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13. Oktober 2017

Ein Raum, in dem Kunst entsteht und gezeigt wird

Peter Döring eröffnet in St. Blasien sein "Kunst.Werk" / Gezeigt werden sollen Bilder und auch Skulpturen / Malkurse geplant.

  1. Peter Döring eröffnet in St. Blasien eine Galerie mit Kunstschule. Foto: Cornelia Liebwein

ST. BLASIEN. Peter Döring krempelt die Ärmel hoch: sein "Kunst.Werk" mit Galerie, Malschule und Atelier wird er heute, Freitag, eröffnen. In den Räumen an der Todtmooser Straße 13 wird er Bilder sowie weitere Kunstwerke von sich und anderen Künstlern ausstellen. Zusätzlich bietet er eine Fülle an Malkursen an.

Hell und freundlich sind die Räume, die er ursprünglich für eine Galerie suchte. Dann habe er Christel Steier kennengelernt, mit der er beschloss, zusammen mit weiteren Künstlern, eine Malschule einzubetten. Als Schüler hat Döring das Unterrichtsfach "Bildende Kunst" geliebt. "Doch", bemängelt er heute, "haben uns die Lehrer nicht gezeigt, wie wir zeichnen sollen." So ist er sich sicher, dass man erst einmal das Alphabet des Malens beherrschen muss, wie schreiben und lesen. Ob es irgendwann Kunst wird, ist dabei noch unklar.

"Aber wo die Striche herkommen, wohin sie müssen, das kann man lernen, sodass man eigentlich alles malen kann".

Er selbst erlernte den Beruf des Dekorateurs und lernte dabei unter anderem Stoffe zu bespannen, Bilder zu spachteln, Schriften zu malen. Später heuert er bei einem Ladenbauer in Norddeutschland an, der eigentlich einen Innenarchitekten suchte, um seine Planungen perspektivisch zu präsentieren. Zwei Jahre später übernahm er die Planungsabteilung eines Küchenherstellers. Vor etwa 30 Jahren entstand dann sein Fachbuch "Perspektivisches Zeichnen für Inneneinrichter", das sich zum Bestseller in der Branche entwickelt habe, sagte er.

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Seinen Job gibt er auf, bietet Zeichenseminare für Innenarchitekten an und entwickelt darüber hinaus für einen Spülenhersteller die gesamte Produktpalette.

Zwischenzeitig stieg er aus dem Beruf aus, um sich auf Mallorca der Landschaftsmalerei zu widmen. Gestärkt kehrte er in die Branche und nach Deutschland zurück und wurde Pressesprecher eines europäischen Verbands und Autor von Fachartikeln. Unter dem Dach einer von ihm aufgebauten Stiftung bringt er jetzt Studenten unterschiedlicher gestaltender Fakultäten mit Industrie und Handel zusammen und entwickelt gemeinsam mit ihren Professoren Projekte, die von der Industrie realisiert werden. Auch zahlreiche weitere Bücher von ihm wurden inzwischen veröffentlicht.

Im November bietet er für Interessierte einen Grundkurs, dem sich ein Aufbaukurs anschließt. "Christel Steier bietet Ölmalerei und Aquarellmalen an", sagt er. Weitere Kurse im Skulpturenfertigen werden folgen.

Als Maler befasst er selbst sich auch mit provozierenden Themen. "Wir haben im Moment so eine Götzenanbetung: Digitalisierung", meint er kopfschüttelnd. Alles müsse digital werden, was zur Folge habe, dass verschiedene Menschen ausgegrenzt würden. "Wer analog lebt, den kann man nicht mehr gebrauchen", beklagt er. "Wir sollten alle mal darüber nachdenken, wohin wir uns entwickeln, wenn das so weiter geht", sagt er eindringlich. Es sei eine Entwicklung, die eigentlich alle Lebensbereiche betreffe – auch Einkäufe. "Ich werde ein Bild malen, angelehnt an das Abendmahl, worauf ich Jesus in der Mitte als Roboter darstellen werde", verrät er.

Autor: Cornelia Liebwein