patienten aus fast jedem Gelände retten. Wichtig bei einem solchen Einsatz ist die frühzeitige Alarmierung der Bergwacht durch die Personen vor Ort. Nur sie können sehen, ob man die Einsatzstelle gut zu Fuß erreicht oder ob die Bergwacht helfen kann." Die Mitglieder der Bergwacht seien heute nicht mehr nur rettungstechnisch, sonder auch notfallmedizinisch gut ausgebildet. "Dadurch können wir beispielsweise auch bei Verkehrsunfällen abseits der Straße, bei Forstunfällen und Sportunfällen helfen und andere Rettungsorganisationen wie Feuerwehr, DLRG oder DRK unterstützen. Wie rücken dabei lieber einmal zu viel an, als einmal zu wenig", ergänzte Probst.

Die Bergwacht war mit fünf Fahrzeugen und 16 Helfern der Ortsgruppen Höchenschwand, Bernau, Menzenschwand, Muggenbrunn, Freiburg, Hinterzarten und Todtnauberg im Einsatz. Einsatzleiter Markus Probst zog eine sehr positive Bilanz der Übung und hob die reibungslose Zusammenarbeit der Einsatzkräfte aus den verschiedenen Ortsgruppen hervor. Die Übung habe gezeigt, wie vielfältig die Bergwacht helfen könne und welche medizinische Versorgung auch unter erschwerten Bedingungen möglich sei. Die Ortsgruppe Höchenschwand als für das Albtal zuständige Bergwacht freue sich, mit kompetenten Sportkletterern im Albtal zusammenarbeiten zu dürfen. Der DAV Hochrhein mit seiner Klettergruppe um Peter Diesner trage wesentlich zum Erhalt der Kletterfelsen und zur Weiterentwicklung des Bergsports im Südschwarzwald bei.

Autor: bz